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Britische Währung Pfund Sterling auf tiefstem Stand seit März 2017

Die britische Regierung stellt einen ungeregelten Ausstieg aus der EU in Aussicht und verschärft ihre Rhetorik. Das Pfund Sterling fällt immer tiefer.
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Brexit: Pfund Sterling auf tiefstem Stand seit März 2017 Quelle: AP
Boris Johnson

Der britische Premierminister bereitet einen ungeregelten Brexit vor.

(Foto: AP)

Düsseldorf Das Pfund Sterling ist am Montag auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren gerutscht. Zuvor hatte der britische Premierminister Boris Johnson die Vorbereitungen für einen ungeregelten EU-Ausstieg intensiviert: Staatsminister Michael Grove war von Johnson beauftragt worden, die Vorbereitungen für einen „No-Deal-Brexit“ voranzutreiben.

Grove schrieb in der „Sunday Times“ am 28. Juli: „Wir werden am 31. Oktober die EU verlassen. Ohne Wenn und Aber. Keine weiteren Verzögerungen. Der Brexit kommt.“ Finanzminister Sajid Javid will in den kommenden Tagen zusätzliche Gelder von etwa einer Milliarde Pfund aufbringen, um weitere Vorbereitungen für einen harten Brexit zu treffen.

Am Montag gab das Pfund daraufhin nach: Gegenüber dem US-Dollar sank die britische Währung um 0,4 Prozent und notierte mit 1,2338 Dollar auf dem tiefsten Stand seit März 2017. Gegenüber dem Euro fiel das Pfund um 0,3 Prozent auf 1,1091 Euro.

Das britische Pfund befindet sich in einem der schlimmsten Monate seit der Brexit-Abstimmung im Juni 2016: Um zwei Prozent ist die Währung bislang in diesem Juli gesunken. Über den Zeitraum von ein, drei und sechs Monaten performte das Pfund unter den G10-Währung am schlechtesten gegenüber dem US-Dollar. Auch an diesem Montag war es die Währung mit der schlechtesten Performance.

Besserung ist vorerst nicht in Sicht: Laut den Währungsstrategen der ING wird das Pfund Sterling aufgrund der „Rhetorik der neuen Regierung rund um einen harten Brexit und der steigenden Wahrscheinlichkeit von vorgezogenen Wahlen“ unter Druck bleiben.

Die Erwartungen der Händler an die Volatilität des Pfunds stiegen am Montagmorgen weiter an: Wetten am Optionsmarkt auf Kursschwankungen beim Pfund erreichten den höchsten Stand seit Anfang April. Damals hatte die ehemalige Premierministerin Theresa May in den Brexit-Verhandlungen eine Verlängerung um sechs Monate zum ursprünglichen Austrittsdatum erreicht.

„Das Pfund ist nach einer kurzlebigen Erleichterung nach der Ernennung von Boris Johnson zum neuen Premierminister wieder in der Defensive“, schreibt Lee Hardman, Währungsanalyst bei MUFG. „Die Beförderung von harten Brexiteers auf Schlüsselpositionen im Kabinett steht im Einklang mit einer Regierung, die hart darauf drängen wird, den Brexit Ende Oktober mit oder ohne Regelung zu liefern.“

Ein EU-Austritt ohne Abkommen könnte Großbritannien in eine Rezession führen und erhebliche Folgen für den britischen Staatshaushalt haben. Das geht aus einer am vergangenen Donnerstag veröffentlichten Analyse einer unabhängigen Behörde im Auftrag der britischen Regierung hervor: London müsste im Falle eines No-Deal-Brexits jährlich 30 Milliarden Pfund (33,4 Milliarden Euro) an zusätzlichen Schulden aufnehmen, heißt es in dem Bericht des Office for Budget Responsibility, das regelmäßig Analysen zur Stabilität des britischen Haushalts im Auftrag der Regierung erstellt.

Mehr: Amerika und Großbritannien planen für die Zeit nach dem Brexit. Beide Seiten sehen darin eine Chance, die wirtschaftliche Partnerschaft zu stärken.

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