Brent und WTI Ölpreis rutscht unter 40 US-Dollar

Der Ölpreis ist unter die 40-Dollar-Marke gerutscht. Der Grund: Die US-Ölbestände haben ein neues Rekordhoch erreicht. Händler rechnen mit einem Preisrückfall auf 35 US-Dollar je Barrel.
Sowohl die Sorte Brent als auch das WTI-Öl verbilligten sich um rund zwei Prozent. Quelle: dpa
Ölpreis fällt deutlich

Sowohl die Sorte Brent als auch das WTI-Öl verbilligten sich um rund zwei Prozent.

(Foto: dpa)

FrankfurtSeit Mitte Februar dieses Jahres hatte sich der Ölpreis von seinem Tief von knapp 26 US-Dollar je Barrel erholt. Doch nun sieht es so aus, als würden sich die Anleger erneut auf Verluste anstellen müssen. Am Donnerstag rutschte der Preis für die Nordseesorte Brent knapp zwei Prozent tiefer auf 39,6 US-Dollar je Barrel. Die etwas günstigere texanische Sorte WTI verbilligte sich um 2,1 Prozent und kostete am frühen Nachmittag 38,9 US-Dollar pro Fass. Damit rutschte der Preis für den Rohstoff unter die 40-Dollar-Marke, welche er in dieser Woche bei beiden Sorten das erste Mal seit Anfang Dezember überschritt.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
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Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
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Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
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Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
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Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
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Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
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Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
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Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

Was war passiert? Die Anleger sind wieder einmal über die hohen US-Lagerbestände besorgt. Daten des US-Energieministeriums (EIA) hatten am Mittwoch gezeigt, dass die US-Öllagerbestände in der vergangenen Woche auf ein neues Rekordhoch gestiegen sind. Vor allem das US-Schieferöl macht den konventionellen Ölförderern Konkurrenz.

Ob die jüngsten Verluste dauerhaft sein werden, bleibt abzuwarten. Schließlich hegen die Anleger seit Wochen eine weitaus größere Hoffnung: Sie setzen auf eine baldige Förderbegrenzung der Opec- und Nicht-Opec-Staaten. Das ist auch der Grund für die Stabilisierung der Ölpreise in den vergangenen Wochen. Zuletzt hieß es, die großen Förderländer wollten sich Mitte April - notfalls auch ohne den Iran - an einen Tisch setzen, um über die geplante Förderbremse zu beraten.

Nach jahrelangen Sanktionen drängt der Iran gerade erst wieder auf den Ölmarkt zurück und will daher von einer Begrenzung auf das Niveau vom Januar befreit werden. Die Produktion des Erdölkartells Opec sei weiterhin hoch und der Iran dürfte weiter aufstocken, meint Tony Nunan von Mitsubishi Corp in Tokio. „Ich gehe davon aus, dass der Ölpreis wieder auf 35 Dollar je Fass zurückfällt, wenn das Angebot hoch bleibt.”

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