Chinesische Zentralbank Devisenreserven auf tiefstem Stand seit 2011

Die Devisenreserven in China schrumpfen weiter drastisch. Im Februar gingen sie um fast 29 Milliarden auf 3,2 Billionen Dollar zurück, so tief wie zuletzt im Dezember 2011. Wie lange wird das noch gutgehen?
Die chinesischen Devisenreserven sinken immer weiter. Quelle: Reuters
Yuan und Dollar

Die chinesischen Devisenreserven sinken immer weiter.

(Foto: Reuters)

PekingDie chinesischen Devisenreserven sind auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Im Februar summierten sie sich auf 3,2 Billionen Dollar, was einem Rückgang um fast 29 Milliarden Dollar entspricht. Einen niedrigeren Wert gab es zuletzt im Dezember 2011, wie aus den am Montag veröffentlichten Daten der Zentralbank hervorgeht.

China wirft seit Monaten Dollar auf den Markt, um angesichts der Konjunkturabkühlung den Abwertungsdruck auf die heimische Währung Yuan zu dämpfen und einen Kapitalabfluss in größerem Ausmaß zu verhindern. Die Reserven sind daher vier Monate in Folge geschrumpft. Sie sind aber nach wie vor die größten der Welt, obwohl sie 2015 mit 513 Milliarden Dollar so stark fielen wie noch nie.

Die Chronik des Drachensturzes
7. Januar 2016
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Enttäuschte Anleger, leere Hallen. Nach einer kurzen Beruhigung wird der Börsenhandel in Shanghai und Shenzhen am 7. Januar für den Rest des Tages ausgesetzt – nach gerade einmal einer halben Stunde. Damit geht der Donnerstag als der kürzeste Handelstag in die chinesische Börsengeschichte ein. Die Aktienmärkte waren erneut um mehr als sieben Prozent gefallen.

4. Januar 2016
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Bereits am 4. Januar wird der Handel nach einem an Chinas Aktienmärkten für den Rest des Tages ausgesetzt. Gleich am Tag seiner Einführung kommt damit ein Sicherungsmechanismus zum Zug, der zu große Schwankungen verhindern soll.

24. August 2015:
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Den letzte Sturz erwischt die Anleger im August. Der Shanghai Component Index fällt um 8,5 Prozent, der Shenzhen Component Index um 7,8. Das sorgt nicht nur in China sondern auch in den USA und Europa für große Verunsicherung.

27. Juli
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Auch im Juli müssen Chinas Anleger einen neuen Kurssturz verdauen. Die Börse Schanghai bricht um 8,5 Prozent ein auf 3.726 Punkte. Das ist der heftigste Kurssturz innerhalb eines Tages seit 2007. Auch der Leitindex an der zweitgrößten chinesischen Börse in Shenzen schloss mehr als acht Prozent tiefer...

Börse Schanghai bricht ein
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Grund für den Sturz: Die Anleger haben Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Dafür spricht, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging.

24. Juli
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Eine private Umfrage zeigt, dass der chinesische Industriesektor im Juni so stark wie seit 15 Monaten nicht mehr geschrumpft ist. Die wichtigsten Indizes Chinas in Shanghai und Shenzhen verlieren 1,3 und 1,8 Prozent. Damit endet eine seit rund drei Wochen andauernde Erholungsphase.

23. Juli
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Die chinesische Regierung sichert den Märkten erneut ihre Unterstützung zu. Die Anleger feiern die staatlichen Eingriffe. Der Shanghai Composite Index gewinnt mehr als zwei Prozent und schließt den sechsten Tag in Folge im Plus.

„Chinas Devisenreserven schmelzen wie Schnee im Frühling“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Sinken sie weiter in diesem Tempo, wären sie rechnerisch in nur zweieinhalb Jahren verbraucht. Chinas Regierung muss dringend handeln.“ Viele Firmen würden ihre Exporterlöse auf Dollar-Konten lassen, statt sie über die heimische Zentralbank in Yuan zu tauschen. „Hier kann die Regierung ansetzen und Druck auf die Unternehmen ausüben, den Kapitalexport zu reduzieren“, sagte Krämer.

Die Behörden könnten zudem Genehmigungen zum Kauf ausländischer Aktien, Anleihen und Beteiligungen verzögern. „In einem autoritären Staat kann all das eine Menge bewirken, zumal viele der großen Unternehmen dem Staat selbst gehören“, sagte der Commerzbank-Experte.

China hatte den Yuan im vergangenen August überraschend abwerten lassen. Zusammen mit dem langsameren Wachstum und der Aussicht auf höhere Zinsen in den USA steigt damit der Abwertungsdruck. „Im Februar hat die Regierung etliche Maßnahmen eingeleitet, die den Abfluss bremsen könnten“, sagte Ökonom Kevin Lai von Daiwa Capital Markets. Die Zentralbank selbst geht davon aus, dass sich der Abfluss der Devisenreserven im Laufe des Jahres normalisieren wird.

  • rtr
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