Devisenmarkt Euro kratzt an der 1,31-Dollar-Marke

Die unklaren Machtverhältnisse nach der Wahl in Italien sorgen bei Investoren am Devisenmarkt für Verunsicherung. Der Euro bleibt unter Druck, kann aber zwischenzeitlich leicht zulegen.
Update: 27.02.2013 - 13:58 Uhr 6 Kommentare
Eine Euro-Münze auf einer EU-Fahne. Die Gemeinschaftswährung ist nach der Italien-Wahl unter Druck. Quelle: dpa

Eine Euro-Münze auf einer EU-Fahne. Die Gemeinschaftswährung ist nach der Italien-Wahl unter Druck.

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SydneyDer Euro hat am Mittwoch zum Dollar leicht zugelegt und vorübergehend die Marke von 1,31 Dollar erreicht. Italien konnte bei zwei Bondauktionen das angestrebte Volumen erreichen, wenngleich die Finanzierungskosten höher lagen.

Nach dem unklaren Wahlausgang in Italien hatte die Ratingagentur Moody's das Patt im Abgeordnetenhaus am späten Dienstag als „Kredit negativ“ bezeichnet. Die strukturellen und fiskalischen Reformen Italiens seien gefährdet, begründete Moody's.

Die europäische Einheitswährung wurde zuletzt bei 1,3099 Dollar 0,3 Prozent höher gehandelt. Der Euro steht vor dem ersten monatlichen Verlust seit Juli - das Minus beläuft sich bislang auf 3,8 Prozent.

„Die Tatsache, dass wir keine weitere Kapitulation bei den italienischen Bonds gesehen haben, verschafft dem Euro eine vorrübergehende Atempause“, sagte Jeremy Stretch, Leiter Devisenstrategie bei der Canadian Imperial Bank in London. Es gebe aber mit Blick auf die Zukunft weitere Unsicherheiten und die zugrundeliegende Botschaft sei, dass die Krise in der Euro-Zone nicht vorbei ist, fügte er an

Der Schweizer Franken verlor 0,2 Prozent zum Euro auf 1,2191 Dollar. Zum Dollar war der Franken 0,1 Prozent stärker bei 93,09 Rappen.

Der Yen wurde zum Euro 0,1 Prozent höher bei 120,00 Yen gehandelt und lag zum Dollar 0,4 Prozent im Plus bei 91,63 Yen. „Kurzfristig hat der Yen Raum, zuzulegen“, sagte Yuji Kameoka, Chef-Währungsstratege bei Daiwa Securities Co. in Tokio. „Es gibt im Ausland politische Risiken und die Erwartungen für die japanische Geldpolitik sind zunächst ausgereizt“.

Seit Montag leidet der Euro stark unter dem Wahlpatt in Italien. In der Spitze betrugen die Verluste drei US-Cent. Der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft steht eine schwierige Regierungsbildung mit der Gefahr einer längeren politischen Lähmung bevor. In diesem unwägbaren Umfeld tritt Italien bereits zum dritten Mal in der laufenden Woche an die Investoren heran. Das Land wird versuchen, mit zwei langlaufenden Staatsanleihen insgesamt 6,5 Milliarden Euro einzusammeln. Die Emission gilt als Lackmustest für das Anlegervertrauen.

  • rtr
  • dpa
  • Bloomberg
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6 Kommentare zu "Devisenmarkt: Euro kratzt an der 1,31-Dollar-Marke"

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  • Herzlichen Glückwunsch, Italien! Herzlichen Glückwunsch, Beppe Grillo und Mitstreiter! Ich bin auf`s positivste überrascht! Ganz offensichtlich lebt der Verstand, der Mut und die Entschlossenheit, sich nicht wie dummtreue Lämmer widerstandslos auf der Schlachtbank des neoliberalen Populismus für die Interessen der reichen Besitzstandswahrer und ihrer Schranzen und Büttel aus Politik, Medien und Verwaltung zu opfern, zur Zeit in Italien wie in keinem anderen Land in dieser verschreckten und langsam, aber sicher jedem Geist und Verstand entsagenden potemkischen Demokratie namens "Europäischer Union"!! Wirklich, Movimento, seid stolz! Ihr habt es geschafft, gegen die Macht dieser transnationalen braunschwarzen Gesinnungssosse, die seit Jahren über den Köpfen der Völker Europas ausgekippt wird, nicht nur ein Stück Wahrheit dieser Völker an`s Licht zu btringen, sondern diese Wahrheit sogar fast direkt an die bestimmende Macht innerhalb eines europäischen Parlaments zu tragen - und das aus dem Stand, und das gegen die als Ignoranz getarnte Feindschaft sämtlicher populären Medien in Italien, die wie z.B. auch in Deutschland vor lauter Korruption, Angst und formvollendetem Kriechertum schon lange nicht mehr wissen, worum es in dieser Auseinandersetzung zwischen dem großen Geld und dem kleinen Bürger eigentlich geht - nämlich buchstäblich um Leben oder Tod desjenigen, der NICHT Teil dieser braunschwarzen Sosse ist. Wirklich: Respekt!! Macht nun weiter! Sprengt die anderen Koalitionen und schaut euch dort in Ruhe nach Partnern um, mit denen ihr vielleicht sogar bereits jetzt die Regierung stellen könnt. Auch Italien kann es sich keinen weiteren Tag mehr leisten, sich den zerstörerischen Konsequenzen einer von Deutschland diktierten EU- Verelendungspolitik NICHT zu entziehen. Ich wünsche euch dabei von ganzem Herzen ein Maximum an Glück und Erfolg! Vielleicht seid ihr ja die Ersten, die es schaffen, sich diesem Masterplan von einem "europäischen China" zu entwinden, bevor sich

  • Heute erst gesehen. Kam gestern Abend auf ARTE.
    http://videos.arte.tv/de/videos/staatsgeheimnis-bankenrettung--7340782.html

  • an vicario
    schließe mich deinen Asführungen voll an!
    gez.walterwerner.de

  • Zitat : Italien wählt das Chaos.

    Was für eine dämliche Aussage :

    ITALIEN wählt den Anfang vom Ausstieg aus dem EUtopia-Chaos !!!!

    BRAVISSIMO !!!

    Und das Schreckgespenst war nie weg : es war nur von den Propagandamedien, wozu dieser Artikel auch gehört,

    UNTER den TEPPICH GEKEHRT....jetzt ist es wieder da und wird auch da bleiben, solange es den € und die EU gibt !!!

  • Es ist wie in allen Systemen, die lange herrschen. Gestartet mit edlen Zielen, entfernen die "Delegierten" sich immer weiter von der Basis und irgendwann geht es nur noch um Machterhalt. Animalfarm läßt grüßen.

  • Diese Wahlen sollte man sein lassen. Immer wieder das Risiko, dass die Eurozone zusammenbricht, das kann statistisch nicht lange gut gehen.

    Es reicht vollkommen aus, wenn ein Gremium aus EZB, EU, Banken und Grosswirtschaft die Volksvertreter bestimmt. Dann sind die Märkte dauerhaft tiefenentspannt, und alles wird gut.

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