Edelmetall-Anlagen Das Alters-Risiko mit Gold begrenzen

Die Flucht ins Gold dominiert seit Monaten die Schlagzeilen, doch bei deutschen Sparern sind Edelmetalle bislang wenig gefragt. Dabei können sich Gold-Anlagen gerade zur langfristigen Absicherung eignen.
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Gold kann auch für Kleinanleger attraktiv sein. Quelle: dpa

Gold kann auch für Kleinanleger attraktiv sein.

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FrankfurtGold war die beste Vermögensform dieses Jahrtausends. Der Preis hat sich in der Spitze fast verachtfacht. Zuletzt brauchten die Gold-Anleger allerdings starke Nerven. Von über 1900 Dollar je Unze (31,1 Gramm) stürzte der Preis innerhalb weniger Tage auf rund 1550 Dollar ab. Am Mittwoch kostete Gold wieder rund 1650 Dollar. Manche Experten haben auf eine solche Korrektur gewartet. „Die Intensität hat mich überrascht, aber langfristig ist das gesund, denn viele spekulative Anleger sind aus dem Markt geschleudert worden“, sagt beispielsweise Ronald Stöferle, Goldexperte bei der Erste Bank in Wien.

„Der Markt war kurzfristig überhitzt“, sagt auch Heinz-Werner Rapp, Chef-Anlagestratege und Vorstand von Feri Finance, der für 18 Milliarden Euro Anlagekapital vermögender Privatkunden und institutioneller Investoren verantwortlich zeichnet. Er sieht Gold weiterhin als unverzichtbaren Teil einer sinnvollen langfristigen Vermögensplanung. „Bis zu 15 Prozent des Vermögens sollten es sein, bei einer Währungserosion eher 25 Prozent“, sagt er.

Hinter dem Begriff Währungserosion verbirgt sich ein Kaufargument für Gold, das gerade in den vergangenen Monaten Zugkraft entwickelte. Gemeint sind die Anstrengungen von Notenbanken und Regierungen der westlichen Länder zur Ankurbelung der Konjunktur sowie zur Stützung angeschlagener EU-Länder. Eine verstärkte Schuldenaufnahme höhlt die Währungen aus und macht vielen Menschen Angst vor steigender Inflation.

Deshalb wird Gold jetzt anders wahrgenommen. In diesem Jahrtausend kauften Anleger zunächst, weil sie die Eigenschaften des Edelmetalls als Vermögensform schätzten. Es war nicht an die Entwicklung etwa von Aktien gekoppelt, eignete sich demnach zur Streuung von Risiken. „In den letzten Monaten aber feierte Gold eine Renaissance als Alternativwährung“, sagt Stöferle. Gold kann nicht, wie etwa Dollar oder Euro, beliebig vermehrt werden und damit an Wert einbüßen. Es war in den vergangenen Jahrtausenden als Zahlungsmittel und Wertspeicher immer präsent, während andere Währungen verfielen.

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11 Kommentare zu "Edelmetall-Anlagen: Das Alters-Risiko mit Gold begrenzen"

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  • Ich kann dem Artikel nur zustimmen. Ich sehe Gold und Silber Anlagen auch positiv. Denn diese Rohstoffe werden nie ihren kompletten Wert verlieren.
    Und wer weiss, vielleicht werden auch bei uns irgendwann einmal Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel angenommen.

  • Wow, in der letzten Zeit darf im Handelsblatt pro Gold geschrieben werden. Schade nur, dass in den Zeiten als die Einstandspreise noch günstig waren, in dieser Lektüre meist abgeraten wurde. Schade für die Leser, die den `Ratschlägen´ folgten, sich verunsichern ließen und eine Riesenchance verpasst haben (hunderte Prozent PLUS in der größten Finanzkrise seit Menschengedenken)!

  • Lieber ein paar Kilo Gold horten, als wertlose Papiergeldscheine auf dem Konto.
    Bei dem, was heute durch die Abstimmung zur kommenden Pleite Deutschlands auf uns zukommt, da ist bei Euro und Dollar sowieso Hopfen und Malz verloren.
    Ab heute sind wir parteienübergreifend verkauft und beschissen worden um unsere Zukunft und die unserer Kinder!
    Merkel erweist sich immer mehr als die späte Rache der DDR an dem westlichen Teil Deutschlands.
    Unsere Kinder werden Merkel noch verfluchen in ein paar Dekaden als die Kanzlerin, die Deutschlands Pleite und Untergang initiiert hat.
    Mal sehen, was zu Merkel dann in späteren Geschichtsbüchern dann drin steht!

