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Edelmetalle Goldpreis klettert auf Fünf-Jahres-Hoch

Nach der Sitzung der US-Notenbank greifen die Anleger zu Gold. Im Vergleich zu früheren Rallys gibt es aber einen großen Unterschied.
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Die Aussicht auf Zinssenkungen in den USA lässt Anleger zu Gold greifen. Quelle: Reuters
Goldbarren in der Schweiz

Die Aussicht auf Zinssenkungen in den USA lässt Anleger zu Gold greifen.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Aussicht auf Zinssenkungen in den USA hat eine Goldrally ausgelöst. Der Preis für das Edelmetall stieg am Donnerstag zwischenzeitlich um 2,8 Prozent auf über 1.383 Dollar pro Feinunze. So teuer war Gold zuletzt im März 2014.

Der Chef der US-Notenbank Fed hatte am späten Mittwochabend europäischer Zeit eine Leitzinssenkung bereits im Juli angedeutet. Powell zufolge treibt die Fed ein „Gefahrenbild“ aus Handelskonflikten und eingetrübten Aussichten für die Weltwirtschaft um: „Wir werden bei Bedarf handeln und unsere Instrumente nutzen, um das Wachstum zu sichern“, betonte Powell.

Als Reaktion auf die Aussage fiel die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen erstmals seit November 2016 unter die Marke von zwei Prozent. Davon profitierte auch der Goldpreis. Denn sowohl US-Staatsanleihen als auch Gold zählen in Krisenzeiten als sichere Anlageklasse. Anders als Zinspapiere wirft Gold allerdings keine regelmäßigen Erträge ab.

Die sinkenden Anleiherenditen haben auch die Verzinsung nach Abzug der Inflation, die sogenannte reale Rendite, auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren gedrückt. Mit 0,14 Prozent auf zehn Jahre werfen auch zehnjährige US-Staatsanleihen nach Berücksichtigung der Teuerungsrate kaum noch etwas ab.

Langfristiger Preistrend durchbrochen

Aus Sicht vieler Investoren spricht das für Gold: Das Edelmetall hat einen lang anhaltenden Preistrend erstmals deutlich durchbrochen. Seit dem Ende der Rally im Jahr 2013 hat sich der Goldpreis in einem relativ engen Band zwischen 1.050 und 1.350 Dollar bewegt. Setzt sich der Goldpreis dauerhaft über dieser Marke fest, könnten mehr Investoren aufspringen und den Goldpreis weiter nach oben treiben.

Im Gegensatz zu früheren Goldpreis-Ausbrüchen sind jedoch auch die Aktienmärkte auf extrem hohen Niveaus. Im Jahr 2011, dem Beginn der bislang größten Goldrally, brachen die Börsen wegen der Euro-Krise deutlich ein. Auch Ende 2018 ließen Konjunktursorgen die Börsen kurzzeitig einbrechen und den Goldpreis klettern. Doch die Aussicht auf eine Fortsetzung der ultralockeren Geldpolitik in den USA und Europa hat sowohl den Goldpreis als auch die Aktienmärkte steigen lassen.

Die jüngste Goldrally ist umso bemerkenswerter, als auch der US-Dollar zuletzt relativ stark war. Üblicherweise ist ein starker Greenback Gift für das Edelmetall. Denn Gold wird auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt. Eine starke US-Währung verteuert Käufe in wichtigen Märkten wie China, Indien, der Türkei oder dem Iran, in denen Gold als Schmuck und Wertaufbewahrungsmittel extrem gefragt ist.

Minen-Aktien mit zweistelligen Gewinnen

Aus diesem Grund haben Gold-Investoren außerhalb des Dollar-Raums noch stärker von der jüngsten Goldpreis-Rally profitiert. Während Gold in Dollar seit Jahresbeginn rund acht Prozent gestiegen ist, hat es sich in Euro gerechnet um knapp zehn Prozent verteuert. In türkischen Lira waren es sogar mehr als 17 Prozent.

Von dem jüngsten Goldboom profitieren auch die Aktien von Goldminen-Konzernen. Die Papiere von Barrick und Newmont haben allein seit Mitte Mai über 20 Prozent zugelegt, beim südafrikanischen Konzern Anglogold Ashanti waren es sogar fast 50 Prozent. Auch breit gestreute Goldminen-Indexfonds wie der iShares MSCI Global Gold Miners ETF (WKN: A1JKQJ) oder der Van Eck Vectors Gold Miners (A12CCL) haben seit Mai rund 19 Prozent zugelegt.

Für Goldminen-Konzerne bedeutet ein steigender Preis automatisch mehr Gewinn, da der Umsatz bei gleichbleibenden Kosten ansteigt. Steigt der Goldpreis etwa von 1.300 auf 1.400 Dollar, wächst der Kassenbestand der großen Goldkonzerne um rund 40 Prozent, hat der Fondsanbieter Van Eck berechnet. Die Förderkosten lägen dagegen bei rund 900 Dollar pro Unze – im derzeitigen Umfeld sind Minenkonzerne also hochprofitabel. Hinzu kommt: Der zuletzt gesunkene Ölpreis senkt die Energiekosten für die Minen.

Mehr: Eine aktuelle Studie zeigt: Viele Anleger halten Gold für eine risikoarme Geldanlage. Doch das ist ein Trugschluss, sagt Handelsblatt-Redakteur Jakob Blume.

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