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Devisen Brasilianischer Real belastet Exporteure

Ob der brasilianische Real eine Rohstoffwährung ist oder nicht - darüber wird in Brasilien seit Monaten heftig gestritten. "Brasilien ist kein typischer Rohstoffexporteur, dessen Wechselkurs von der Handelsbilanz abhängt", sagt Henrique Meirelles, Präsident der Zentralbank. Sein Argument: Brasiliens Wirtschaft ist nur zu 15 Prozent vom Außenhandel abhängig.
Blick auf den Containerhafen in Santos. Quelle: dpa

Blick auf den Containerhafen in Santos.

(Foto: dpa)

SAO PAULO. "Brasilien ist eine große Ökonomie mit einem großen Binnenmarkt", erklärt Meirelles den Kritikern, die sagen, dass seine Geld- und Wechselkurspolitik der Grund dafür sei, dass Brasiliens Rohstoffexporte den brasilianischen Real so stark machten.

Starker Anstieg

Die brasilianische Währung hat seit Jahresende rund 40 Prozent gegenüber dem Dollar an Wert gewonnen. Industrieverbände, aber auch Agrar- und Rohstoffexporteure klagen über den starken Real, der ihre Produkte im Ausland verteuert und Importe immer billiger - und damit konkurrenzfähiger - werden lässt. "Brasilien darf wegen seines Wechselkurses nicht sein technisches Potenzial aufs Spiel setzen", mahnt deshalb Luciano Coutinho, Präsident der staatlichen Entwicklungsbank BNDES. Eine Desindustrialisierung sei eine konstante Bedrohung Brasiliens.

Prognosen

Fast alle Analysten prognostizieren, dass der Real weiter an Wert gewinnen wird. Andre Loes von HSBC sagt: "Auch die steigenden Importe und Gewinnüberweisungen der Konzerne ins Ausland werden nicht vermeiden, dass Brasilien "Überschussdollar" haben wird." Gründe für die Aufwertung ist der stark zunehmende Zufluss ausländischen Kapitals: Sowohl auf die brasilianischen Finanzmärkte als auch an die Börse fließen große Summen. Das Investment-Rating, das Brasilien von der Ratingagentur Moody's erhalten hat, werde dazu führen, dass institutionelle Investoren sich noch stärker in Brasilien engagieren werden.

Maßnahmen

Der Zentralbank wird nichts anderes übrig bleiben, als weitere Dollar aufzukaufen: Brasiliens Devisenreserven sind in der Krise noch weiter auf inzwischen rund 220 Mrd. Dollar gestiegen - und haben entscheidend dazu beigetragen, dass Brasilien kaum unter der internationalen Finanzkrise gelitten hat.

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