Devisen Euro legt deutlich zu

Am Dienstag fiel der Euro auf ein 14-Jahrestief – doch am Donnerstag machte er wieder Boden gut. Der Dollar geriet hingegen unter Druck. Grund dafür sind besonders die chinesischen Maßnahmen gegen Kapitalflucht.
Update: 05.01.2017 - 17:11 Uhr Kommentieren
Währungsschwankungen: Der Euro hat am Donnerstagmorgen wieder deutlich zugelegt. Quelle: AFP
Eurokurs

Währungsschwankungen: Der Euro hat am Donnerstagmorgen wieder deutlich zugelegt.

(Foto: AFP)

Der Kurs des Euro hat am Donnerstag nach Schwankungen deutlich zugelegt. Am Nachmittag stieg die Gemeinschaftswährung über 1,05 US-Dollar auf ein Tageshoch bei 1,0589 Dollar. Das war etwa ein Cent mehr als im Mittagshandel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0501 (Mittwoch: 1,0437) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9523 (0,9581) Euro.

Im Handelsverlauf war es wie bereits an den vergangenen Tagen mehrfach zu Kursschwankungen gekommen. Nach einer starken Talfahrt zum Jahresende 2016 konnte sich der Euro seit dem Jahreswechsel noch nicht wirklich stabilisieren. Zeitweise war der Kurs sogar auf den tiefsten Stand seit 2003 bei 1,0341 Dollar gefallen. Zuletzt hatte aber eine breit angelegte Schwäche des Dollar die Gemeinschaftswährung gestützt.

Historische Hyperinflationen – Venezuela ist kein Einzelfall
Hyperinflation in Venezuela
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Venezuelas Wirtschaft ist schon seit einiger Zeit von einer schweren Inflation gezeichnet – nun ist daraus nach Ansicht von Experten eine Hyperinflation geworden. Das bedeutet, dass die Preissteigerungsrate pro Monat drastisch ansteigt. Derzeit liegt sie in Venezuela bei 221 Prozent. Die Inflation hat ihren Ursprung in einer fragwürdigen Geldpolitik der venezolanischen Regierung. Die Staatsausgaben können nicht mehr durch Einnahmen gedeckt werden, was zur Folge hat, dass die Zentralbank massenweise Staatsanleihen aufkauft und die Menge des vorhandenen Geldes in die Höhe treibt. Im Folgenden zeigen wir die historisch größten Fälle von Hyperinflationen weltweit.

Platz 1: Ungarn
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Noch heute ist der ungarische Forint nicht sehr viel wert – für einen Euro bekommt man aktuell in Ungarn 314 Forint. Das ist aber nichts im Vergleich zum Jahr 1946: Die damalige Währung Pengő lag bei einer monatlichen Inflationsrate von 4,19 Billiarden Prozent.

Platz 2: Simbabwe
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Die im Süden Afrikas gelegene Republik Simbabwe brachte es im Jahr 2008 auf eine monatliche Inflationsrate von 79,6 Milliarden Prozent. Auch heute ist die Situation in dem seit 1987 von Robert Mugabe regierten Land angespannt, erst kürzlich wurden Schuldscheine als Parallelwährung ausgegeben.

Platz 3: Jugoslawien
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Von einer monatlichen Inflationsrate von 313 Millionen Prozent wurde die jugoslawische Wirtschaft im Jahr 1994 gelähmt. Nach und nach erholte sich das Land jedoch wieder, im Jahr 2003 löste sich Jugoslawien endgültig auf.

Platz 4: Srpska
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Die Republik Srpska ist einer der beiden Gliedstaaten des Staates Bosnien und Herzegowina. In Srpska leben überwiegend Serben, politisch ist die Republik weitgehend autonom. Das Bild zeigt den Präsidenten von Srpska, Milorad Dodik, zusammen mit Russlands Präsident Wladimir Putin. Im Jahr 1994, während des Bosnienkrieges, erreichte die monatliche Inflationsrate einen Wert von 297 Millionen Prozent.

Platz 5: Weimarer Republik
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Zu Zeiten der Weimarer Republik kam es im Jahr 1923 zu einer Hyperinflation. Die monatliche Inflationsrate betrug damals 29.500 Prozent – im Vergleich zu Simbabwe oder Ungarn klingt das zunächst harmlos, betrachtet man jedoch Venezuela mit „nur“ 221 Prozent, bekommt man ein Gefühl für das Ausmaß der Inflation in der Weimarer Republik.

Platz 6: Griechenland
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Im Jahr 1944 war Griechenland vom Deutschen Reich, Italien und Bulgarien besetzt. Aufgrund extremer Besatzungskosten, die Griechenland an die Besatzer leisten musste, brach die Wirtschaft zusammen. Zudem wurde der Banknotenumlauf durch die Besatzungsmächte künstlich gesteigert, um der Bevölkerung auch Privatvermögen und Besitztümer abzunehmen. Daraus entwickelte sich eine Hyperinflation, die 1944 mit einer monatlichen Inflationsrate von 13.800 Prozent ihren Höhepunkt erreichte.

Händler erklärten die jüngste Dollar-Schwäche unter anderem mit Aussagen der US-Notenbank Fed. Die amerikanischen Währungshüter hatten sich laut dem Sitzungsprotokoll zu der jüngsten Zinsentscheidung besorgt über einen zu starken Dollar geäußert. Am Nachmittag konnten außerdem enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA dem Euro etwas Auftrieb geben. Im Dezember war die Beschäftigung im Privatsektor schwächer als erwartet gestiegen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85440 (0,84945) britische Pfund, 122,38 (122,64) japanische Yen und 1,0704 (1,0707) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1176,70 (1164,25) Dollar gefixt.

  • dpa
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