Deflationsangst Star-Investoren flüchten aus Gold

George Soros gehörte lange zu den größten Gold-Fans. Doch die Preisrally des Edelmetalls ist dem Hedge-Fonds-Manager zu heiß geworden. Auch andere Investoren verkauften Gold aus Sorge vor der „ultimativen Blase“.
Update: 17.05.2011 - 13:53 Uhr 9 Kommentare
Soros, hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, hat Gold für 800 Millionen Dollar verkauft. Quelle: dpa

Soros, hier beim Weltwirtschaftsforum in Davos, hat Gold für 800 Millionen Dollar verkauft.

(Foto: dpa)

New York/BostonUS-Star-Investor George Soros hat im ersten Vierteljahr 2011 fast seine gesamten Gold-Bestände im Wert von knapp 800 Millionen Dollar verkauft. Einige andere große US-Investoren – etwa Eric Mindich und Paul Touradji – zogen sich ebenfalls aus dem Edelmetall zurück, wie aus Meldungen an die US-Börsenaufsicht SEC vom Montag hervorgeht. Der bekannte Gold-Optimist John Paulson hielt dagegen an Gold fest.

In den USA sind institutionelle Investoren dazu verpflichtet, ihre Transaktionen quartalsweise an die SEC zu melden. Diese Dokumente bieten den besten Einblick in die Spekulationen von Hedgefonds.

Soros hatte die Preisentwicklung beim Gold schon Anfang 2010 als die „ultimative Blase“ bezeichnet. Den SEC-Daten zufolge stieß er sein Gold lange vor dem jüngsten Preisrutsch am Rohstoff-Markt ab – Berichte über seine Verkäufe waren einer von mehreren Auslösern für den Kollaps der Kurse.

Um in Gold zu investieren, hatten die Wall-Street-Größen vor allem auf börsennotierte Indexfonds (ETFs) zurückgegriffen, die Barren in ihren Portfolios hielten. Soros besaß Ende März Anteile am weltweit größten Produkt dieser Art, dem SPDR Gold Shares, und ähnlichen Fonds im Wert von sieben Millionen Dollar, wie der SEC-Bericht zeigte. Das war nur noch ein Bruchteil der 774 Millionen Dollar, die er Ende Dezember 2010 entsprechend angelegt hatte.

In den vergangenen Jahren hatte Soros die Engagements seiner Hedge-Fonds in Gold-ETFs schrittweise ausgebaut. Am SPDR Gold Shares hielt er Ende März noch 49.400 Anteile, Ende 2010 waren es 4,7 Millionen gewesen. Seine fünf Millionen Anteile am iShares Gold Trust habe Soros in dieser Zeit komplett abgestoßen.

Soros' Verkäufe ergäben Sinn, sagte Mark Luschini, Chef-Investmentstratege beim Finanzdienstleister Janney Montgomery Scott aus Pittsburgh. Denn der Hedge-Fonds-Manager habe seine Gold-Investitionen mit der Furcht vor einer Deflation begründet. Angesichts der jüngsten Entwicklungen sei eine derartige Entwicklung jedoch unwahrscheinlicher geworden.

Eric Mindich, Chef der des Hedge-Fonds-Anbieters Eton Park Capital Management, hat seine Investitionen in Gold-ETFs der SEC zufolge im ersten Quartal halbiert. Und Paul Touradji, der einen der weltweit größten Hedge-Fonds auf Rohstoffe verwaltet, verkaufte Anteile am SPDR Gold Shares im aktuellen Wert von 25 Millionen Dollar.

Aus der Reihe tanzte lediglich der bekennende Gold-Optimist John Paulson. Er hielt an seinen 31,5 Millionen Anteilen am SPDR Gold Shares im Wert von 4,4 Milliarden Dollar fest. Damit war er auch Ende März der größte Anteilseigner dieses ETFs.

  • rtr
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9 Kommentare zu "Deflationsangst: Star-Investoren flüchten aus Gold"

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  • Es wundert mich, daß Sie - Das Handelsblatt - diesen Unsinn noch online belassen !

    Ist doch von der Wirklichkeit schon längst überholt. Der Goldpreis wird kaum noch unter 1500 absinken und ab August gehts stramm nach Norden !

