Edelmetalle „Investoren hat Gold das Herz gebrochen”

Sie wollten Gold als Krisenwährung, falls der Euro zerbricht oder die Inflation die Vermögen auffrisst. Doch kam es am Ende weniger schlimm als gedacht. Was Investoren diese Fehleinschätzung gekostet hat.
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Wie gewonnen, so zerronnen: Der Goldpreis fiel 2013 so stark wie seit über 30 Jahren nicht. Quelle: dpa

Wie gewonnen, so zerronnen: Der Goldpreis fiel 2013 so stark wie seit über 30 Jahren nicht.

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DüsseldorfIm vergangenen Jahr endete die zwölf Jahre währende Liebesaffäre der Investoren mit Gold. Sie kehrten dem Edelmetall den Rücken und wandten sich den Aktienmärkten in Industriestaaten zu – was Aktienkursen weltweit zum größten Plus in vier Jahren verhalf.

Insgesamt sackte der Goldpreis 2013 um 28 Prozent ab, so stark wie seit über drei Jahrzehnten nicht mehr. Eine Entwicklung, die Investoren verblüffte, sagt Marktstrategin Quincy Krosby von Prudential Financial.

„Investoren hat Gold das Herz gebrochen. Der Ausverkauf war einer der der größten Einbrüche, die in jemals bei einer Anlageklasse gesehen habe. Sie gingen in Gold rein, weil sie damit rechneten, dass sich der Schwung fortsetzen würde. Bis er stoppte. Und der Stopp fiel brutal aus.”

Die Nachfrage nach Gold als Mittel, um Werte zu bewahren, sackte 2013 in sich zusammen. Zum einen gab es Anzeichen für wirtschaftliche Erholung. Zum anderen blieb jene Inflation aus, die Investoren wie etwa Hedgefonds-Manager John Paulson als Folge der von den Zentralbanken angestoßenen Konjunkturprogramme erwartet hatten.

Zwischen Anfang 2001 und dem Hoch vom September 2011 hatte der Goldpreis um mehr als 600 Prozent zugelegt. Die Rally nahm noch an Geschwindigkeit zu, als die Federal Reserve ihren Leitzins 2008 auf nahezu null Prozent senkte und mit dem beispiellosen Aufkauf von Anleihen begann – alles mit dem Ziel, die Konjunktur anzutreiben. Die Fed flutete die Wirtschaft mit über drei Billionen Dollar.

Vom einstigen Hoch bei 1923,70 Dollar je Unze brach Gold 2013 auf 1202,30 Dollar je Unze ein – erstmals seit 2000 kam es auf Jahressicht zu einem Rückgang.

Gold-Futures in New York beendeten den 19. Dezember auf einem Drei-Jahres-Tief. Am Vortag hatte die Fed einen Rückbau ihrer Konjunkturmaßnahmen angekündigt, was ein Anziehen der Inflation noch unwahrscheinlicher machte.

Investoren zogen 2013 so viel Geld ab wie nie
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  • Wozu?
    "Nach der Währungsreform" werden meine Dividenden halt in einer anderen Währung ausbezahlt. Firmen schaffen nicht weniger Mehrwert, wenn sie in Neuer-D-Mark, Kaurimuscheln oder sonstwas wirtschaften.

    Schliesslich wird immer aus Einkäufen und Arbeit ein Endprodukt mit Mehrwert, das verkauft wird. Und von dem Mehrwert krieg ich was ab. Damit ist mir die Währung herzlich egal.

  • Zitat: "hoffentlich ist deutsches gold noch vorhanden?"

    Das glaube ich nicht, man hört immer wieder , verpfändet und verkauft.
    Verkauft auch über Papierscheinchen. Diese Scheinchenbesitzer werden ebenfalls kein Gold sehen...nur das verbriefte Recht darauf... auf einen Fetzen Papier.
    Was noch da ist, wird nicht ausgeliefert. Da könnte DE noch eine Überraschung erleben.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @vhe Um es nach der Währungsreform zu beleihen?

  • @ lichtenberg

    Was man sieht ist eine Marktpreisspreizung. In Indien und China werden für physisches Gold von Händlern $1500 aufgerufen. Im westlichen Papiergoldmarkt liegt er politisch gewollt so niedrig wie möglich.

