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Devisen Wichtige Währungen laufen dem Euro weltweit davon

Die Ruhe am Devisenmarkt währte nur kurz. Der leichte Schwenk der US-Notenbank auf eine straffere Geldpolitik hat den Euro im Vergleich zum Dollar erneut zurückgeworfen. Auch gegenüber anderen Währungen rutscht die Gemeinschaftswährung ab. Und Experten sehen noch kein Ende der Talfahrt.
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Der Schein trügt: Im Duell Dollar gegen Euro ist der Greenback im Moment obenauf. Quelle: ap

Der Schein trügt: Im Duell Dollar gegen Euro ist der Greenback im Moment obenauf.

(Foto: ap)

FRANKFURT. Der Druck auf den Euro hält an. Und rechnen Experten damit, dass der Dollar künftig zum Euro weiter an Stärke gewinnt. Yen und Schweizer Franken hatten schon vor Tagen wichtige Marken durchbrochen. Nur das britische Pfund hat derzeit wegen der Haushaltsprobleme auf der Insel ähnliche Probleme wie die Gemeinschaftswährung.

Im Mittelpunkt steht jedoch - wenig überraschend - das Euro-Dollar-Verhältnis. Unter 1,35 Dollar ist der Euro nach der Straffung der Geldpolitik durch die US-Notenbank in der Nacht gefallen - es ist der tiefsten Stand seit Mitte Mai 2009. Schon zuvor hatte er an Wert eingebüßt, weil das Sitzungsprotokoll der Fed-Sitzung von Ende Januar zeigte, dass sich führende Mitglieder dafür aussprechen, bald schon Wertpapiere zu verkaufen. Die Fed hatte während der Krise den Banken die Papiere abgekauft, um sie mit Liquidität zu versorgen.

Investoren schätzen den Dollar trotz Problemen höher ein als den Euro

Obwohl von Seiten der US-Konjunktur noch längst nicht alles überzeugt - die gestern präsentierten Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und auch die Erzeugerpreise sind deutlich stärker gestiegen als vorhergesagt -, so scheint doch die US-Wirtschaft und damit auch die dortige Währung bei Investoren ein besseres Bild abzugeben als dies im Euroraum der Fall ist. "Die Arbeitsmarktzahlen sind mit Vorsicht zu betrachten, Verzerrungen aufgrund der Schneestürme zu Beginn des Monats sind möglich", sagt Ralf Umlauf von der Helaba. Erst in den kommenden Wochen dürfte der wahre Trend sichtbar werden.

Wie sehr der Dollar momentan in der Gunst der Investoren vorne liegt, verdeutlicht auch die Lage bei den sogenannten Carry Trades. Diese Zinsspekulationsgeschäfte, bei denen Anleger in Ländern mit niedrigen Zinsen und schwächelnder Währung Geld leihen und dies in höher verzinslichen Ländern anlegen, wurden im Dollar-Raum zuletzt rapide zurückgefahren.

Das war im vergangenen Jahr noch anders. Als zwischen März und Dezember der Euro von 1,23 auf 1,51 Dollar stieg, belief sich das Volumen von Carry Trades von Dollar zu Euro auf 1,5 Billionen Dollar. "Eine wahnsinnige Summe, die das Ausmaß dieser Spekulation offenbart und uns deutlich aufzeigt, wie groß die Auswirkungen auf Risiko-Anlageklassen wie Aktien, Öl und Rohstoffmärkte sind", sagt Oliver Roth, Chefhändler bei Close Brothers Seydler. Seitdem es mit dem Dollar in die andere Richtung geht, schrumpfen die Carry Trades massiv und damit auch die Kurse bei Aktien, Öl und Rohstoffen.

Der Yen hat seinen monatelangen Gleichlauf zum Euro verlassen

Auch der japanische Yen hat gestern seinen Aufwärtstrend zum Euro fortgesetzt. Nur noch 123 Yen müssen jetzt für einen Euro gezahlt werden. Anfang Februar hieß es, dass das Euro-Yen-Verhältnis seine monatelange Seitwärtsbewegung verlassen würde, wenn es unter die Marke von 126 Yen fällt. Seitdem das der Fall ist, werden auch die Carry Trades zwischen Euro und Yen weniger. Den Trend verstärkt, dass Japans Regierung vor einiger Zeit angekündigt hat, dass die Wirtschaft im Anfang April beginnenden Fiskaljahr 2010 erstmals seit drei Jahren wieder wachsen wird.

In der Schweiz ist hingegen die Notenbank seit geraumer Zeit mit dafür verantwortlich, dass der Franken gegenüber dem Euro kräftig zulegt. Hatte man noch im vergangenen Jahr mit Interventionen dafür gesorgt, dass die heimische Währung nicht zu stark wird, so will sie seit dem Jahreswechsel nur noch bei einer "übermäßigen" Entwicklung eingreifen. Nur noch 1,46 Franken müssen seither für einen Euro gezahlt werden, nachdem es noch im Dezember 1,51 Franken waren.

Anders ist dagegen die Situation beim britischen Pfund. Das hat zum Euro zwar aufgeholt. Vor dem Hintergrund, dass es in den vergangenen drei Jahren zu den schwächsten Währungen weltweit gehört hat und 2009 zum Euro 32 Prozent verloren hat, ist dies jedoch bestenfalls eine leichte Erholungsphase.

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