  • Kleines Goldupdate ( 6.06. 2011, 15: 06 ):
    Goldpreis:
    33989 EÛR das Kilo (verkauf)- Zuerich
    33921 EUR das Kilo (Ankauf) - Zuerich

    ...wie war das noch mit der sinkenden Nachfrage...?...

  • Auch ich besitze physisches Gold. Ich werde auch verkaufen......wenn:

    Mir schlüssig und nachhaltig bewiesen wird, daß die monetären Probleme dieser
    Welt, die den Goldpreis seid ca. 10 Jahren kontinuierlich(nicht hektisch) steigen lassen vom Tisch sind. Ist es da etwa j e t z t schon so weit ??

  • Im Handelsblatt habe ich noch etwas positives über Gold und Silber gelesen !

    Hier wird nur das Mantra der Banken und Zentralbanken gebetet: Keine Edelmetalle sondern wenn schon Geld anlegen, dann Aktien und Staatspapiere.

    Edelmetalle in physischer Form selbst gehalten sind der grösste Feind der Bankenund ZBs, da sie es nicht kontrollieren und inflationieren können.

    Es ist ei Witz, wenn die EZB bis 2% Inflation von Preisstabilität redet, das sind in 10 Jahren über 20% Wertverlust, aber wir haben längst 5 - 7 % Inflation !
    Wer kann schon Flachbildschirme oder Handys essen, die billiger geworden sind, aber Karoffeln für 30 - 40 Euro pro Zentner, Rotbarschfilet für 22,90 pro Kilo, usw. , fragen Sie doch mal Ihre Frauen, was das alles so kostet !

    Der Euro hat sich seit der Einführung annähernd halbiert im Wert, d.h. 100 Euro gleich 100 DM !

    Diese Inflation ist gewünscht um die Staatschulden erträglicher zu machen und auch der niedrige Zins derzeit.Es ist nahezu unmöglich die Zinsen der Inflation anzupassen, dann wären die PIIGS-Staaten sofort am Ende und auch wir müßten für unsere Staatschulden ein mehrfaches zahlen.
    Ich würden wetten, dass wir innerhalb der nächsten 2 Jahre mit der Inflation in den 2-stelligen Bereich kommen !

    Was sind dann Ihre Ersparnisse, Ihre Lebensversicherungen
    Ihre Aktien, Ihre Festverzinslichen noch wert ?

    Inflation ist eine verbrecherische heimliche Beraubung !

  • Kilopreis (Zèrich) 1 Kg Gold (Barren) um 16: 02:
    Ankauf : 33601 EUR, Verkauf: 33622 EUR

    Komisch, eine sinkende Nachfrage sieht aber anders aus...
    ...nur schoen weiterschwàetzen, die Zahlen sagen was anderes...trau schau wem

  • Die Big Bosse kaufen im Hintergrund kräftig ein. Gut, dass doch ein paar verkaufen !

  • Soros hat ETF-Anteile verkauft, keine physischen Goldbestände - durchaus plausibel, dass er versuchtt, mittels solcher Verlautbarungen den Goldpreis etwas nach unten zu reden, um sich billiger mit physischem Material eindecken zu könnnen.
    Egal, zudem ist Soros kein Investor (im Sinne eines seriösen Anlegers), sondern allenfalls kurzfristig orientierte Händler und Spekulant.
    Man sollte sich nur davor hüten, derartige Verlautbarungen (oh je, Soros hat dies oder das getan oder gesagt) zum Maßstab des eigenen Handelns zu machen...
    Soros tut das, was ihm und den Nutznießern seiner Aktivitäten kurzfristige Gewinne verspricht.
    Der deutsche Normalverdiener und Kleinsparer sollte nachdenken, was er tun kann, um seine kümmerlichen Ersparnisse mit mobilen Sachwerten zu sichern...

  • Die "ultimative" (= zuletzt platzende) Blase ist der US-Dollar. Das sehen übrigens andere Star-Investoren genauso, z.B. Bill Gross von Pimco, der sich systematisch von US-Staatsanleihen verabschiedet hat.

  • Witzig diese sogenannten Star-Investoren. Einfach mal schnell ein bissch Gold verkaufen und sofort Infos an die Medien liefern. Alle Idioten werfen schnell ihr Gold raus und der Preis sinkt. Dann sclagen sie wiedder zui die Star-Investoren. Der Kleinanleger kommt nich so schnell mit. Funktioniert alless so einfach wenn die Medienn gut mittspielen

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