Dreimonatstief Euro fällt erheblich

Nach dem Drei-Monats-Tief am Mittwoch, ist der Euro am Freitag noch weiter gefallen und ist derzeit auf dem tiefsten Stand seit Mitte Februar. Die Schwäche des Euro dürfte der EZB nicht ungelegen kommen.
Update: 23.05.2014 - 17:00 Uhr Kommentieren
Der Kurs der Europäischen Gemeinschaftswährung ist vor der Entscheidung der EZB am 5. Juni weiter gestiegen. Quelle: dpa

Der Kurs der Europäischen Gemeinschaftswährung ist vor der Entscheidung der EZB am 5. Juni weiter gestiegen.

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FrankfurtDer Euro hat am Freitag weiter nachgegeben. Mit 1,3616 US-Dollar fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mitte Februar. Am späten Nachmittag stand sie geringfügig erholt bei 1,3635 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3630 (Donnerstag: 1,3668) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7337 (0,7316) Euro.

Unter Druck geriet der Euro vor dem Wochenende, weil die deutschen Unternehmen nicht mehr ganz so zuversichtlich in die Zukunft blicken. Das vom Münchner Ifo-Institut erhobene Geschäftsklima war im Mai stärker zurückgegangen als erwartet. Bankvolkswirte sahen jedoch wenig Grund zur Sorge: Zwar werde die deutsche Wirtschaft ihr hohes Wachstumstempo vom Jahresstart nicht halten können, sagte Ing-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Die Volkswirte von der NordLB rechnen für das Gesamtjahr aber mit einem robusten Wachstum von etwa zwei Prozent.

Dass der Euro in den letzten Wochen wieder zur Schwäche neigt, dürfte der EZB alles andere als ungelegen kommen. Ihr bereitet der vergleichsweise starke Euro schon seit langem Kopfzerbrechen, weil er die ohnehin schwache Inflation über günstigere Einfuhren zusätzlich drückt. Ein schwächerer Euro nimmt damit etwas Druck von der Notenbank. Allerdings zweifelt mittlerweile kaum ein Analyst daran, dass die Notenbank ihre Geldpolitik bald weiter lockern wird. Zu stark sind die Signale, die ranghohe EZB-Vertreter seit Tagen aussenden.

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Der Euro hat wilde sechs Monate hinter sich. Während der Krise in Zypern musste die europäische Gemeinschaftswährung größere Verluste verkraften. Vom diesjährigen Höchststand bei 1,3711 Dollar hat sich der Euro ein ganzes Stück weit entfernt. Dennoch kann sich die Bilanz sehen lassen – auch weil die anderen Währungen der Welt noch mehr verloren haben. Wie der Euro gegenüber anderen Devisen dasteht und welche Währungen besonders stark abgewertet haben, lesen Sie auf den folgenden Seiten.

Alle Kursangaben zeigen die Veränderung des Euro im Vergleich zu der jeweils anderen Währung in den vergangen sechs Monaten.

Dänische Kronen
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Krone (Dänemark)

Die Dänen hängen an ihrer Krone, haben ihren Wert jedoch an den des Euro gekoppelt. Das schützt die Dänen vor Währungsschwankungen und verhindert eine allzu starke Aufwertung, die den Aufschwung des Landes gefährden würde. Auf den nervösen Finanzmärkten gilt Dänemark – so wie die anderen skandinavischen Länder – als sichere Bank. Die Investoren nehmen auf der Suche nach solchen Anlagemöglichkeiten beim Kauf dänischer Anleihen sogar leichte Realverluste in Kauf. So bekommt der Euro-Verweigerer Dänemark bei seinen Anleiheauktionen häufig mehr geliehen, als er seinen Gläubigern am Ende inflationsbereinigt zurückzahlen muss.

Euro / Dänische Krone (sechs Monate): - 0,1 Prozent

Norwegen Kronen
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Krone (Norwegen)

Der Schweizer Franken ist längst nicht mehr der sichere Aufwertungskandidat, der er einst war. Dementsprechend suchen Investoren nach Alternativen. Sie werden bei der norwegischen Krone fündig. Das skandinavische Land ist fundamental gesehen ein Musterschüler. Es hat seit Jahren Haushaltsüberschüsse. Das liegt vor allem an den sprudelnden Einnahmen aus der Ölindustrie.

Euro / Norwegische Krone (sechs Monate): + 2,2 Prozent

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Franken (Schweiz)

Der Schweizer Franken gilt als eine der letzten harten Währungen der Welt, als sichere Reserve für Investoren. Das hat dem Franken zur Hochzeit der Finanz- und Schuldenkrise so viel Zulauf beschert, dass die Schweizer Unternehmen erhebliche Wettbewerbsnachteile erlitten und Touristen die Schweiz mieden. Der Schweizer Nationalbank (SNB) wurde es irgendwann zu viel. Sie versuchte die Rally erst mit Liquiditätsspritzen für die Märkte zu stoppen. Als das nicht funktionierte, koppelte sie die Landeswährung an den Euro. Sie werde keine Kurse unter 1,20 Franken je Euro zulassen, erklärte die SNB. Die Maßnahme war erfolgreich.

Euro / Franken (sechs Monate): + 4,5 Prozent

A stack of 100 Polish Zloty banknotes are counted at the national bank headquarters in Warsaw
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Zloty (Polen)

Polen gehört sein 2004 zur Europäischen Union. Den Euro allerdings hat das wirtschaftliche aufstrebende Land bislang nicht. Die Probleme der Euro-Krisenländer dürften die Vorbehalte der polnischen Bevölkerung gegenüber der Gemeinschaftswährung noch verstärken – und das ist entscheidend. Denn wenn es nach Ministerpräsident Donald Tusk geht, sollen die polnischen Bürger in einem Referendum über die Einführung entscheiden. Prognosen zeigen jedoch, dass die Mehrheit ihre Landeswährung, den Zloty, behalten will.

Euro / Zloty (sechs Monate): + 1,9 Prozent

Schwedische Krone
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Krone (Schweden)

Während viele europäische Staaten unter Schulden und schwachem Wachstum leiden, boomt die schwedische Wirtschaft. Allerdings sieht die EU-Kommission in den Nordländern Dänemark, Schweden und Finnland die Gefahr von Immobilienblasen aufziehen. Ein attraktiver Hafen für Anleger ist Schweden jedoch kaum, da der Anlageraum schlicht zu klein ist.

Euro / Schwedische Krone (sechs Monate): - 0,8 Prozent

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Rubel (Russland)

Die politischen Querelen in Russland sind immer wieder Thema in den demokratischen Staaten Europas. An den wirtschaftlichen Beziehungen änderte das in der Vergangenheit nichts, schließlich ist das Land einer der größten Öl- und Gasexporteure der Welt – und Europa, vor allem Deutschland, auf Lieferungen angewiesen. Allerdings stehen Russland in Zukunft große Herausforderungen bevor. Denn mittels der Fracking-Methode machen sich die USA und auch Europa immer unabhängiger von den Rohstofflieferungen. Außerdem wird das Gesamtangebot für Erdgas auf dem Weltmarkt steigen, was auf die Preise drücken dürfte. Russland muss nun versuchen sein Wachstum von Gas und Öl unabhängiger zu machen. Derzeit generieren Rohstoffe immerhin knapp 50 Prozent des jährlichen BIPs.

Euro / Rubel (sechs Monate): + 6,1 Prozent

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,80935 (0,81040) britische Pfund, 138,92 (138,96) japanische Yen und 1,2210 (1,2215) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1291,50 (1298,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 30 010,00 (29 900,00) Euro.

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