Duell der Hardliner „Wir müssen den Geldhahn wieder zudrehen“

Ist Europa noch zu retten? Über diese Frage haben sich Hans Werner Sinn und Jürgen Stark in Köln einen Schlagabtausch geliefert. Der Ökonom fürchtet um das Wachstum, der Währungshüter sorgt sich um den Euro.
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"Es war falsch, den Euro zusammen mit den Südländern zu begründen", sagt  Hans Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, auf der Investorenkonferenz von Sal. Oppenheim in Köln. Quelle: PR

"Es war falsch, den Euro zusammen mit den Südländern zu begründen", sagt Hans Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, auf der Investorenkonferenz von Sal. Oppenheim in Köln.

(Foto: PR)

KölnDie Zukunft Europas steht auf dem Spiel. So viel ist schnell klar. Die Herren auf der Bühne lassen keinen Zweifel daran, wie ernst die Lage ist. „Was hier läuft, geht so auf die Dauer nicht“, warnt Hans Werner Sinn, Chef des Münchener Ifo-Instituts. Sein Gegenüber heißt Jürgen Stark, Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank. Auch er ist um klare Worte nicht verlegen: „Die Krise ist nicht vorbei, sie hat nur eine andere Form angenommen.“

Beide Männer sind bekannt für ihre harte Haltung in der Schuldenkrise, manche sagen für eine sehr deutsche. Im südeuropäischen Ausland dürften sich beiden nicht gerade großer Beliebtheit erfreuen. Und doch sind sich der Währungshüter und der Ifo-Ökonom keineswegs einig. Es kommt zum Schlagabtausch der Hardliner.

Ort des Geschehens ist der Konferenzsaal eines Nobelhotels in Köln. Das Bankhaus Sal. Oppenheim richtet hier seine alljährliche Investorenkonferenz aus. Neben Stark und Sinn auf dem Podium sitzen Ludwig Georg Braun, Chef von B. Braun Melsungen, und der Fernsehjournalist Udo van Kampen. Die Moderation übernimmt der Gastgeber Wilhelm von Haller, der Vorstandsvorsitzende von Sal. Oppenheim.

Schon das Thema der Veranstaltung verspricht Zündstoff: „Der Euro unter Druck – Wie stabil ist unsere Währung?“ Mit Portugal hat gerade erst ein weiteres Land eingestehen müssen, dass es seinen Schuldenberg nicht ohne Hilfe bewältigen kann – so wie vorher Griechenland und Irland. Der europäische Rettungsschirm hat sie vor der pleite bewahrt. Aber um welchen Preis?

Hans-Werner Sinn setzt an zur Analyse. Er erklärt, wie es so weit kommen konnte, spricht über Leistungsbilanzdefizite und darüber, dass die Länder am Rande Europas über ihre Verhältnisse gelebt haben. „Diese Länder müssen runter von ihrem Standard“, fordert Sinn. „Sie müssen durch eine lange Flaute gehen. Wenn man keine Exportindustrie hat, kann man aus einem Außenhandelsdefizit nur herausschrumpfen.“

"Die Rettungsmaßnahmen sind alternativlos"
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13 Kommentare zu "Duell der Hardliner: „Wir müssen den Geldhahn wieder zudrehen“"

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  • Die deutsche Europa-Politik ist für die Steuerzahler in Deutschland
    mittlerweile zu einem hohen Risiko geworden.
    Sollten einige Pleitestaaten bei der Bewältigung der Eurokrise versagen,
    muss nun der deutsche Steuerzahler mit viel Geld auch dafür haften!

    Angesichts der jüngsten Beschlüsse der Eurozonen-Finanzminister ( Banken-Komplizen ) zum neuen "Rettungsfonds" für klamme EU-Mitgliedstaaten ist das Grundproblem nicht gelöst.
    Das Geschäftsmodell vieler Banken geht weiter:
    Die Banken investieren für 10 % in Staatsanleihen überschuldeter Pleitestaaten und refinanzieren
    sich für 1 % bei der EZB und das dank "Rettungsfonds" ohne Ausfallrisiko!!!

