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Edelmetalle Gold legt unerwartet eine Rally hin – Warum Anleger jetzt zugreifen

Die Gold-Pessimisten wurden am Jahresende eines Besseren belehrt: Das Edelmetall hat ein Comeback hingelegt. Haupttreiber der Rally ist die Angst.
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Das Edelmetall wird in unsicheren Zeiten nach wie vor stark nachgefragt. Quelle: Reuters
Gold

Das Edelmetall wird in unsicheren Zeiten nach wie vor stark nachgefragt.

(Foto: Reuters)

FrankfurtLange Zeit führte Gold 2018 ein Schattendasein. Fast sah es so aus, als ob Wertpapierfans recht behalten sollten, die das Edelmetall als Nicht-Anlageform bezeichnen, das nur Kosten verursache.

Doch die Pessimisten wurden in den vergangenen Wochen eines Besseren belehrt. Mit der steigenden Verunsicherung an den Börsen weltweit erlebte Gold ein unerwartetes Comeback. Zum Jahresschluss notierte der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) mit gut 1.277 Dollar auf dem höchsten Stand seit einem halben Jahr.

Wegen der Turbulenzen an den Aktienmärkten und der Angst vor weiteren, heftigen Kursschwankungen im neuen Jahr haben sich die Anleger am letzten Handelstag 2018 noch einmal kräftig mit Gold eingedeckt. Ausgelöst hatten die Angstwellen an den Börsen die politischen Krisen weltweit mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China im Mittelpunkt. Auch die US-Haushaltssperre machte Anlegern Sorge, die in Europa durch den geplanten Brexit verschärft wird.

Gleichzeitig schreckt die straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed die Märkte auf, obwohl die jüngste Zinserhöhung erwartet worden war. In den vergangenen drei Monaten konnte Gold deshalb um über 7,7 Prozent zulegen.

Zum Vergleich: Der Dax verlor im vergangenen Quartal 8,2 Prozent. Für weitere Kursgewinne bestehen bei dem Edelmetall gute Chancen. Das zeigt: Gold wird in unsicheren Zeiten nach wie vor stark nachgefragt.

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Mit Gold sichert etwa Bert Flossbach, Mitgründer des Fondshauses Flossbach von Storch, seine Investments ab. Er sagt: „Gold ist eine Versicherung für den Fall, dass etwas schiefläuft mit dem Finanz- und Geldsystem.“

Inzwischen hält die Gesellschaft rund zehn Prozent des Mischfonds Multiple Opportunities in Gold und weitere circa fünf Prozent in den Goldminen-Aktien von American Barrick und Newmont.

Angst um Erspartes befeuert die Gold-Nachfrage

Falls es noch schlimmer kommt, ist für Martin Siegel, Chef des auf Edelmetalle spezialisierten Fondshauses Stabilitas, sicher: „Wenn Menschen wirklich Angst um ihr Erspartes bekommen, dann ist die Zeit für Gold gekommen.“ In seinen Augen positionieren sich viele Profi-Investoren für den Anstieg der Goldpreise im neuen Jahr.

Das sind ganz neue Töne nach dem Kursabsturz im Sommer 2018. Gold befand sich damals in einem Teufelskreis. Durch die Zinsanhebungen der Fed konnten Anleger wieder ordentliche Zinsen mit US-Staatsanleihen erwirtschaften. Gold, das keine Zinsen abwirft, hat es in diesem Umfeld schwer, da es Ausländer vermehrt in die USA zieht. In diesem Marktumfeld wertete der Dollar auf und verteuerte so den Goldkauf von wichtigen Importländern wie China und Indien.

Die Nachfrage schwächte sich ab, der Preis fiel. Das soll sich ändern. Chris-Oliver Schickentanz, Chefanlagestratege der Commerzbank, erwartet zudem, dass die „2018 noch belastenden Nettoverkäufe der Notenbanken im kommenden Jahr aufhören werden“. So hätten vor allem die türkischen Währungshüter Goldbestände veräußert, um die türkische Lira zu stützen.

Gleichzeitig ist für den Experten erkennbar, dass die Fed 2019 ihren geldpolitischen Normalisierungskurs beendet. Damit „sollten die Realzinsen auf einem für die Edelmetalle akzeptablen Niveau verharren“, urteilt Schickentanz.

Auch von den Rohstoff-Indexfonds kamen in der Goldnachfrage zuletzt Impulse. Fonds wie der SPDR Gold Trust gehören zu den größten Haltern von Gold weltweit. Derzeit liegen die Goldreserven der Fonds nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters bei knapp 52 Millionen Feinunzen, was einem Wert von 66,4 Milliarden Dollar entspricht. Gold hat seinen Tiefpunkt durchschritten.

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