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Devisen Nervöse Investoren stecken hinter dem Kursanstieg des Schweizer Frankens

Die Schweizer Währung ist gefragt wie lange nicht: Der Kurs ist auf ein Zwei-Jahres-Hoch gestiegen. Für die Notenbank des Landes wird das zum Problem.
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Der Kurs der eidgenössischen Währung stieg zuletzt auf ein Zwei-Jahres-Hoch. Quelle: dpa
Schweizer Franken

Der Kurs der eidgenössischen Währung stieg zuletzt auf ein Zwei-Jahres-Hoch.

(Foto: dpa)

ZürichAuf turbulente Zeiten an Finanzmärkten reagiert der Schweizer Franken wie ein Seismograph: Investoren parken in solchen Zeiten gern Kapital in der als besonders sicher geltenden eidgenössischen Währung. Eine befürchtete Eskalation des Handelskonflikts zwischen China und den USA und eine mögliche Eintrübung der Konjunktur ließen den Franken-Kurs deshalb nach oben klettern. Am Montag kostete ein Euro rund 1,12 Franken und damit so viel wie seit rund zwei Jahren nicht mehr.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) allerdings beobachtet den Kursanstieg des Frankens mit sehr gemischten Gefühlen. Denn die hohe Bewertung ist nicht nur ein Ärgernis für Ausländer, die in der Schweiz ihren Sommerurlaub verbringen wollen, sondern auch für die exportorientierte schweizerische Wirtschaft, die ihre Güter in aller Welt vertreibt.

Das macht den starken Franken zur Herausforderung für die Notenbank des Landes, die qua Mandat für Preisstabilität in dem Alpenland sorgen soll. Dazu hält die SNB nicht nur seit Jahren die Zinsen auf einem Rekordtief, sondern interveniert auch immer wieder am Devisenmarkt. Das soll eine zu starke Aufwertung des Frankens verhindern.

Die Notenbanker tauschten im großen Stil Franken gegen andere Währungen – und investierten in Wertpapiere. So wurde die SNB zu einem Großinvestor am internationalen Kapitalmarkt. Im vergangenen Jahr hielt sie sich mit ihren Devisenmarktinterventionen aber ziemlich zurück Damit könnte es nun vorbei sein.

Denn der Franken notiert wieder fast so hoch wie im Juli 2017. Trotzdem kann sich Commerzbank-Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann nicht vorstellen, dass die Nationalbank bereits wieder am Devisenmarkt aktiv wird. „Aber nervös dürfte man in der SNB so langsam werden“, glaubt er. Punktuelle Interventionen der Notenbank seien durchaus möglich.

Vorerst keine Intervention erwartet

Ähnlich äußerte sich Manuel Oliveri, Devisenstratege bei der französischen Großbank Crédit Agricole: „Auch wenn der Schweizer Franken in den vergangenen Wochen stark aufgewertet hat, hat vieles von diesem Zuwachs mit der Risikoaversion zu tun“, sagte der Analyst. Es brauche weitere Kursanstiege, damit die Notenbank unter Zugzwang gerät.

Angesichts der schwächeren Konjunkturentwicklung in der Schweiz erwarten Devisenanalysten, dass die SNB die Zinsen noch länger niedrig halten könnte. Sie versprechen sich mehr Klarheit von der nächsten Lagebeurteilung der Nationalbank, die SNB-Chef Thomas Jordan in der kommenden Woche vorstellen wird. Doch zuerst ist sein Amtskollege Mario Draghi am Zug: Die Europäische Zentralbank entscheidet an diesem Donnerstag über ihren geldpolitischen Kurs.

Mehr: Die Schweizer Notenbank wird für ihre Politik negativer Zinsen scharf kritisiert. Notenbankchef Thomas Jordan hält das für ungerechtfertigt und verweist auf die Vorteile.

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