Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Devisen Pfund stabilisiert sich wieder – Investoren werden aber allmählich nervös

Finanzprofis erwarten für die kommenden Monate ein erhöhtes Risiko für die britische Währung. Das macht die Lage für Investoren nicht einfacher.
Kommentieren

„Ein harter Brexit ist die wahrscheinlichste Option“

Frankfurt Die britische Währung hat sich am Dienstag wieder berappelt und die Marke von 1,26 Dollar überschritten. Allerdings erwarteten Devisenexperten weiterhin starke Schwankungen und schlossen neue Rücksetzer nicht aus. Im Mittagshandel verteuerte sich das Pfund Sterling um knapp ein halbes Prozent auf 1,2612 Dollar. In Folge der kurzfristigen Absage der Abstimmung über den Brexit-Vertrag war das Pfund am Montag auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 1,2505 Dollar gefallen.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte wegen einer drohenden Niederlage die für Dienstagabend geplante Brexit-Abstimmung im britischen Parlament abgesagt und für neues Chaos gesorgt.

„Der Markt befürchtet, dass May mit dem Aufschub der Abstimmung – voraussichtlich auf Mitte Januar nächsten Jahres – vor allem kostbare Zeit verliert“, sagte Thu Lan Nguyen, Währungsspezialistin bei der Commerzbank. Das Risiko für einen harten Brexit sei gestiegen. Geplant ist bislang, dass Großbritannien die Europäische Union (EU) am 29. März verlässt.

Für Ngyuen stellt sich die Frage: „Wenn sich die britische Führung bereits über die Abstimmung einer Abstimmung derart streiten kann, wie .... soll sie sich jemals über den Brexit einig werden?“ Es gebe eine schöne englische Redewendung dafür, wenn etwas immer weiter aufgeschoben wird: „Kicking the can down the road“. Übersetzt: Die Dose den Weg entlang treten. „Nur, was passiert, wenn der Weg zu Ende ist und in einer Klippe endet?“

Die gestiegene Nervösität der Investoren spiegelt sich insbesondere an den Optionsmärkten wider, speziell an dem weiter starken Anstieg der sogenannten „impliziten Volatilitäten“. Das bedeutet, dass Finanzprofis künftig erhebliche Schwankungen des britischen Pfunds im Vergleich zu anderen Währungen erwarten. Die institutionellen Investoren sehen insbesondere auf Sicht von zwei bis drei Monaten ein erhöhtes Risiko, was zweifellos auf den Brexit-Stichtag im März zurückzuführen ist. „Doch wer kann noch sicher sagen, dass dies tatsächlich der Stichtag ist?“, fragt die Devisenanalysten der Commerzbank rhetorisch. Klar sei: Für Pfund-Investoren werde es nicht leichter.

Volkswirte befürchten bei einem Brexit ohne konkrete Pläne für den Ausstieg einen beträchtlichen Schaden für die britische Wirtschaft. „Das Wirtschaftswachstum des Landes könnte um durchschnittlich fünf Prozent einbrechen, wenn nicht gar um ganze acht bis zehn Prozent sollten andere Handelspartner wie die USA mit dem Abschluss eines Abkommens abwarten“, sagte Patrice Gautry, Chef-Volkswirt der Bank Union Bancaire Privee.

  • rtr
  • jr
Startseite

Mehr zu: Devisen - Pfund stabilisiert sich wieder – Investoren werden aber allmählich nervös

0 Kommentare zu "Devisen: Pfund stabilisiert sich wieder – Investoren werden aber allmählich nervös"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote