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Devisen Eurokurs legt deutlich zu

Die Fed nimmt das Tempo aus den Zinserhöhungen – und hilft dem Euro damit auf die Sprünge. Die Gemeinschaftswährung hat ihre starken Gewinne vom Mittwoch noch ausgebaut. Dafür leidet der US-Dollar.
17.03.2016 - 18:39 Uhr
Der Euro steigt, der Dax dreht ins Minus. Quelle: IMAGO
Starker Euro

Der Euro steigt, der Dax dreht ins Minus.

(Foto: IMAGO)

Frankfurt Der Eurokurs hat am Donnerstag seine starken Gewinne vom Mittwoch ausgebaut. Im Hoch kostete die Gemeinschaftswährung 1,1342 US-Dollar und damit so viel wie letztmalig Mitte Februar. Am späten Nachmittag waren es noch 1,1314 Dollar. Der amerikanische Dollar befand sich dagegen zu vielen Währungen auf dem Rückzug. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs gegen Mittag auf 1,1311 (Mittwoch: 1,1064) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8841 (0,9038) Euro.

Ausgangspunkt der starken Euro-Gewinne war die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend. Die Fed hatte wie allgemein erwartet ihre Ende 2015 begonnene Zinswende wegen der schwächelnden Weltwirtschaft nicht fortgesetzt. Zudem signalisierte sie ein deutlich langsameres Straffungstempo. Anstatt vier Zinsanhebungen erwartet der geldpolitische Ausschuss nur noch zwei Zinsschritte in diesem Jahr. Der Dollarkurs wurde dadurch stark belastet.

Wo das politische Risiko am größten ist
Weltkarte der politischen Risiken
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Der anhaltend niedrige Ölpreis stellt für Investoren in ölabhängigen Ländern wie Irak, Libyen, Russland und Venezuela, die ohnehin schon als instabil gelten, das größte politische Risiko im Jahr 2016 dar. Zu diesem Schluss kommt der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions bei der Präsentation seiner Weltkarte der politischen Risiken 2016.

(Foto: Aon Risk Solution)
Libyen
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Das Nachbarland Ägyptens zählt zu den Staaten, in denen es das politische Risiko am größten sind. Aon hat das politische Risiko in 162 Ländern und Territorien gemessen. Bewertet werden Risiken im Zusammenhang mit Devisentransfer, hoheitlichen Zahlungsausfällen, politischen Einflussnahmen, Schwierigkeiten in der Beschaffungskette, rechtlichen und regulatorischen Vorschriften, politischer Gewalt, der relativen Schwierigkeit von Handelstätigkeiten in einem Land, der Anfälligkeit des Bankensektors und der Fähigkeit von Regierungen, über Konjunkturpakete in das Wirtschaftsgeschehen einzugreifen. In jeder einzelnen Risikokategorie und in der Gesamtbewertung wird jedes Land mit Low (niedrig), Medium-Low (mittel-niedrig), Medium (mittel), Medium-High (mittel-hoch), High (hoch) oder mit Very High (sehr hoch) bewertet.

(Foto: dpa)
Irak
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Ein Mitarbeiter einer Ölraffinerie an der Grenze zwischen Irak und Iran: „Da es keine Anzeichen dafür gibt, dass der Ölpreis in absehbarer Zeit auf das frühere Niveau steigen wird, werden die Turbulenzen in vielen ölproduzierenden Staaten bestehen bleiben oder sich sogar verschlechtern“, sagt Silja-Leena Stawikowski, Expertin für politische Risiken.

(Foto: dpa)
Venezuela
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„Der schwächere Ölpreis verschärft Devisentransferrisiken, übt Druck auf Unternehmen aus und entmutigt Investoren. Gleichzeitig erhöhen schwächere Umsätze das Staatsausfallrisiko“, erklärt Stawikowski die schwierigen Bedingungen, mit denen Wirtschaftsleute in den betroffenen Ländern konfrontiert werden. Die Lücken in den Staatshaushalten würden sich vergrößern, die Banken seien unter Druck. Das Ergebnis sei eine anhaltende Kreditklemme in den Golfstaaten, den GUS-Ländern und in den ölproduzierenden afrikanischen Staaten. In Venezuela stehen Ölexporte für 95 Prozent aller Ausfuhren. Für einen ausgeglichenen Haushalt benötigt das südamerikanische Land einen Ölpreis von Venezuela etwa benötigt einen Ölpreis von knapp 120 Dollar je Barrel (159 Liter).

(Foto: dpa)
Konflikte in Afrika
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Ein von dem nigerianischen Militär zerstörten Auto der Terrormiliz Boko Haram: Besondere Sorgen bereiten der Aon-Expertin Stawikowski die Konflikte zwischen Ländern und Terrororganisationen im Nahen Osten und in Afrika – Regionen, in denen die Auswirkungen niedriger Ölpreise ohnehin stark spürbar seien. Doch nicht nur in Nigeria herrschen diesbezüglich horrorähnliche Bedingungen. Auch in Ländern wie Somalia, in denen seit Jahren Bürgerkrieg den Alltag der Einwohner bestimmt, werden schwere Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen begangen. „Extremistische Gruppen wie der IS und Boko Haram erzeugen hier eine hohe politische Gewalt. Sie nutzen die durchlässigen Grenzen und schwachen Institutionen im Nahen Osten und in Afrika für ihre Zwecke aus und gefährden...

(Foto: dpa)
Afrika
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...die dortige Wirtschaft.“ Die ölproduzierenden Nationen müssten dann einen Ersatz für entgangene Einnahmen finden – häufig durch Steueranpassungen. Das Problem: „In vielen Ländern dürften höhere Steuern zu weiteren politischen und wirtschaftlichen Belastungen führen“, sagt Stawikowski.

(Foto: dpa)
Russland
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Das Land um den Kreml gehört zu den Top-Ländern, was das politische Risiko angeht. Auch ist der niedrige Ölpreis ein Grund dafür genauso wie die schwache Wirtschaft durch die westlichen Sanktionen gegen Wladimir Putin. Der russische Finanzminister Anton Siluanow schätzte im Januar 2016, dass dem Haushalt des Landes en 36-Milliarden-Euro Defizit droht. Grund ist der gefallene Ölpreis.

(Foto: dpa)

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