  • @ vhe

    Welche Familie in D die seit Jahrzehnten monatlich 10% der Sparsumme in Gold anlegte ist denn auf die Nase gefallen?

    Nur weil aus heißer Luft geschaffene Zentralbankwährung die Aktien 2013 hochgetrieben hat und ein paar Lemminge umschichten ändert sich doch nichts am großen Bild.

    Twitter und Facebook hießen in der Blase 2001 AOL und Netscape. Letztere war Weltmarktführer bei Browsern. Heute kennt kaum noch jemand diese Firma.

    Aber diesmal wird es bei den Firmen mit Milliarden-Wert in Aktien und keinem Dollar positiven Jahresergebnis bestimmt anders.

    Wobei ich eigentlich ganz froh bin dass so viele Leute ihr Kapital in BitCoin und Twitter leiten. Dadurch bleiben die Edelmetallpreise niedrig. Für den Bug der möglichst billig einkaufen und besitzen will ein angenehmer Zustand.

    Sie glauben gar nicht wie glücklich manche Goldbugs waren als man sich Ende der 90er jeden Monat mehrere Goldunzen kaufen konnte.

  • Lichtenberg und vhe schreiben dummes Zeug!
    Allein im Oktober wurde von China 131 Tnne Gold gekauft und nicht von Privat.
    Sind Sie Angestellte vom HB und anderen Unwissenden?

  • @ lichtenberg

    Wenn westliche Zentralbanken und westlich dominierte Lager ihre Bestände leeren muss es zwangsläufig Investoren geben die zu derzeitigen Preisen diese Bestände und die 2500 Tonnen jährlich neu gefördertes Gold aufkaufen.

    Wie lange es noch zu leerende Lager gibt ist schwer zu sagen da die Staatsdiener bekanntlich nicht zwischen Goldbesitz und Goldforderungen unterscheiden. Es scheint jedoch nicht so einfach zu sein einen Güterzug nach Paris zu schicken um das dort "gelagerte" Gold nächste Woche nach Hause zu bringen. Anscheinend lagern in Paris nur Goldforderungen.

    Die noch förderbaren Mengen werden auf 20 derzeitige Jahresfördermengen geschätzt. In Zukunft wird eine asiatische goldaffine wachsende Bevölkerung als Käuferschicht auftreten die bei lokalen Preisen von umgerechnet $1500 schon heute mehr kauft als gefördert wird.

    Es ist nur eine Frage der Zeit wann im Westen die Lager leer sind. Was die in Generationen denkenden Asiaten nicht vererben sondern wieder auf dem Markt werfen kann man nur erahnen.

    Durch Friedenszeiten kam der Westen übrigens nicht zu seinen Goldbeständen. Diese waren das Ergebnis kolonialer Plünderung in Südamerika und Afrika. Und ganz besonders in Asien.

  • ^Danke,

    so ist es, CChina ist mittlerweile das Fördwerland No. 1,
    die Minen sind meist staatlich, da kein Exportwille vorhanden ist (kann aber jederzeit eintreten)
    sammeln sie ihr Gold in irgend einer Scheune.
    Dasselbe trifft auch für Rusland zu. Aus Australiern Südamerika
    und Nordamerika vagabundiert das Gold allerdings überall hin, da wo Markt ist und Fiatmoney ((ja Gold wird gegen Papier getauscht, heidanei, darf doch nicht sein, wer ist denn so dumm- oder)
    Im Moment gibts viele Dumme und die Gescheiten haben nicht genügend Papier um das Gold aufzunehmen, Da liegt der springende Punkt.

    No Power, bei den BUGS. Sind die Marktmacher und
    Investoren weg, steht der Markt nbei EMs und stagniert.
    Das sieht man doch nun glasklar.

  • >China kauft Gold
    Falsch. China als LAnd, d.h. deren Zentralbank kauft kein Gold, zumindest nicht auf dme Weltmarkt. Die sammeln nur das ein, was sie selber fördern.

    Wer Gold kauft, sind die Chinesen, privat. Und die werden dabei genauso auf die Nase fallen, wie alle anderen.

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