Devisen Euro fällt auf tiefsten Stand seit Anfang 2006

Der Euro bleibt wegen der Aussicht auf ein weiteres Öffnen der Geldschleusen durch die EZB und der unsicheren Lage im Krisenland Griechenland unter Druck. Er ist so billig wie zuletzt vor neun Jahren.
Update: 05.01.2015 - 07:06 Uhr 22 Kommentare

Grexit-Debatte schickt Euro auf Talfahrt

SingapurIn den ersten Handelsstunden der neuen Woche ist der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung am Montag bis auf 1,1864 Dollar gefallen. Das war der tiefste Stand seit März 2006. Zuletzt konnte sich der Euro allerdings etwas erholen, lag aber mit 1,1938 Dollar immer noch deutlich unter der Marke von 1,20 Dollar, unter der er zuletzt im Sommer 2010 gestanden hatte.

Händler begründeten die erneuten Kursverluste mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sowie der Lage in Griechenland. Drei Wochen vor der dortigen Neuwahl ist die Debatte über einen Austritt des Krisenlandes aus der Euro-Zone wieder voll entbrannt. Auslöser ist ein „Spiegel“-Bericht, nach dem die Bundesregierung ein Ausscheiden des hoch verschuldeten Landes aus der Währungsgemeinschaft inzwischen für verkraftbar hält. Am Montag griff auch Vizekanzler Sigmar Gabriel in die Debatte ein.

Mit dem Rückgang setzt der Euro die Talfahrt der vergangenen Monate fort. Im Mai des vergangenen Jahres hatte die europäische Gemeinschaftswährung noch fast 1,40 Dollar gekostet, verlor dann aber kontinuierlich an Wert. Die EZB hatte im Sommer als erste große Notenbank der Welt „Strafzinsen“ für Einlagen von Banken eingeführt. Das heißt, dass die europäischen Geldhäuser für bei der Zentralbank geparktes Geld Zinsen zahlen müssen, anstatt wie sonst üblich welche zu bekommen.

EZB-Präsident Mario Draghi will damit die Kreditvergabe und damit die Wirtschaft vor allem in Südeuropa ankurbeln und eine zu niedrige Inflation verhindern. Bisher verpuffte dieser Schritt allerdings größtenteils. Draghi hatte daher zuletzt immer wieder angekündigt, zu weiteren Schritten bereit zu sein. Erst am Freitag hatte er in einem Interview mit dem Handelsblatt diese Bereitschaft noch einmal bekräftigt und damit den Euro-Kurs in Richtung 1,20 Dollar gedrückt.

„Das Risiko, dass wir unser Mandat der Preisstabilität nicht erfüllen, ist höher als vor sechs Monaten“, sagte er der Zeitung. Die Europäische Zentralbank sei deshalb in technischen Vorbereitungen, „um den Umfang, das Tempo und die Zusammensetzung unserer Maßnahmen Anfang 2015 zu verändern, sollte dies notwendig werden, um auf eine lange Periode zu niedriger Inflation zu reagieren“.

Die Aussagen zerstreuten laut Händlern die letzten Zweifel, dass die Notenbank im Kampf gegen die zu niedrige Inflation schon bald mit dem umstrittenen Kauf von Staatsanleihen beginnen wird. Während die Euro-Zone damit auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zusteuert, bewegt sich die US-Notenbank auf eine Straffung ihrer Geldpolitik zu. Die Aussicht auf eine erste Zinserhöhung in den USA nach der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise beflügelt den Dollar und setzt den Euro im Gegenzug immer stärker unter Druck.

  • dpa
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22 Kommentare zu "Devisen: Euro fällt auf tiefsten Stand seit Anfang 2006"

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  • Wenn die Griechen aus dem Euro austreten wollen wird sofort eine Flugverbotszone errichtet. Sollten die Griechen nicht zu Vernunft kommen, muss man sofort einen Bombenteppich legen, damit der Terror und die Massenvernichtungswaffen in Griechenland zerstört werden.
    Danach kann man sich die letzten Bodenschätze und Rohstoffe unter den Nagel reißen.
    Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan, Yugoslawien, Ukraine, Vietnam. Die Liste könnte man noch wesentlich länger gestalten. Alle diese Länder wurden von den USA destabilisiert um riesige Gewinne einzufahren. Ich frage mich, wer sind jetzt die Terroristen?

  • @ jantschik:

    Da alle Verträge von allen bereits mehrfach gebrochen und umgangen wurden, gelten sie nichts. Dazu ist die Macht des Faktischen stets stärker als alles auf Papier Festgehaltene.

    Wer will, tritt aus. Dagegen gibt es kein wirksames Mittel.

  • EU-Kommission: Mitgliedschaft im Euro ist unwiderruflich
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 05.01.15 17:18 Uhr

    Die EU-Kommission teilte am Montag mit, dass ein Austritt aus der Euro-Zone grundsätzlich nicht möglich sei. Der Euro sei gekommen, um zu bleiben.

    Der Euro soll nach den Vorstellungen seiner Retter bis zum Jüngsten Gericht existieren.

    Der Euro soll nach den Vorstellungen seiner Retter bis zum Jüngsten Gericht existieren. (Foto: dpa)

    In der Debatte um einen möglichen Ausstieg des hochverschuldeten Griechenlands aus der Eurozone hat die EU-Kommission an europäisches Recht erinnert. Der EU-Vertrag lege fest, „dass die Mitgliedschaft im Euro unwiderrufbar ist“, sagte eine Sprecherin der Behörde in Brüssel.

    „Der Euro ist da, um zu bleiben. Der Euro hat seine Belastungsfähigkeit bewiesen“, sagte sie mit Blick auf die Schuldenkrise in den vergangenen Jahren.