    Auch dieser "Rettungsschirm" wird schnell an seine Grenzen kommen
    und am Ende die Umschuldung dieser Pleitestaaten am deutschen Steuerzahler hängen bleibt.
    Die Politik der Bundesregierung ( Banken-Komplize ) läuft darauf hinaus,
    dass der neue Not-Fonds in großem Umfang in Anspruch genommen wird und es zu einer globalen Haftung des deutschen Steuerzahler kommt!!!

    Schon mit den bisherig beschlossenen "PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!

    Wie lange werden die Menschen in Deutschland dem noch tatenlos zusehen?

  • Nun ja würden sie die Schweizer auch in Ihrer Gesamtheit als Nationalisten definieren?
    Die haben sogar zwei Währungen und keine davon ist der Euro, die sind auch nicht bei der Europäischen Aufrüstung mit dabei und der " Lissabon Vertrag " der die Souveränität der Staaten in der EU als absurdum führt geht denen hinterrum vorbei!
    Die Europäische Idee ist gestorben und wer das noch nicht gemerkt hat der soll weiter träumen von der schönen heilen multikulturellen Welt überhaupt gab und gibt es das noch nicht ein Blick nach Frankreich genügt ich sage und schreibe nur die Tochter, ein Blick nach Ungarn genügt, ein Blick in die Niederlande genügt und England nun die haben immer noch das Pfund und nun sind sie dran!
    Ich schäme mich nicht ein Deutscher zu sein wir helfen der ganzen Welt Spendenweltmeister also jetzt sind sie dran!

  • @ jaja :

    Was ist an den Ausagen der NPD inhaltlich falsch? Die NPD leidet unter dem Makel, daß sie vom Verfassungsschutz unterwandert ist und daß sie nicht in der Lage ist, ihr "Wählbarkeitsprofil" so zu gestalten, daß sie von der Mitte akzeptiert wird. Außerdem wird öffetnlioch immer nur negativ über die NPD berichtet. Wir ahebn leider keine andere Partei, die Deutschland und das deutsche Volk in den Mittelpunkt ihrer Wahlaussagen stellt. Um andere "abzuwählen" und die Parlamente "aufzumischen", sollten die unentschlossenen Wähler schon den Mut beweisen, auch die NPD zu wählen, der SCahden, den die "etablierten" Parteien angerichtet haben, kann von der NPD schwerlich übertroffen werden. Vater und Tochter Le Pen beweisen, daß es geht und daß der Ton die Musik macht!

  • Es genügt, wenn die Politiker selbst zur Wahl gehen, um sich selbst zu legitimieren, auch wenn sonst keiner hingeht!

  • leider ist es so das die NPD hinsichtlich EU und EURO alle politischen Argumente auf Ihrer Seite hat.
    Ich habe meine politische Heimat dort wirklich nicht gesucht - ich bin eher aus meiner politischen Heimat vertrieben worden, nachdem die Bundestagsparteien zu marxistischen Blockparteien mutiert sind.

    Ausser NPD gibt es vielleicht noch "Partei der Vernunft" die dem EURO Irrsinn und dem Diktat aus Brüssel entgegentreten. Ich persönlich sehe mich gezwungen bei der nächsten Wahl eine dieser Parteien wählen zu müssen in Ermangelung anderer politischen Alternativen.

    Ich würde übrigens auch lieber Jagd auf Van Rompuy als auf Gaddafi machen, dazu brauchen wir nicht mal Tankflugzeuge.

  • Ich zitiere einen Blogger:

    Antieuropäische Ressentiments werden im Wahlprogramm auch dort aufgegriffen, wo es um die Vorstellungen der NPD zur Währungspolitik geht. So fordert die Partei im Kapitel „Arbeit und Währung“ die Rückkehr zur D-Mark und den Ausstieg Deutschlands aus dem Europäischen Währungssystem. Zugleich sollen Griechenland und andere südeuropäische Staaten aus der Währungsunion ausgeschlossen werden. Die Kernforderung der NPD lautet: „Eine Rückkehr zur Deutschen Mark ist notwendig. Sie garantierte den Deutschen jahrzehntelang Wohlstand und Geldwertstabilität. Wenn Deutschland nicht zur Mark zurückkehrt, dann bleibt es ewiger Zahlesel in einer Transferunion.“

    Na, dann wisst ihr tollen Nationalisten ja, wo ihr eure politische Heimat zu suchen habt.

