Edelmetall-Rekorde Gold glänzt – bei Silber droht ein Crash

Der Dollar taumelt und beschert den Edelmetallkursen neue Rekorde. Doch die Wege von Gold und Silber könnten sich bald trennen. Experten sehen bei Silber akute Absturzgefahr.
Update: 28.04.2011 - 16:17 Uhr 43 Kommentare
Gold und Silber - endet der Gleichlauf mit einem Knall? Quelle: dpa

Gold und Silber - endet der Gleichlauf mit einem Knall?

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Schwäche des Dollars und die Aussicht auf eine lang anhaltende expansive Geldpolitik haben dem Höhenflug der Edelmetalle neuen Schwung verliehen. Der Goldpreis stieg am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch bei knapp 1.536 Dollar je Feinunze. Auch der Silberpreis, der nach einem Rekordhoch zu Wochenbeginn vorübergehend stark korrigiert hatte, zog wieder an und stieg in der Spitze bis auf 40 Cent an den Höchststand bei 49,75 Dollar an.

Kurstreibend wirkte vor allem die Entscheidung der US-Notenbank, an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festzuhalten. Die Fed beließ die Leitzinsen im Korridor von null bis 0,25 Prozent und kündigte an, ihr Anleihekaufprogramm im Volumen von 600 Milliarden Dollar wie geplant bis Ende Juni laufen zu lassen. Zudem hält die Notenbank an der Praxis fest, zufließende Gelder aus auslaufenden Staatsanleihen und Hypothekenpapieren, erneut am Markt zu investieren.

Den Dollar, der seit Wochen unter Druck steht, warf die Fed-Entscheidung weiter zurück. Gegenüber dem Euro verbilligte sich die US-Währung zeitweise auf 1,4880 Dollar je Euro. Der Dollar-Index, der die Entwicklung des Greenback im Vergleich zu sechs wichtigen Weltwährungen misst, fiel mit weniger als 73 Punkten auf den tiefsten Stand seit 2008.

Die Angst vor einem weiteren Kursverfall des Dollars treibt die Edelmetallkurse seit Monaten an. Die Sorge, dass die amerikanische Geldpolitik mittelfristig die Inflation treibt, schürt die Nachfrage nach Gold und Silber, die als wertstabile Anlagen gelten. Allerdings verläuft die Kursentwicklung seit Monaten sehr unterschiedlich. Während der Goldpreis in Dollar im laufenden Jahr gut sieben Prozent zulegte, verteuerte sich Silber um 55 Prozent. Bereits im Vorjahr hatte der Silberpreis mit 82 Prozent Zuwachs den Goldpreis, der 28 Prozent zulegte, klar in den Schatten gestellt.

Nach Meinung von Experten könnte sich das Bild in den kommenden Monaten aber drastisch drehen. Während die meisten Experten für Gold weiteres Kurspotenzial sehen, gilt die Silberrally als stark überreizt: "Silber hat das Ende der Fahnenstange erreicht", sagt Daniel Briesemann, Rohstoff-Analyst bei der Commerzbank. "Die Volatilität ist in den vergangenen Tagen stark angestiegen, das zeigt die Nervosität der Investoren. Silber kann vielleicht noch abschließend über 50 Dollar steigen, aber dann könnte es zu einem regelrechten Crash kommen", erwartet Briesemann.

Berechnungen der Commerzbank haben vor allem spekulative Investoren den Silberpreis nach oben getrieben. Lege man nur die Nachfrage der Industrie zugrunde, sei lediglich ein Preis von 20 Dollar je Unze gerechtfertigt, rechnet Briesemann vor. "Ein Absturz bis auf 30 Dollar würde mich daher nicht überraschen."

Anders ist die Lage am Goldmarkt. Als traditionelle Krisenwährung sei Gold aktuell sehr gut unterstützt, sagt der Commerzbank-Analyst. Neben der Sorge vor der Inflation und der Abkehr vom Dollar sorgten auch die Schuldenkrise in den USA und der Euro-Zone sowie die Vielzahl geopolitischer Risiken für eine hohe Nachfrage. Nicht wirkten auch Goldkäufe von Zentralbanken, die ihre Devisenreserven stärker diversifizieren wollten, für Impulse. Briesemanns Fazit: "Ende des Jahres sehen wir den Goldpreis bei 1.600 Dollar."

