Devisen Euro klettert über 1,12 Dollar

Der Euro hat sich am Montag von den deutlichen Verlusten der vergangenen Woche erholt. Die Gemeinschaftswährung gilt vermehrt wieder als sicherer Hafen in volatilen Zeiten.
Update: 31.08.2015 - 16:12 Uhr Kommentieren
Wie entwickelt sich die Inflation in Europa? Diese Frage stellen sich die Anleger am Montag. Quelle: dpa
Euro legt gegenüber Dollar zu

Wie entwickelt sich die Inflation in Europa? Diese Frage stellen sich die Anleger am Montag.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainDer Euro hat am Montag erstmals nach vier Verlusttagen zum Dollar wieder zugelegt. Zuletzt war die Gemeinschaftswährung bei 1,1238 Dollar 0,5 Prozent fester. Im vorläufigen Tageshoch wurden 1,1262 Dollar erreicht. Für den August steuert der Euro auf einen Gewinn von 2,3 Prozent zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitagmittag auf 1,1268 Dollar festgesetzt.

Nach den Äußerungen von EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Wochenende in Jackson Hole könnte EZB-Chef Mario Draghi sich bei der Zinsentscheidung diese Woche optimistischer zur konjunkturellen Lage der Eurozone äußern, erwartet die Commonwealth Bank of Australia in einer aktuellen Einschätzung. Die „Region hat das Schlimmste hinter sich“, und das stütze den Euro.

Unterstützung erhielt der Euro zudem dadurch, dass er verstärkt als sicherer Hafen in volatilen Zeiten angesehen wird. „Der Risikofaktor bleibt der Antrieb für die Devisenmärkte”, sagt Thu Lan Nguyen, Devisenstratege bei der Commerzbank AG in Frankfurt. „Vor diesem Hintergrund werden Euro und Yen bei einem Anstieg der Risikoabneigung die Hauptnutznießer bleiben. Sie werden derzeit als ultimative sichere Häfen angesehen.”

Währungen, die Anleger schockierten

CNY/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

-0,00 -0,78%
+0,13
Chart von CNY/EUR
Chinesischer Renminbi Yuan
1 von 8

Für den Yuan ging im August besonders kräftig abwärts: Die Senkung der Leitzinsen, die Abwertung durch die Notenbank und der Crash an der Börse ließen die chinesische Währung um 6,7 Prozent gegenüber dem Euro abwerten.

RUB/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

-0,00 -0,89%
+0,01
Chart von RUB/EUR
Russischer Rubel
2 von 8

Chinesischer Marktsturz hin oder her: Der Rubel ist ohnehin seit Monaten und sogar Jahren auf Talfahrt. Die Sanktionen und der niedrige Ölpreis machen der russischen Wirtschaft zu schaffen. Innerhalb eines Monats ging es um gut 16 Prozent gegenüber dem Euro abwärts. Innerhalb eines Jahres beläuft sich das Minus auf sogar 40 Prozent.

HKD/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

+0,00 +0,04%
+0,11
Chart von HKD/EUR
Hongkong Dollar
3 von 8

Unter die Räder ist auch der Hongkong Dollar gekommen, den die Abstürze an der chinesischen Börse nicht unberührt ließen. Gegenüber dem Euro hat er innerhalb eines Monats rund 3,6 Prozent verloren. Dafür hat der Hongkong Dollar innerhalb des vergangenen Jahres um fast 15 Prozent gegenüber dem Euro aufgewertet.

SWISS FRANC / EURO

WKN
ISIN
Börse
FX

+0,00 +0,00%
+0,86
Chart von SWISS FRANC / EURO
Schweizer Franken
4 von 8

Der Schweizer Franken hat gegenüber dem Euro seit Anfang August verloren. Seit Jahresbeginn steht allerdings ein dickes Plus unterm Strich: Der Schweizer Franken hat um 11,3 Prozent zugelegt. Geschuldet ist dies der Aufhebung der Koppelung des Franken an den Euro. Die Schweizer Notenbank hatte die Koppelung Anfang des Jahres aufgehoben, wonach der Franken rapide aufwertete.

JPY/EUR

WKN
ISIN
Börse
XRATE

+0,00 +0,42%
+0,01
Chart von JPY/EUR
Japanischer Yen
5 von 8

Die japanische Währung erlebte gegenüber dem Euro einen leichten Knick, konnte sich aber wieder erholen. Interessanter ist jedoch die langfristige Betrachtung. Wegen der beispiellosen Geldflut der japanischen Notenbank geht der Yen seit Jahren auf Talfahrt. Innerhalb der letzten drei Jahre hat er im Vergleich zum Euro fast 30 Prozent an Wert verloren.

GBP/USD SPOT RATE

WKN
ISIN
GB0031973075
Börse
FX

-0,01 -0,46%
+1,30€
Chart von GBP/USD SPOT RATE
Britisches Pfund
6 von 8

Das britische Pfund legte ebenfalls im Rahmen der Börsenturbulenzen zu – jedenfalls im Vergleich zum Dollar. Gegenüber dem Euro wertete das Pfund dagegen ab – und zwar um rund drei Prozent innerhalb eines Monats. Als es am Montag an der Börse krachte, kostete ein Pfund 1,36 Euro, sechs Cent weniger als noch Anfang August.

EUR/USD SPOT

WKN
ISIN
EU0009652759
Börse
FX

+0,00 +0,01%
+1,16€
Chart von EUR/USD SPOT
Euro
7 von 8

Der Euro ist im Vergleich zum Dollar der große Gewinner des turbulenten Augusts. Als es am Montag kräftig an der Börse krachte, sprang der Euro sogar über die Marke von 1,15 US-Dollar. Innerhalb von 30 Tagen ist der Euro damit um fast fünf Prozent gestiegen. Auf Jahressicht liegt der Dollar allerdings weit vorne – zum Jahresbeginn kostete der Euro noch rund 1,20 Dollar.

Der Euro gewann zum Franken 0,8 Prozent auf 1,0847 Franken, während die Schweizer Währung zum Dollar 0,2 Prozent schwächer bei 96,55 Rappen war. Zum Yen war der Euro nahezu unverändert bei 136,08 Yen, und der Dollar büßte zur japanischen Währung 0,5 Prozent auf 121,14 Yen ein.

Zum Wochenstart richten sich die Blicke von Anlegern und Analysten auf neue Inflationszahlen aus dem Euroraum. Wegen der Preisrückgänge bei zahlreichen Rohstoffe wie Erdöl dürfte die ohnehin schwache Teuerung wieder auf dem Rückzug sein. Dies dürfte Spekulationen weiter anheizen, wonach die EZB ihre Geldpolitik weiter lockern könnte. Analysten erwarten einen solchen Schritt aber mehrheitlich nicht, wenn sich der geldpolitische Rat an diesem Donnerstag zu seiner regulären Sitzung trifft.

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