Devisen Pimco warnt vor dem Schweizer Franken

Wenn es an dem Märkten kracht, flüchten viele Anlegerin in die schweizer Währung. Doch es gibt Risiken. „Niemand sollte die Währung handeln“, erklärt ein führender Pimco-Manager.
Einst sicherer Hafen, bald Spekulationsobjekt? Quelle: dpa
Schweizerischer Franken

Einst sicherer Hafen, bald Spekulationsobjekt?

(Foto: dpa)

Eigentlich gilt der Schweizer Franken als sicherer Hafen für Anleger in schweren Zeiten. Doch die Reaktion der Währung auf die jüngsten Turbulenzen an den globalen Märkten wirft Fragen auf.

Der Franken hat im Januar nachgegeben, selbst als die Aktienbörsen weltweit in eine Baisse gerieten. Gegenüber dem Euro ist die Schweizer Devise inzwischen schwächer als je zuvor, seit die Zentralbank vor einem Jahr die Frankendeckelung aufgab.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist seither dazu übergegangen, die Währung durch Zinssenkungen und Franken-Verkäufe niedrig zu halten. Nach Einschätzung von Pacific Investment Management - kurz Pimco - ist der Franken nun zu illiquide um gehandelt zu werden.

Was Sie über den Devisenhandel wissen müssen
Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang
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Weltweiter Riese

Der Devisenmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Währungen werden an diesem Foreign Exchange (FX) direkt oder indirekt zwischen den einzelnen Marktteilnehmern gehandelt.

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Wer handelt da?

Dominiert wird der Devisenmarkt von großen, institutionellen Investoren wie Banken, Hedge- oder Investmentfonds. Wichtig sind insbesondere die Zentralbanken, die über Devisenkäufen oder –verkäufe ihre Währungen zu stützen. Vor allem bei asiatischen Zentralbanken sind diese sogenannten Devisenmarktinterventionen üblich. Privatanleger können allerdings auch am Währungsmarkt aktiv werden, wie etwa die Causa Uli Hoeneß gezeigt hat.

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Wie Privatanleger in den Handel einsteigen

Für den direkten Handel am Devisenmarkt wird ein Depot bei einem entsprechenden Broker benötigt. Immer mehr Online-Broker bieten solche Depots an, Anleger müssen genau hinschauen, um seriöse Angebote herauszufiltern. Verbreiteter ist der indirekte Handel über Derivate. Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten.

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Mit welchen Derivaten gehandelt werden kann

Wer die einzelnen Währungspaare nicht direkt kaufen oder verkaufen will, muss auf Derivate ausweichen. Das geht beispielsweise mit Hilfe von Devisenoptionen, also strukturierten Produkten. Mit ihnen erwirbt der Anleger das Recht, eine bestimmte Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Wert zu kaufen oder zu verkaufen. Er ist allerdings nicht dazu gezwungen. Eine Kaufoption wird als Call bezeichnet, bei einer Verkaufsoption handelt es sich um einen Put. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Wetten auf eine bestimmte Kursentwicklung.

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Was sind Margins?

Eine Margin fordern Banken von ihren Kunden, wenn diese Devisen handeln wollen. Es handelt sich dabei also um Geld, welches zur Absicherung der Geschäfte bei der Bank hinterlegt werden muss. Privatkunden müssen mit Margins von etwa 0,5 bis 2,5 Prozent rechnen. Wer also mit 100.000 Euro Währungen handeln will, muss bei einem Satz von einem Prozent 1000 Euro bei der Depotbank hinterlegen.

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Welche Risiken bestehen?

Wie der Fall Hoeneß gezeigt hat, lassen sich mit Währungsgeschäften zwar sehr schnell viele Millionen erwirtschaften, die Gewinne können sich aber auch genauso schnell wieder in Luft auflösen. Denn oft reichen kleine Kursbewegungen aus, um das Verhältnis zwischen Gewinnen und Verlusten im eigenen Depot zu kippen. Und gerade der Devisenmarkt ist ständig in Bewegung.

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Warum ist der Markt so volatil?

Die starken Schwankungen am Devisenmarkt resultieren aus den zahlreichen Einflussfaktoren, die darauf einwirken. Nicht nur die Zinsen und geldpolitische Entscheidungen können den Wechselkurs beeinflussen, auch politische Ereignisse wie Kriege, die Inflationsrate oder Naturkatastrophen können Währungskurse bewegen.

Nach Ansicht von Analysten bei Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Rabobank International und Standard Bank dürfte der Rutsch des Franken auf Interventionen der Zentralbank zurückzuführen sein, die eine weitere Runde der geldpolitischen Anreize durch die Europäische Zentralbank vorwegnehmen. Was auch immer der Grund ist, er kommt der SNB zugute, denn dadurch dürfte es leichter werden, den fallenden Verbraucherpreisen entgegenzuwirken, die der Wirtschaft schaden.

„Die Tatsache, dass der Franken schwächer wird, obwohl die EZB einen gemäßigteren Ton anschlägt, spricht Bände", sagte Geoffrey Yu, leitender Devisenstratege bei der UBS Group AG in London. "Wir müssen den Franken wirklich in einem neuen Licht sehen.“

Der Franken war am Donnerstag bis auf 1,1107 gegenüber dem Euro gefallen. Das war der niedrigste Wert, seit die SNB die Märkte schockierte, als sie am 15. Januar 2015 ihren Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken aufgab. Am Freitagvormittag notierte die Schweizer Devise zum Euro bei 1,1113 Franken 0,2 Prozent schwächer und verlor damit weiter.

Der Franken hatte von Dezember 2007 bis September 2011 unter dem Eindruck der globalen Finanzkrise 30 Prozent zugelegt. Dann führte die SNB die Franken-Deckelung ein, um die Zuflüsse von Seiten der Investoren, die aus Anlagen im Euroraum flüchteten, einzudämmen.

Keine Prognose für den Franken
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