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Euro und Dollar

In den beiden Währungen wird ein Großteil des Welthandels abgewickelt.

(Foto: Reuters)

Drei-Jahres-Hoch Euro nimmt Kurs auf 1,25 Dollar

Für den Euro gibt es auf mittlere Sicht hohe Risiken – doch das scheint die Anleger im Moment nicht zu interessieren. Sie fürchten aktuell die Auftritte von US-Präsident Donald Trump in Davos und EZB-Chef Mario Draghi.
Update: 24.01.2018 - 11:05 Uhr 1 Kommentar

FrankfurtDer Euro ist am Mittwoch im frühen Handel auf den höchsten Stand seit Dezember 2014 gestiegen. Während US-Präsident Donald Trump durch seine Handelspolitik verunsichert und den Dollar schwächt, sorgen Spekulationen um den künftigen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) beim Euro für Auftrieb.

Am Mittwochvormittag kletterte der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung bis auf 1,2356 Dollar. Damit setzte sie ihren Höhenflug der vergangenen Monate fort. Seit Anfang November zog der Euro zum Dollar um rund sechs Prozent an - über die vergangenen zwölf Monate summiert sich das Plus auf fast 15 Prozent.

Dabei sind die Risiken für die europäische Gemeinschaftswährung auf mittlere Sicht nicht von der Hand zu weisen. Ein Scheitern der Koalitionsverhandlungen in Deutschland beispielsweise oder der Ausgang der Wahlen in Italien Anfang März. Auch der Ausgang der EZB-Sitzung am Donnerstag über den künftigen Kurs ist ungewiss.

Ein wichtiger Grund für den Euro-Anstieg ist eine Schwäche der US-Währung, die auch gegenüber anderen wichtigen Devisen wie dem japanischen Yen nachgab. Laut Antje Praefcke, Expertin bei der Commerzbank, hat Trump den Dollar zuletzt durch seine Einführung hoher Zölle auf Solarpaneele und Waschmaschinen unter Druck gebracht.

Nun werden die Anleger eine für diesen Freitag angesetzte Rede des US-Präsidenten beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Blick behalten. „Trompetet Trump in Davos weiter Protektionismus, bleibt der Dollar aus Sorge vor einem drohenden Handelskrieg unter Druck“, sagte Praefcke.

Zudem wird der Euro durch Spekulationen gestärkt, die EZB könnte nach ihrer Zinsentscheidung am Donnerstag Hinweise in Richtung einer schnelleren Abkehr von ihrer extrem lockeren Geldpolitik geben. Demnach könnte sie die Wortwahl zum künftigen Kurs ändern oder Hinweise auf das endgültige Ende der milliardenschweren Anleihekäufe geben. Mit Spannung wird auch erwartet, inwieweit sich EZB-Chef Mario Draghi zur jüngsten Euro-Stärke äußern wird.

Augenmerk auf der EZB-Sitzung

„Der Markt wird an seinen Lippen hängen, um zu erfahren, ob die Zinsspekulationen gerechtfertigt sind und wie der EZB-Chef die Aufwertung des Euro in den letzten Wochen bewertet“, schreibt Praefcke in ihrem heutigen Tagesausblick. „Wir mahnen schon seit geraumer Zeit zur Vorsicht in Euro-Dollar-Verhältnis, da die Sichtweise des Markts überzogen ist, und sehen Korrekturpotential im Euro“.

In den sechs Wochen seit der vorherigen Zinsentscheidung ist der Euro deutlich angezogen und hat an einem Handelstag in der Zeit den höchsten Tagesgewinn seit Ende 2014 bezeichnet. EZB-Vize Vitor Constancio hatte sich bereits besorgt gezeigt, dass durch den stärkeren Euro die schwache Inflation in der Euro-Zone unter Druck geraten könnte. Ein wertvollerer Euro macht Importe billiger und kann so die Preissteigerung in den Euro-Ländern drücken.

Gilles Moec, Europa-Volkswirt der Bank of America, erwartet daher eine Aussage zu den Inflationswirkungen des starken Euro im Statement der Zentralbank am Donnerstag. Es müsse von der EZB deutlich gemacht werden, dass sie den Wechselkurs beim Inflationsausblick berücksichtige.

Normalerweise weckt ein erstarkender Euro Sorgen bei exportorientierten Firmen, da die eigenen Produkte im Ausland dann weniger erschwinglich werden. Doch die Wirtschaftslage in Europa ist robust, der Ausblick gut und nicht so leicht ins Negative zu drehen.

Viraj Patel, Währungsstratege der ING Bank in London, schätzt, dass ein Effekt auf die Realwirtschaft erst ab einem raschen Anstieg des Wechselkurses auf mehr als 1,25 Dollar noch vor dem Sommer zu spüren sein dürfte.

Die billionenschweren Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) haben aus Sicht von Notenbank-Präsident Mario Draghi aber keine Verwerfungen am Devisenmarkt hervorgerufen. „Sie haben nicht zu statistisch signifikanten Wechselkursbewegungen geführt“, sagte Draghi in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief an einen Europa-Abgeordneten. Solche Bewegungen seien auch kein Ziel der Geldpolitik.

Die EZB und die nationalen Notenbanken erwerben bereits seit März 2015 in großem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Mit den in Deutschland umstrittenen Käufen wollen die Währungshüter die Konjunktur anschieben und die aus ihrer Sicht zu niedrige Inflation nach oben treiben. In Deutschland sind die Käufe, die noch bis mindestens Ende September fortgesetzt werden sollen, umstritten. Das Gesamtprogramm ist inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegt.

  • HB
  • Bloomberg
  • dpa
  • rtr
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1 Kommentar zu "Drei-Jahres-Hoch: Euro nimmt Kurs auf 1,25 Dollar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ohne den 500ter zum Koksen u.s.w. ist der Euro sinnlos geworden, ich frage mich wer kauft das Zeug ?

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