Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Edelmetalle Goldpreis rutscht unter 1200 Dollar

Wegen des starken US-Dollars geht es für den Goldpreis bergab. Spekulanten wetten immer stärker auf einen Preisverfall des Edelmetalls.
Kommentieren

„Amerikanische Investoren wollen kein Gold mehr“

FrankfurtDie Talfahrt des Goldpreises hält an: Am Montag ist der Preis für das Edelmetall um rund 1,25 Prozent unter die Marke von 1200 Dollar pro Feinunze (rund 31,1 Gramm) gerutscht. Damit ist Gold so billig wie seit Januar 2017 nicht mehr. Der Euro-Goldkurs drehte nach anfänglichen Gewinnen ebenfalls ins Minus und fiel unter 1050 Euro pro Feinunze.

Der Goldpreis-Verfall zog auch andere Edelmetalle hinunter: Silber wurde mit einem Abschlag von rund 1,6 Prozent gehandelt, Palladium verbilligte sich um 1,5 Prozent und Platin brach gar um drei Prozent ein.

„Angesichts des weiter aufwertenden Dollars war es eine Frage der Zeit, bis Gold unter 1200 Dollar fallen würde“, sagt Daniel Briesemann, Rohstoffexperte der Commerzbank. Nun bleibe abzuwarten, ob das Unterschreiten der 1200er-Schwelle weitere technische Verkäufe auslöse und den Druck auf den Goldpreis damit weiter verstärkt.

Denn viele Charttechniker, die auf der Grundlage historischer Kursbewegungen versuchen, Hinweise auf künftige Preistrends zu erhalten, interpretieren die Unterschreitung wichtiger Kursmarken als Verkaufssignal. „Das könnte den Preiseinbruch noch verstärken“, so Briesemann.

Aktuell hängt der Goldpreis extrem stark am US-Dollar: Wertet der Greenback auf, fällt Gold – und umgekehrt. „Dieser Zusammenhang ist so stark wie zuletzt im Jahr 2005“, schreibt Oliver Nugent, Rohstoffanalyst der niederländischen Bank ING in einer Studie.

„Ein Grund für die jüngste Preisentwicklung dürfte sein, dass Investoren zuletzt andere, als sicher geltende Anlagen bevorzugten“, erklärt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank.

So stünden etwa US-Staatsanleihen wegen ihrer im internationalen Vergleich hohen Verzinsung besonders in der Gunst der Investoren. Stephan rechnet damit, dass das Zinsniveau in den USA weiter anziehen wird: „Ein Investment in Gold würde damit im Vergleich zu Anleihen weniger interessant werden, da Gold keine Zinsen abwirft.

Verstärkt wird der Preisdruck noch durch massive Spekulationen gegen das Edelmetall: Daten der US-Börsenaufsicht CFTC zeigen, dass spekulative Anleger wie Hedgefonds ihre Wetten auf fallende Goldpreise auf einen neuen Rekordwert aufgestockt haben.

Die Zahl der sogenannten Short-Wetten an der US-Terminbörse kletterte um 54 Prozent auf über 63.000 Kontrakte – so viele wie noch nie in der bis 2006 zurückreichenden CFTC-Statistik.

Coba-Analyst Briesemann hält jedoch eine baldige Gegenbewegung bei den Edelmetallen für wahrscheinlich: „In der Vergangenheit haben Goldpreise von unter 1200 Dollar Schnäppchenjäger angelockt, besonders in Asien“.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: Edelmetalle - Goldpreis rutscht unter 1200 Dollar

0 Kommentare zu "Edelmetalle: Goldpreis rutscht unter 1200 Dollar"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.