  • Hallo Peter,
    für eine Unze Gold, sind etwa 400 Unzen Papier-Gold unterwegs.
    Genau wie bei dem Bargeld und Papierversprechen wie z. B. Sparbücher.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  • Das Alters-Risiko mit Gold begrenzen? Die Goldpreise sind jahrelang einzig und allein aufgrund der Mittelzuflüsse insbesondere in Vehikel, wie den SPDR Gold Trust gestiegen. Seit Mitte 2010 stagnieren die Anlagebestände in diesem Fonds, während sie beispielsweise im LSE Gold Bullion Securities bereits seit Mitte 2009 fallen. Sobald die wichtigsten Gold-Fonds in Summe Netto-Mittelabflüsse aufweisen, werden die Kurse wie ein Kartenhäuschen im engen Markt zusammen brechen. Das passiert jetzt gerade und in den nächsten Wochen ...
    Entwicklung der Gold-Lagerbestände siehe http://www.markt-daten.de/charts/rohstoffe/lager-edelmetalle.htm

  • Zur Alterssicherung:
    Zu Riester vorab: Das hat die Stiftung Warentest errechnet, zu dieser Form der Altersversorgung brauch man nun nichts mehr sagen, zumal die Rente später voll angerechnet wird.
    Alle Menschen die in eine Rentenkasse einzahlen, machen einen Fehler: Sie vertrauen dem Staat.
    Ich kann nur jedem raten für seine private Altersversorgung eine Variante zu finden, bei der:

    1. Keine Provisionen abgezogen werden, wie bei Riester
    u. Co.
    2. Die Gewinne legal nicht versteuert werden müssen.
    3. Der Staat keine Kenntnisse von hat.
    4. Nicht besteuert wird, wenn die Vorsorge im Alter
    verbraucht wird.
    5. Keine Krankenkassenbeiträge von bezahlt werden
    müssen; daher auch keine Zuzahlungen für
    Medikamente usw. usw.
    6. Alles sofort und augenblicklich in einen anderen
    Staat gebracht werden kann.
    7. Auf der ganzen Welt als Zahlungsmittel anerkannt
    wird.
    8. Seit Jahrtausenden seinen Wert erhalten hat.
    9. Nicht durch Inflation oder Währungsreform wertlos
    werden kann.
    10. Beim Ableben des Inhabers der Altersversorgung, den
    Hinterbliebenen die Werte bleiben.
    11. Nicht bei der Berechnung von Wohngeld (bis 60.000 Euro
    Vermögen)angerechnet wird.

    Natürlich muss man diese Altersversorgung aber angeben, egal ob sie in einem Bankschließfach in der Schweiz liegt oder im Garten vergraben ist, wenn man zum Sozialfall wird; etwa wegen Altersheim oder Pflegebedürftigkeit.
    Auch darf man dann keine Grundsicherung im Alter beantragen, wenn sich die staatliche Rente als Minirente herausstellt.
    Das wäre Betrug und würde bestraft, wenn die Goldmünzen in der Schweiz oder im Garten gefunden werden.
    Natürlich kann man Goldmünzen nicht essen, aber ungültige Banknoten auch nicht.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

  • @objektivgesehen: 500,-$ auf die Sicht von mehreren Jahren gesehen halte ich bei steigender Inflation für ziemlich unrealistisch bis unmöglich. Dieser Preis läge schon heute ca. 50 % unter den Produktionskosten der meisten Minen. So ein tiefer Preis wäre theoretisch nur nach massiver Deflation möglich, aber dann kostet der Liter Super auch wieder 50 Cent, zum Beispiel. Eine Möglickeit fällt mir aber noch ein, wie wir die 500 sehen: Es sind nicht "alte" Dollar sondern "New Dollar N$" und zwar nach einem Währungschnitt von 10:1!

  • Was ist denn das für ein bodenloser Unsinn ! Alters-Risko mit Gold begrenzen. Wenn der Goldpreis von 2.000,-$ auf 500,-$ fällt, was ja nun wirklich keine unrealistische Annahme ist, dann sind aus einer 100.000,-€ Anlage 25.000,-€ geworden. Das ist ja richtig Klasse. Herzlichen Glückwunsch.

  • Die Zeit ist reif für zwei Kurse: dem Kurs für "Papier- und Zertifikat-Gold" und einem Pries für physisches, sofort lieferbares unbelastetes Gold!

  • Das wird doch schon lange praktiziert...

    Es gibt viel mehr Papierzertifikate auf Edelmetall als dieses unmittelbar physisch verfügbar ist.

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