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43 Kommentare zu "Edelmetall-Rekorde: Gold glänzt – bei Silber droht ein Crash"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • wollt mich nur mal zwischendurch wieder melden, Herr Drescher!
    22. Juli 2011
    seit einigen Tagen wieder über 40 us$/oz !

    bis bald wieder
    falls Sie noch ne Job bei sich übrig haben, bitte melden, das Geld, das Sie verdienen ...

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    Berechnungen der Commerzbank haben vor allem spekulative Investoren den Silberpreis nach oben getrieben. Lege man nur die Nachfrage der Industrie zugrunde, sei lediglich ein Preis von 20 Dollar je Unze gerechtfertigt, rechnet Briesemann vor. "Ein Absturz bis auf 30 Dollar würde mich daher nicht überraschen."

  • ach du liebe Zeit, wenn so eine Hirngröße das sagt, da muß man aber ganz schnell alle EM verkaufen!!!!

  • Au weia......
    Da sieht man mal wieder wie gehirngewaschen die Menschen sind und von Edelmetallen und dem Geldmarkt kaum keine Ahnung haben.
    Kein Wunder, dass so massive Manipulationen über Jahrzehnte möglich sind.
    Die meisten Kommentare hier sind einfach nur schrecklich.....

  • Darfst Du ja,
    wenn Du Silber bei 10$ gekauft hast darfst Du dich freuen.
    Im Momnet ist aber nur viel kommende Inflation eingepreist, sprich wenn die Kommenden Monate und Jahre Inflation bringen, darfst Du dein Gewinn in Dollar behalten, vielleicht sogar auf 60 oder 80$ ausbauen, prozentual macht das den Bock nicht mehr Fett. Dann würde ich aber in Minen wechseln.


    Aber wehe es kommt keine Inflation !
    Und die erzählen viel wenn der Tag lang ist.

  • Na, da hast du es uns Edelmetall-Traumtänzern aber gegeben. - Schade nur, dass ich nicht so recht auf deine "klugen" Einwände reagieren möchte. Ich fühle mich mit meinen Gold- und Silbermünzen eigentlich recht wohl.

  • "überlegt euch doch mal, wer das Silber kauft ... das sind vielleicht 1% Anleger/Industrie, welche sich wirklich absichern wollen und zu 99% Spekulanten, die sich zu 0,15% gedruckte Dollarnoten leihen und diese in Rohstoffe anlegen"
    Hmmm...das dürfte alles auch auf Aktien und Zertifikate zutreffen. Nur hat das Papier eben keinen intrinsischen Wert. Im Gegensatz zu EM.

  • Was für ein Unsinn dieser Artikel!1
    Den merk´ich mir und halte Ihnen den Quatsch in 3 Monaten unter die Nase! (wenn Silber bei 60 us$ steht).

  • JP Morgan wird mit seinen Shorts auf Silver von heute auf morgen untergehen. 500$ Silber Kurziel. Dann ist JP Morgan erledigt

  • Da sind Sie aber sehr pessimistisch über die Entwicklung des Dollar.

  • Einige Wahrheiten, die zu denken geben sollten:

    1) der Goldpreis fällt in Euro gerechnet, seit Anfang 2011 etwa 3.2%. Oder anders gesagt: der Euro schlägt Gold - vorerst zumindest.

    2) Für Silber bestehen mehr Forward-Kontrakte als physisches Silber überhaupt lieferbar ist. Auf dem Tiger reiten ist lustig, aber beim Absteigen sind bisher die meisten gefressen worden. Physisches Silber nachhause zu tragen ist nicht verkehrt, aber ob die gegenwärtigen Preise innert der nächsten, na sagen wir 20 Jahre nach dem Platzen der Blase wieder erreicht werden, das ist sehr ungewiß. Die Brüder Hunt lassen freundlich grüßen!

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