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Devisen Spanien und der US-Dollar belasten den Euro

Die schwache spanische Anleiheauktion und die Aussicht auf mögliche Lockerungen der Geldpolitik in den USA haben den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung stürzte auf ein Zweiwochentief.
Update: 04.04.2012 - 18:06 Uhr 1 Kommentar
Die Stärkung des Dollars hat dem Euro geschadet. Quelle: dpa

Die Stärkung des Dollars hat dem Euro geschadet.

(Foto: dpa)

FrankfurtEine enttäuschende Auktion spanischer Staatsanleihen hat den Euro am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Wochen gedrückt. Zuvor hatten bereits Aussagen der US-Notenbank die europäische Gemeinschaftswährung auf Talfahrt geschickt. „Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung der US-Geldpolitik ist gesunken, was den Dollar steigen lässt“, erklärte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Innerhalb von 24 Stunden verlor die Gemeinschaftswährung mehr als zwei Cent. Zuletzt fiel der Euro bis auf 1,3107 Dollar. Am Vortag hatte er noch deutlich über der Marke von 1,33 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3142 (Dienstag: 1,3315) Dollar fest.

Das Signal zum Euro-Abverkauf gab die US-Notenbank am Vorabend: Die Fed erteilte einer weiteren geldpolitischen Lockerung vorerst eine Absage, wie das Protokoll der letzten Sitzung zeigte. Nachdem Fed-Chef Ben Bernanke Anfang vergangener Woche in einer Rede betont hatte, wie fragil die jüngste Erholung der US-Wirtschaft insbesondere mit Blick auf den Arbeitsmarkt sei, hatten Anleger wieder verstärkt auf eine neue Runde der quantitativen Lockerung (QE3) gesetzt, also auf ein neues Anleihekaufprogramm. Doch darauf ließ das Protokoll nicht schließen: „Während im Januar noch einige Geldpolitiker eine baldige Ausweitung der Aufkäufe forderten, fehlte diesmal diese Einschätzung“, erklärte Lothar Heßler, Experte vom Bankhaus HSBC Trinkaus. Der Dollar erhielt daraufhin massiv Auftrieb.

Am Mittwochvormittag brachte eine spanische Anleiheauktion die geschwächte Gemeinschaftswährung weiter unter Druck: Madrid musste deutlich höhere Zinsen bieten, um frisches Geld bei Investoren einzusammeln. Am Sekundärmarkt, wo umlaufende Papiere gehandelt werden, zogen die Risikoaufschläge deutlich an. Der EZB-Zinsentscheid und die anschließende Pressekonferenz von Notenbankchef Mario Draghi gerieten zur Randnotiz und verpufften am Devisenmarkt. Es seien „weder Signale für eine weitere Leitzinssenkung noch für eine erhöhte Liquiditätsbereitstellung“ geliefert worden, sagte Ulrich Wortberg, Experte der Landesbank Hessen-Thüringen.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82850 (0,83255) britische Pfund, 108,22 (109,30) japanische Yen und 1,2038 (1,2035) Schweizer Franken fest. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1621,00 (Vortag: 1676,25) Dollar fixiert. Ein Kilogramm Gold kostete 39.190,00 (39.700,00) Euro.

Anleger bleiben bei spanischen Anleihen vorsichtig

Die Enttäuschung der Anleger über die Auktion spanischer Staatspapiere mit Laufzeiten bis 2015, 2016 und 2020 trieb die auf Sicherheit bedachten Anleger wieder in die Bundesanleihen, was im Gegenzug die Renditen weiter drückte.

Spanien hatte knapp 2,6 Milliarden Euro aufgenommen, dafür den Anlegern aber höhere Renditen als zuletzt zahlen müssen. Zudem lag das Volumen am unteren Rand der Zielspanne. Die Nachfrage war nicht mehr ganz so hoch wie zuletzt.

„Die Spanier haben es nicht geschafft, so viel wie in der Spitze geplant aufzunehmen“, kritisierte Nick Stamenkovic, Zinsstratege bei RIA Capital Marktes. Das zeige, dass die Anleger in Sachen Spanien vorsichtig blieben. Sebastian von Koss, Analyst bei HSBC Trinkaus fand die Marktreaktion nicht ganz gerechtfertigt.

Schließlich habe Spanien schon zuletzt einen großen Teil des geplanten Emissionsvolumens begeben. „Dass die Renditen gegenüber der letzten Auktion gestiegen sind, spiegelt lediglich die Entwicklung am Sekundärmarkt wider“, fügte er hinzu.

In dieser Woche haben schwache spanische Konjunkturdaten und die Aussicht auf eine weiter hohe Staatsverschuldung die spanischen Anleihen belastet. Am Mittwoch brachen die zehnjährigen Papiere zeitweise um 1,99 Punkte ein, was die Rendite bis auf 5,7 Prozent von 5,5 Prozent am Vorabend trieb. Auch die Renditen der fünf- und zweijährigen Anleihen zogen spürbar an.

Italiens Staatsanleihen konnten sich dem Misstrauen der Anleger nicht entziehen: Die zehnjährigen Papiere verloren bis zu 1,67 Punkte, was die Rendite auf 5,4 von 5,2 Prozent am Vorabend steigen ließ. Im Gegenzug legte der Bund-Future um 20 Ticks auf 138,49 Punkte zu.

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1 Kommentar zu "Devisen: Spanien und der US-Dollar belasten den Euro"

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  • Was hat denn nun den Dollar gestützt - die Aussicht auf geldpolitische Lockerungen oder die gedämpften Hoffnungen auf eben diese? Blöd, wenn man beim Schreiben schon nicht mehr weiß, was man eben in der Headlline von sich gegeben hat...