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Edelmetalle Immer mehr Kunden wollen ihr Altgold verkaufen

Der sprunghafte Anstieg des Goldpreises hat für neue Entwicklungen am Edelmetallmarkt gesorgt. Vor allem kleine Edelmetallhändler könnte das unter Druck setzen.
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Das Angebot an Altgold steigt derzeit kräftig. Quelle: Image Source/Getty Images
Schmuckstücke

Das Angebot an Altgold steigt derzeit kräftig.

(Foto: Image Source/Getty Images)

Frankfurt Der Höhenflug der Goldpreise sorgt bei Juwelieren und Händlern für einen Ansturm von Kunden, die ihr Altgold loswerden wollen. So hat sich das Volumen der Ankäufe bei Degussa Goldhandel nach Angaben von Handelsleiter Oliver Heuschuch im ersten Quartal 2019 mehr als verdoppelt. „Seit zwei Wochen steigen die Ankäufe noch einmal deutlich an“, beobachtet er. „Die Kunden kramen in ihren Schatullen und holen alten Schmuck oder Zahngold hervor.“

Auch Dominik Lochmann, Chef des Großhändlers ESG, bestätigt: „Die Ankaufmenge hat sich verdoppelt. Da sind viele Gewinnmitnahmen dabei, von Anlegern, die zu deutlich niedrigeren Preisen gekauft haben und jetzt 20 Prozent Profit realisieren.“

Die Goldkäufe seien dagegen konstant gewesen. „Geht der Goldpreis hoch, kommen erst mal die Verkäufer“, beobachtet Lochmann. Die Käufer würden von einem sprunghaften Preisanstieg zunächst abgeschreckt und warten üblicherweise einige Wochen, bevor sie wieder zugreifen.

Hält der Trend an, könnte das einige kleine Edelmetallhändler unter Druck setzen, erwartet Heuschuch. „Der Markt hat eindeutig gedreht, von einem Käufer- zu einem Verkäufermarkt. Es wird sicherlich nicht lange dauern, bis kleinere Händler aus Finanzierungsgründen nicht mehr ankaufen können und damit beginnen werden, auch Kunden wegzuschicken.“

Wer die aktuell hohen Preise nutzen will, um sich von seinem Altgold zu trennen, sollte sich in jedem Fall vorab informieren, empfiehlt Heuschuch. Mithilfe von Legierungsrechnern im Internet oder auf den Websites von Degussa, Pro Aurum, Heraeus oder ESG lässt sich der Wert von Goldschmuck in allen gängigen Feinheitsgraden bestimmen.

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Weit verbreitet ist mittlerweile der Altgold-Ankauf über das Internet. Dabei fallen erhöhte Versandkosten an, weil das Altgold als Wertsendung versichert werden muss. Als Richtwert müssen Verbraucher mit einem Porto von zehn bis 20 Euro rechnen.

Ab einer bestimmten Menge Altgold übernehmen viele Edelmetallhändler jedoch die Kosten für den versicherten Versand. Bei der Wahl des Händlers helfen Vergleichsportale wie www.gold.de weiter.

Allerdings sind nicht immer diejenigen die besten Anbieter, die Kunden mit dem höchsten Ankaufspreis locken. In der Branche sei bei kleineren Mengen Altgold ein Abschlag auf den Materialpreis von fünf bis sechs Prozent üblich, sagt ESG-Chef Lochmann. Bei größeren Mengen seien es vier Prozent. Davon bezahlt der Händler die Bewertung des Goldes und das Recycling.

Vorsicht bei Schnäppchen

Anbieter, die mit deutlich geringeren Abschlägen auf den Goldpreis Kunden locken, holen die Kosten mitunter über weniger transparente Wege wieder herein. So kommt es vor, dass das Gewicht des Schmucks nicht korrekt erfasst wird oder der Ankäufer einen Teil des Gewichts wegen angeblicher Verschmutzung abzieht.

Die Regel, dass es im Goldhandel keine Schnäppchen gibt, gilt nicht nur für den Verkauf, sondern auch für den Ankauf im Internet. „Es gibt Fake-Shops, die Websites von bekannten Goldhändlern nachbauen und Kunden mit unrealistischen Preisen oder Rabatten locken“, warnt Lochmann. Einem Fake-Shop aufzusitzen ist besonders ärgerlich, da Gold immer nur gegen Vorkasse geliefert wird.

Auch auf Ebay werden Anleger auf der Suche nach Goldinvestments nicht fündig, warnt Lochmann. Das liegt an der Gebühr von zehn Prozent, die Ebay von den Händlern verlangt. „Im Goldhandel liegt die Marge pro Geschäft im niedrigen einstelligen Prozentbereich.“ Daher sei es unmöglich, als Händler gute Preise anzubieten und eine Gebühr an Ebay zu zahlen.

Mehr: Investieren Menschen in Gold, bietet das auch steuerliche Vorteile – sowohl beim Kauf als auch beim Besitz.

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