  • "Der ganze EURO ist B e t r u g und wurde uns undemokratisch ohne Abstimmung durch den Souverän - das Volk - aufgezwungen."

    Das ist nicht ganz richtig.
    Dadurch, dass es in diesem Land hier noch genug Dumme gibt, die zur Wahl gehen, ist das absurde Handeln der Politiker demokratisch legitimiert. Sie sind der Meinung, dass sie demokratisch gewählt wurden und deshalb dem Volk keine Rechenschaft ablegen müssen. Der Wähler hat den Regierungsauftrag erteilt und damit hat er nach Ansicht der Politiker das größte Mitspracherecht gehabt. Politiker bekommen vom Volk einen Freifahrtschein ausgestellt. Das Volk muss ohnmächtig hinnehmen, wie es ausgenommen wird. Wir brauchen den totalen Wahlboykott! Erst wenn keiner mehr wählen geht, ändert sich etwas in Deutschland. Sie können sich nicht selbst den Regierungsauftrag erteilen. Egal welche Bande uns regiert. Sie tun alles nur für sich, den Bankstern und den Wirtschaftsbossen. Was hat das noch mit Demokratie zu tun? Wir leben in einer Scheindemokratie, die in Wahrheit eine Diktatur ist.

  • Ich lebe seit über 10 Jahren in Spanien und habe den Wahnsinn live erleben dürfen. Hier haben analphabeten ohne Berufsausbildung plötzlich statt 100000,- peseten (600,-euro) 2500,- netto und mehr verdient. Dank der enormen Geldzuflüsse aus Brüssel und einer enormen Kreditaufnahme der spanischen Banken. Dank Euro und niedriger Zinsen wurde der Lebensstandard künstlich angehoben. Nach dem nun die Fördermittel gekürzt bzw. die Kreditaufnahme gestoppt wurde, ist das Kartenhaus zusammengebrochen. Spanien war nie ein Musterschüler in Europa. Eher ein Mittelschlechter Sportler der dank Doping sich für kurze Zeit an die Spitze setzen konnte und alle damit getäuscht hat. Schlimmer noch ist aber, dass ich immer häufiger in den spanischen Medien lesen muss, dass an der span. Krise die Ausländer schuld sind bzw. Deutschland und Frankreich mit ihrer EU-Politik. Dank nationalistischer Medien und korrupter Politiker von rechts wie links erfahren die meisten Spanier nicht, dass sie die letzten 10-15 Jahre dank EU-Fördermittel und günstigen Krediten aus dem Ausland (Bankeinlagen deutscher Sparer) künstlichen Wohlstand erleben durften. In den Medien wird Ihnen eingeredet, sie sein die 8. Volkswirtschaft und besser als die Anderen. Das ist wohl der spanische Stolz mit dem die enorme Ignoranz in diesem Lande vernebelt wird. Diese Undankbarkeit den Zahlmeistern gegenübersollten wir nicht nun auch noch mit einer Transferunion beantworten.

  • Die nächsten zu "Rettenden" werden sein: Spanien, Belgien, Italien ! Davon Spanien wahrscheinlich noch in diesem Jahr !

    Im Mai-Juni berkommen die Griechen nochmals nen ordentlichen Nachschlag.

    Der ganze EURO ist B e t r u g und wurde uns undemokratisch ohne Abstimmung durch den Souverän - das Volk - aufgezwungen. Den Dummen hat man das schmackhaft gemacht, weil sie ja die Wechselgebühren sparen, wenn sie in Ausland fahren. Nur die Konzerne und der Export haben profitiert. Aber wir haben als Ausgleich sofort eine rasante Inflation bekommen !

    Die Politik wischt alle Versprechungen und Verträge !!! in einem Handstreich weg und bastelt Rettungsschirme, angeblich nur Bürgschaften und die EZB druckt Geld und kauft die Junkpapiere der PIIGS-Staaten.

    Mal sehen, ob nach Spanien Schluss ist mit Lustig.

  • Der Euro ist nicht alles. Er zerstört Europa. Das wollen die Reissbretttechnokraten nicht wahrhaben. Sie ziehen ein "politisches Projekt" bis zum Ende durch. Wie früher im Sozialismus östlicher Prägung. Auf dem Rücken der Menschen. Widerwärtiger geht es einfach nicht!

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