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Devisenmarkt Droht ein Währungskrieg zwischen China und den USA?

Der Kurs des chinesischen Yuans leidet unter dem eskalierenden Handelsstreit mit den USA. Viele befürchten, dass China seine Währung weiter abwerten könnte.
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Chinas Währung steht derzeit unter Druck. Quelle: Reuters
Chinesische Banknoten

Chinas Währung steht derzeit unter Druck.

(Foto: Reuters)

FrankfurtIm Handelsstreit mit China sieht US-Präsident Donald Trump nicht nur Zölle als Waffe, sondern auch die Währung. Vergangene Woche schrieb er auf Twitter: China werde „Geld in sein System pumpen“ und „wahrscheinlich die Zinsen senken“, um den von Trump verhängten Strafzöllen zu begegnen. Diese Botschaft verband er mit der Forderung an die US-Notenbank Federal Reserve, dies ebenfalls mit einer Zinssenkung zu beantworten. Dann sei das „Spiel vorbei, wir gewinnen!“

In diesem Monat hat der Yuan um etwa 2,7 Prozent gegenüber dem Dollar nachgegeben – im vergangenen Jahr sogar um mehr als acht Prozent. Dies läuft dem Ziel der USA entgegen, ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und auf diese Weise ihr Defizit im Handel mit China zu senken.

Die US-Regierung hatte diesen Monat den Zollsatz auf Importe aus China mit einem Volumen von Hunderten Milliarden Dollar von zehn auf 25 Prozent angehoben. Das verteuert tendenziell chinesische Waren, die in die USA exportiert werden. Dadurch könnten dann amerikanische Verbraucher zum Beispiel stärker auf inländische Produkte ausweichen, was das US-Handelsdefizit gegenüber China mindern würde – so zumindest die Logik mancher Vertreter der US-Regierung

Der niedrigere Wechselkurs der chinesischen Währung läuft diesem Ziel aber entgegen: Denn er macht die chinesischen Waren, die etwa US-Händler oder -Unternehmen importieren, tendenziell wieder billiger. Investoren befürchten daher, dass China seine Währung als Reaktion auf die US-Zölle weiter abwerten könnte.

Commerzbank-Devisenexpertin Esther Reichelt hält dieses Risiko allerdings für gering. „Es ist unwahrscheinlich, dass es zu einem Währungskrieg zwischen China und den USA kommt,“ sagt sie. „Eine stärkere Abwertung des Yuans wäre für China mit beträchtlichen Risiken verbunden.“

Einen Grund dafür sieht sie in den Erfahrungen von 2015. Damals hatte die chinesische Regierung eigentlich eine einmalige Abwertung des Yuans geplant. Dabei blieb es jedoch nicht.

Der Übergang zu einer weniger strikten Bindung an den Dollar setzte eine Abwertungsspirale in Gang. Damals stemmte sich die chinesische Notenbank massiv dagegen und verlor fast ein Viertel ihrer Währungsreserven. Letztlich konnte sie die Spirale nur durch die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen stoppen.

Eine stärkere Abwertung des Yuan würde außerdem zu höheren Importpreisen führen. Noch dazu würden chinesische Unternehmen, die im Ausland Dollar-Kredite aufgenommen haben, deutlich unter Druck geraten.

Chinesische Notenbank verteidigt wichtige Kursmarke

Aus Sicht von Reichelt ist vor allem wichtig, dass sich die chinesische Währung über der Marke von sieben Yuan pro Dollar hält. Bislang hat die chinesische Notenbank diese Marke verteidigt, zum Beispiel auch 2016 und im Sommer 2018, als der Yuan besonders unter Druck stand. „Die Marke von sieben Yuan pro Dollar hat eine wichtige psychologische Bedeutung“, sagt Reichelt. „Falls sie fällt, könnte es eine stärkere Abwärtsdynamik geben.“

Auch wenn Reichelt einen Währungskrieg für unwahrscheinlich hält, schließt sie eine stärkere Abwertung des Yuans auch nicht komplett aus. Wenn es keine Einigung im Handelsstreit gibt, steige dieses Risiko. In diesem Fall könnte der Yuan stärker unter Druck geraten, weil sich die wirtschaftlichen Aussichten für China wohl verdüstern würden.

Andererseits wäre auch der Anreiz für die chinesische Notenbank nicht mehr so hoch, den Wechselkurs des Yuans stabil zu halten. Bislang tut die chinesische Notenbank dies aus Sicht von Experten auch deshalb, weil sie eine Verschärfung des Handelsstreits mit den USA vermeiden möchte.

Dass Wechselkurs und Währung im Falle eines eskalierenden Handelskonflikts stärker in den Fokus rücken dürften, zeigt sich auch an anderer Stelle. So erwägen die USA dem US-Handelsministerium zufolge Anti-Dumping-Abgaben auf Produkte aus Ländern, denen sie Währungsmanipulationen vorwerfen. Damit könnten Länder nicht länger ihre Währungen zum Schaden von US-Firmen und Arbeitern einsetzen, sagte Handelsminister Wilbur Ross am Donnerstag.

Das Ministerium ließ jedoch offen, welche Kriterien herangezogen werden sollen, um festzustellen, ob ein Produkt wegen manipulierter Wechselkurse in den USA zu günstig angeboten werde.

Auf einer halbjährlichen Beobachtungsliste des Finanzministeriums werden unter anderem China, Japan, Südkorea, Indien, Deutschland und die Schweiz aufgeführt. Die USA werfen China seit langem vor, den Yuan zum Dollar künstlich niedrig zu halten.

Mehr: Die Volksrepublik will einen wirtschaftlichen Korridor nach Westen öffnen. Möglicher Schlüssel: die Landeswährung. Das ambitionierte Ziel lautet, den Dollar herauszufordern.

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