Devisen Euro fällt auf tiefsten Stand seit über elf Jahren

Der Euro ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren gefallen. Ein Euro kostet am Nachmittag nur noch 1,1065 Dollar. Das lag auch an starken Wirtschaftsdaten aus den USA.
Update: 04.03.2015 - 17:11 Uhr 16 Kommentare

Euro auf tiefsten Stand seit 2003

FrankfurtDer Eurokurs ist am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren gefallen. Händler machten die günstigere Konjunktur in den USA für die Entwicklung verantwortlich. Am späten Nachmittag kostete ein Euro 1,1065 US-Dollar und damit einen ganzen Cent weniger als am Morgen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1124 Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8990 Euro.

Die am Nachmittag veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus den USA stützten den Dollar. So hat sich die Stimmung im Dienstleistungssektor im Februar überraschend aufgehellt. „Positiv hervorzuheben ist der deutliche Anstieg der Beschäftigungskomponente“, schrieb Ulrich Wortberg, Devisenexperte bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dieser Anstieg spreche für ein deutliches Stellenplus im Februar. Die US-Notenbank berücksichtigt bei ihrer Geldpolitik sehr stark den Arbeitsmarkt.

In der Eurozone enttäuschten die Daten aus dem Dienstleistungssektor hingegen. So hat sich hier die Stimmung laut einer zweiten Erhebung im Februar weniger stark verbessert als zunächst ermittelt. Zudem verfehlten die Zahlen aus Italien merklich die Erwartungen. Händler führten die Kurseinbußen zudem auf eine Entscheidung des EuGH zurück. Das Gericht der Europäischen Union erklärte eine Vorgabe der Europäischen Zentralbank (EZB) für nichtig, wonach die Abwicklung von großen Wertpapier-Geschäften in Euro auch im Euroraum stattfinden muss. Dies ist ein Erfolg für den Finanzplatz London.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7259 britische Pfund, 133,15 japanische Yen und 1,0694 Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1199,50 Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34.250,00 Euro.

  • dpa
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16 Kommentare zu "Devisen: Euro fällt auf tiefsten Stand seit über elf Jahren"

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  • Draghi ist ein Scharlatan, dem das Wohlergehen der Deutschen total egal ist und Merkel und ihr Laienspieler Schäuble schauen nur zu, verkaufen unsere Bürger anstatt deren Interessen zu vertreten; pfui Teufel.

  • Alle, die bezweifeln, daß die Gelddruckorgieen der EZB und die künstlich nach unten manipulierten Zinsen zu Inflation und Geldentwertung führen, und die dabei auf relativ niedrigen Preisstegerungsraten verweisen, mögen einmal über folgenden Sachverhalt nachdenken:

    Angekommen ist die Inflation bei den Vermögenswerten. Angekommen ist sie damit aber auch bei der Altersversorgung. Jemand, der heute 30 Jahre alt ist und privat für sein Alter vorsorgen will, muß angesichts des EZB- Zinsraubs bzw. der in aberwitzige Höhen gestiegenen Anleihekurse sehr viel mehr Geld dafür ausgeben als noch vor ein paar Jahren. Wer für sein Alter vorsorgen will, bekommt die ganze Wucht der Inflation heute schon zu spüren.

  • Der Euroraum wird immer mehr zu einem Gefängnis.
    In der Schweiz kostet ein Wiener Schnitzel umgerechnet 50 Euro, in Norwegen kostet ein Schachtel Zigaretten 21 Euro, in Griechenland spukt man uns in Essen - tolle Sache der Euro.

  • Es ergibt doch keinen Sinn, wenn jemand eine schwache Währung (womöglich seine Eigene), als Geschenk ansieht. Was soll das bringen? Billige Exporte? Wenn Ausländer billige Importe haben wollen ,kaufen sie ihre Waren z.B. von China. Was pfiffige Investitionen angeht. Sagen sie mir mal welche. Aktien? Ich hoffe in drei Monaten kann ich auch wieder einen Kommentar zu diesen oder ähnlichen Themen lesen. Mal schauen was sie dann schreiben. Herr Mustermann

  • Der EURO wurde "künstlich" abgesenkt, damit Russland schlecht seine EURO in Dollar tauschen kann, weil er so niedrig ist.

    Gleichzeitig ist der Ölpreis gefallen, soll aber für Europa und Russland "teuer" bleiben. Dazu senkt man den Währungskurs gegen unsere Interessen.

    Russland kann durch den niedrigen Öl-Preis kein Geld verdienen.

    FAZIT: der niedrige EURO und Öl-Preis gleicht sich für die Euro-Länder aus - hat aber MASSIV Nachteile für Russland. Gleichzeitig wird USA durch den "künstlich" starken Dollar zu Aufkäufen in Europa ermuntert - als Vorgeschmack von TTIP. Über Europa dagegen Verwesungs-Geruch und Krise.

    Alles abgekart und mieses Spiel.

  • @Herr Carsten Kanter

    "..... und korrupte Regierungen im Süden werden dagegen verschont"

    Da muß ich Ihnen aber widersprechen.

    Ohne die Hilfe der korrupten Regierungen in Luxemburg, BRD, GB, F,...
    und GoldmanSachs u.a. aus USA-GB und FED
    hätte Griechenland nie in die Euro-Zone kommen können,
    es hätte keinen 2. Irak-, Afghanistan-, Syrien- und nun Ukraine-Krieg, sowie die Abschlachtungen und Zerstörungen in GAZA und Westjordanland nicht gegeben.

    Man schafft neue Feindbilder - Rußland und Moslems.
    Warum wird nichts über die Verbrechen der Amis, Briten, Franzosen u.a. an den deutschen Frauen und Mädchen bei der Besetzung der BRD ab 1945 berichtet und gezeigt?

    Sie Verbrechen der Amis in Vietnam und Irak und siehe die Parallelen.

    Wer hier regiert?

    Siehe z.B. wikileaks und Mörder mit Hubschrauber im Irak, die Zivilisten und Helfer ermorden und sich lustig darüber machen-
    und vergleiche

    http://www.welt.de/politik/ausland/article114155231
    "Ich habe dieselben Grausamkeiten begangen wie Tausende andere Soldaten: Ich habe an Operationen in 'Feuer-Frei-Zonen' teilgenommen ... Maschinengewehre auf Befehl in ,Search and Destroy'-Aktionen gegen Menschen eingesetzt ... Dörfer niedergebrannt ... All das wider die Gesetze der Kriegsführung, wider die Genfer Konvention...als Teil der offiziellen Regierungspolitik."
    Der Name des Mannes war unter Militärs so berüchtigt wie seine Eloquenz: John Forbes Kerry. 42 Jahre nach der Selbstbezichtigung als Komplize von Kriegsverbrec

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Nein nicht mit Frankreich. Dazu müssten Sie sich mit den französischen Staatsmännern auseinander setzen, dann wüssten Sie, dass das nicht stimmen kann.

    Europa wäre viel früher, direkter und unmittelbarer durch Russland destabilisiert und bedroht worden - so wie es heute der Fall ist!

  • Herr Vogels,
    eine kleine Frage hätte ich da noch:

    Sie schlagen "Raus aus dem Euro" vor. Welche Alternative haben Sie zu bieten?

    Immer wieder benutzen afd-Politiker, die gleichen Phrasen (zu anderen Themen), aber sie bleiben uns valide Alternativen schuldig!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • "Ohne Eurozone hätten wir schon viel eher Game-Over."

    Stimmt.
    Außerdem hätten wir auch schon längst wieder Krieg zwischen Deutschland und Frankreich.

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