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Cybergeld Bitcoin im Höhenflug: Unruhige Börsen treiben Anleger in die Kryptowährung

Der Kurs der Digitalwährung ist zeitweise wieder auf mehr als 12.000 US-Dollar gestiegen. Als sichere Geldanlage taugt der Bitcoin trotzdem nicht.
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Die Kryptowährung gilt als schwankungsanfällig. Quelle: Reuters
Bitcoin

Die Kryptowährung gilt als schwankungsanfällig.

(Foto: Reuters)

Zürich Bloß kein Risiko eingehen: Rund um den Globus haben sich Anleger in den vergangenen Tagen aus den Aktienmärkten zurückgezogen. Doch während Leitindizes wie der amerikanische Dow Jones, der japanische Nikkei oder der Dax in Deutschland in den vergangenen Tagen tief in die Verlustzone rutschten, legte ausgerechnet die Cyberwährung Bitcoin kräftig zu. 

Innerhalb einer Woche hat die virtuelle Währung um mehr als 20 Prozent an Wert gewonnen. Bis Dienstagmittag kletterte der Bitcoin-Kurs auf bis zu 12.252 US-Dollar. Auch andere Internetwährungen waren in den vergangenen Tagen stark gefragt.

Manche Bitcoin-Anhänger sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Währung zu einer sicheren Anlagemöglichkeit wird, in dem sich Vermögen in Krisenzeiten risikoarm aufbewahren lässt. Doch an dieser Interpretation lässt sich angesichts der notorischen Kursschwankungen des Bitcoins zweifeln.

Angesichts der fallenden Aktienmärkte dürften vor allem Anleger in Asien Vermögenswerte in den Bitcoin umgeschichtet haben, vermuten Branchenbeobachter. „Es hat wohl viel mit der Kapitalflucht aus China zu tun, nach Trumps Zollankündigung“, sagt Tom Maxton von der Blockchain-Firma CoolBitX. 

Der Bitcoin-Analyst Timo Emden verweist dagegen auf die Kurswende der US-Notenbank Fed, die den Bitcoin attraktiver gemacht habe. Ende Juli hatten die Notenbanker die Leitzinsen erstmals seit zehn Jahren wieder gesenkt. „Es scheint, als hätten die US-Notenbank Fed und Donald Trump den Krypto-Märkten aus ihrem Sommerloch verholfen“, sagt Emden. Der Bloomberg-Analyst Mike McGlone sieht Anzeichen für eine „Buy and Hold“-Strategie, also eine langfristige Umschichtung von Vermögenswerten in die digitale Währung.

Häufige Cyberangriffe

Ob nun die Notenbankpolitik oder der Handelskrieg mit China die Bitcoin-Rally ausgelöst hat: Gemeinsam haben die Erklärungsversuche, dass sie den Bitcoin zunehmend als „sicheren Hafen“ darstellen. Damit sind Anlagemöglichkeiten gemeint, die sich bei einer Korrektur an den Märkten als wertstabil erweisen, weil ihr Kurs nicht mit anderen Anlageklassen korreliert. Als sicherer Hafen gelten traditionell etwa Gold oder Währungen wie der Schweizer Franken.

Aber taugt der Bitcoin als sicheres Mittel zur Wertaufbewahrung? Bitcoin-Fans muss man davon nicht überzeugen: „Die Menschheit hat einen regierungsunabhängigen, sehr sicheren Mechanismus zum Speichern von Werten erschaffen, der überall dort existiert, wo es Internet gibt“, sagte etwa Jeremy Alaire, der Chef der Blockchain-Firma Circle, dem US-Fernsehsender CNBC.

Tatsächlich wird der Bitcoin von seinen Nutzern über die Blockchain kontrolliert – es gibt also keine Notenbank, die den Kurs der Währung steuert. Damit lässt sich die virtuelle Währung von Staaten kaum kontrollieren. Doch als sicherer Hafen ist der Bitcoin dennoch ungeeignet.

Der Bitcoin selbst gilt zwar als sehr sicher. Die Börsen, an denen er gegen andere Währungen getauscht werden kann, werden jedoch immer wieder das Ziel von Cyberangriffen. Einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen zufolge soll etwa Nordkorea systematisch Bitcoin-Börsen ins Visier genommen haben, um sein Nuklearprogramm zu finanzieren.

Das Land, das internationalen Sanktionen unterliegt, habe so mehr als zwei Milliarden Dollar für Massenvernichtungswaffen erschlichen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einem geheimen UN-Bericht. Nordkorea habe „Einkommen auf Wegen machen können, die schwieriger nachzuverfolgen sind und weniger von Regierungen überwacht und reguliert werden als der traditionelle Bankensektor“.

Vor allem gilt die virtuelle Währung aber als notorisch anfällig für Schwankungen. Erst vor wenigen Wochen war der Bitcoin-Kurs kräftig gefallen, nachdem sich Regulierer skeptisch über Facebooks geplante Internetwährung Libra geäußert hatten. Zuvor hatte der Bitcoin kräftig zugelegt, nachdem Facebook die Pläne für die Internetwährung vorgestellt hatte.

Dabei spielt der Bitcoin in den Plänen von Facebook eigentlich gar keine Rolle. Entscheidend war, dass sich Bitcoin-Fans von den Plänen mehr Auftrieb für ihre eigene Währung erhofften – und dann enttäuscht wurden. Was heute noch wie eine vernünftige Erklärung scheint, kann in der Bitcoin-Welt schon morgen Makulatur sein.

So wirkt auch das jüngste Kursplus beim Bitcoin wenig erbauend, wenn man es in Relation zur vergangenen Kursentwicklung setzt. Seit seinem Allzeithoch im Dezember 2017 hat der Kurs rund 38 Prozent nachgegeben.

Mehr: Facebooks Kryptowährung könnte Staaten entmachten. Wenn die Libra erfolgreich wird, hätten vor allem die USA die Kontrolle.

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