    Wenn Griechenland aber austreten will, schickt dann Brüssel Panzer ?

  • @Herr Manfred Zimmer:

    »…untätig mitansehen«?
    Heute ist Montag und es werden wieder 10tausende auf die Straße gehen, dass einige Neonazis darunter sind passt den sog. etablierten Parteien in den Kram, da muss man dann auf die vielen Benachteiligten unserer Gesellschaft nicht hören. Bisher gab es bei allen größeren Demos Provokateure, von wem auch immer gedungen.

  • Wenn weltweit als fast einziger Draghi weiter Geldschwemme ankündigt, ist es kein Wunder, wenn das Geld flieht.

    Überrenditen lassen sich überall auf der Welt erzielen - nicht nur in USA, wo sogar aktuell mehr Zins zu bekommen ist. Gleiches gilt für GB, wo dazu ebenso Zinserhöhung angekündigt ist.

    So wird die EZB erreichen, daß in Europa kein Geld mehr aufzutreiben sein wird, weil es - oft stark gehebelt dazu - anderswo auf der Welt angelegt wird.
    So läßt sich weder sein angekündigtes Ziel erreichen noch sinnvolle Geldpolitik machen.

    Daher ist eher wahrscheinlich, daß nichts geschehen wird - trotz aller wilden Sprüche.

    Wir haben aktuell Preisstabilität, keinerlei Befürchtungen Richtung De- noch Inflation.
    Was will man denn mehr.
    Es sei denn, man verfolgt in der EZB Interessen von Freunden, Kumpels und Cronies - auf Kosten der Steuerzahler.

  • Euro-Zone auf der Kippe?

    Merkel und Schäuble bereiten Notfall-Plan vor.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/04/euro-zone-auf-der-kippe-merkel-und-schaeuble-bereiten-notfall-plan-vor/

  • Es stellt sich damit also die Frage, wie erfolgreich waren jetzt unsere Politiker und Währungshüter?

    Zieht man den Eurowechselkurs als dessen Indikator heran, ist die Bewertung durch die Marktteilnehmer eindeutig, einfach "alternativlos".

    Ungeachtet dessen muss man konstatieren, dass Deutschland ein sehr reiches Land sein muss. Wir müssen so reich sein, dass wir uns solches Fehlverhalten von Politikern und Währungshütern untätig mitansehen. Wir müssen sogar bescheinigen, dass wir verantwortungslosen Politikern mit fremden Geld, unserem Steuergeld, unverantwortlich umzugehen.

  • Euro fällt auf tiefsten Stand seit Anfang 2006

    ------------------------------------------------

    Seit 2006 ist etwa in Deutschland nichts besser geworden auf

    dem Arbeitsmarkt.

    Seit 2006 lebt die EU-Wirtschaft davon dass die EU-Sparer (etwa in Deutschland ) Ihre Spareinlagen abgehoben haben und es Hoffentlich bald alles ausgeben bevor es dem Konsum die Luft ausgeht.

    In der EU gibt es 30 MILLIONEN EU-ARBEITSLOSEN...

    In DEUTSCHLAND gibt es 6 MILLIONEN HARTZ 4 EMPFÄNGER...

    die den Konsum niemals steigen lassen können.

    Also wird Geld gedruckt und nochmals Geld gedruckt...

    schön versteckt und schön verpackt...

    da jeder sich über Neue fälschungssichere EU-Geldscheine freut...

    und dabei steigt eben schön versteckt der Geldentwertung durch immer mehr Gelddruck.

    Wenn der Händler seine Winter-Ware alle ausverkaufen will...

    dann kommt es zu Rabatt-schlachten...

    die EU macht das gleiche für den Export durch herab setzen

    des Euro-Wertes.

    Die Schweiz hat nun die Grenze erreicht wo der EURO-Kurs beginnt richtig an der Schweizer Franken Kopfschmerzen zu machen.

    Die EU hat aber immer noch alles im Griff...

    lasst uns darüber kräftig lachen ( über die EU ).



  • <mailto:edgar.most@zentral-bank.eu> Diejenigen die noch dabei sind sitzen WELTFREMD in ihrem Elfenbeinturm und realisieren gar nicht mehr was um Sie herum passiert.

    Nachweis: https://www.zentral-bank.eu "(for your IP "
    " from a prefix not originating in AS31614)" Lassen Sie sich das mal von ihrem Provider erklären was das bedeutet.

  • An alle die anfangen Gold zu horten, weil der Weltuntergang mal wieder vor der Tür stehen soll:
    Selbst in den Jahren 1920 - 1923, also die Zeit der Hyperinflation, das Trauma des Michel quasi, haben Aktien Gold um 70 % geschlagen.
    http://www.goldseitenblog.com/daniel_haase/index.php/2011/02/26/marc-faber-hat-recht-aktien-schuetzen-vo

    Das Geld, was auch die Institutionellen in den Jahren 2007-2009 panikartig in Staatsanleihen geschichtet haben, wird den Weg zurück an den Aktienmarkt suchen, weil man für Anleihen nur noch einen mickrigen Zins erhält. Soll ich mich aufregen? Nö!

    Ich freue mich und investiere in werthaltige Aktien, die noch eine nette Dividende abwerfen. Profitable, gesunde Unternehmen.
    Ein Blick in die Geschäftsberichte vieler deutscher Unternehmen zeigt mir, dass die Risiken in Sachen Russland lächerlich und überschaubar sind. Hier wurde und wird bewusst ein Popanz aufgeblasen.
    Das Leben ist schön und God bless America!


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