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Devisen Eurokurs gibt nach, Dollar im Aufwind

Positive Signale vom US-Arbeitsmarkt haben den Dollar beflügelt, während der Euro leicht nachgab. Anleger rechnen damit, dass die Fed den Leitzins zeitnah anhebt – möglicherweise schon Ende April.
Der Euro fällt, der Dollar steigt. Quelle: AFP
Devisenkurse

Der Euro fällt, der Dollar steigt.

(Foto: AFP)

Frankfurt Der Eurokurs hat am Donnerstag leicht nachgegeben. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1171 US-Dollar und damit etwas weniger als am späten Mittwoch. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1154 (Mittwoch: 1,1171) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8965 (0,8952) Euro.

Der Dollar befand sich auch am Donnerstag auf dem Vormarsch. Am Mittwoch hatte mit James Bullard ein weiterer US-Notenbanker eine zeitnahe Fortsetzung der Ende 2015 eingeleiteten Zinswende angesprochen. Auch ein Schritt auf der nächsten Zinssitzung Ende April sei möglich, obwohl diese Sitzung ohne begleitende Pressekonferenz stattfinde, sagte Bullard. Eine Zinsanhebung könnte also nicht ausführlich erläutert werden.

Konjunkturdaten aus den USA fielen am Donnerstag durchwachsen aus und sorgten daher für keinen klaren Impuls bei den Zinserwartungen. Die amerikanischen Unternehmen hatten im Februar deutlich weniger Aufträge für langlebige Güter erhalten als im Vormonat, was schwache Investitionen signalisiert. Andererseits gab es aber positive Signale vom US-Arbeitsmarkt. In der vergangenen Woche hatte die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zwar um 6000 auf 265.000 zugelegt. Bankvolkswirte hatten aber mit 269.000 Anträgen gerechnet.

Diese Währungen schlagen ganz besonders aus
Platz 9: Argentinischer Peso
1 von 9

Argentinien kämpft seit Jahren gegen den wirtschaftlichen Verfall. Auch während der Amtszeit von Christina Fernandez de Kirchner kam das Land nicht auf die Beine. Der frisch gewählte neue Präsident Mauricio Macri will nun die Trendwende einleiten.

Volatilität*: 2,4 Prozent
Exportvolumen**: 2,4 Milliarden Euro

*historische Volatilität (zwölf Monate)
**Exporte von Deutschland in das jeweilige Land

(Foto: AFP)
Platz 8: Peruanischer Nuevo Sol
2 von 9

Die Schwellenländer in Südamerika haben es derzeit nicht einfach. Einerseits belastet das schwache Wachstum in China. Auf der anderen Seite macht ihnen die bevorstehende Zinsanhebung in den USA noch mehr Sorgen. Viele Investoren ziehen ihre Gelder aus den südlichen Staaten zurück – mit gravierenden Auswirkungen auf die dortigen Währungen. Auch Peru leidet unter der Investorenflucht. Der Peruanische Nuveo Sol musste in diesem Jahr bisher starke Schwankungen hinnehmen. Für Unternehmen keine guten Voraussetzungen für eine Investition. Deutschland ist davon allerdings kaum betroffen. Das Exportvolumen nach Peru ist gering.

Volatilität: 4,8 Prozent
Exportvolumen: 0,91 Milliarden Euro

(Foto: Imago)
Platz 7: Chilenischer Peso
3 von 9

Der Preisverfall auf den Rohstoffmärkten lässt dem chilenischen Peso keine Ruhe. 2015 schwankt er deutlich hin und her. Im Vergleich zum Dollar hat die südamerikanische Währung seit Jahresanfang 14,9 Prozent verloren. Chile hat die größten Kupfervorkommen der Welt. Der Preis für eine Tonne Kupfer ist 2015 um satte 26,4 Prozent gesunken.

Volatilität: 9,3 Prozent
Exportvolumen: 2,1 Milliarden Euro

(Foto: Imago)
Platz 6: Malaysischer Ringgit
4 von 9

Nicht nur Südamerika leidet unter der Erwartung einer Zinswende in den USA. Auch in einigen asiatischen Staaten ziehen die Investoren ihre Gelder zurück. Davon betroffen ist unter anderem auch Malaysia. Gegenüber dem US-Dollar hat der malaysische Ringgit daher 17,7 Prozent verloren.

Volatilität: 11,3 Prozent
Exportvolumen: 4,8 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 5: Bulgarischer Lev
5 von 9

Das zweitjüngste EU-Mitglied leidet weiterhin unter der Korruption. Kein anderes Land in der EU ist korrupter als Bulgarien. 2008 kürzte die Union deswegen 220 Millionen Euro Fördergelder für das Land. Auch die Währung leidet unter der Korruption, da viele Investoren um das Land einen Bogen machen.

Volatilität: 11,9 Prozent
Exportvolumen: 3,3 Milliarden Euro

(Foto: Imago)
Platz 4: Türkei
6 von 9

Die politischen Unruhen in der Türkei schaden der Lira. Die Unruhen beschränken sich dabei nicht nur auf die Innenpolitik. Auch außenpolitisch steht die Türkei spätestens seit dem Abschuss eines russischen Militärjets im Kreuzfeuer. Die Währung hat im Vergleich zum Dollar fast 19 Prozent verloren, die Volatilität der Lira ist ebenfalls bedenklich hoch. Das bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren, da das Exportvolumen mit über 19 Milliarden Euro vergleichsweise hoch ist.

Volatilität: 13,3 Prozent
Exportvolumen: 19,2 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 3: Südafrikanischer Rand
7 von 9

Südafrikas Wirtschaft hatte schon mal bessere Zeiten erlebt. Einst ein hochgelobter BRICS-Staat wird das Land im kommenden Jahr vermutlich einen Anstieg der Firmenpleiten hinnehmen müssen. 2016 soll es in Südafrika zehn Prozent mehr Insolvenzen geben. Kritisch ist die hohe Abhängigkeit von den Rohstoffmärkten. Der südafrikanische Rand kam daher 2015 unter die Räder. In Pendelbewegungen verlor die Währung im Vergleich zum Dollar seit Jahresanfang rund 18 Prozent.

Volatilität: 14,0 Prozent
Exportvolumen: 8,3 Prozent

(Foto: dpa)

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78938 (0,78985) britische Pfund, 125,41 (126,01) japanische Yen und 1,0875 (1,0894) Schweizer Franken fest. Ein Kilogramm Gold kostete 34.380,00 (34.810,00) Euro. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1221,00 (1217,60) Dollar gefixt.

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  • dpa
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