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Edelmetalle Türkische Zentralbank kauft zu Höchstpreisen Rekordmenge an Gold

Allein die Türkei hat im August mehr als 40 Tonnen des Edelmetalls gekauft – obwohl es gerade teuer wie selten ist. Auch Russland und China bleiben aktiv.
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Die türkische Zentralbank hat im August 41 Tonnen Gold zu Höchstpreisen gekauft. Quelle: Reuters
Goldbarren in einer Istanbuler Raffinerie

Die türkische Zentralbank hat im August 41 Tonnen Gold zu Höchstpreisen gekauft.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die türkische Notenbank weitet ihre Goldkäufe massiv aus. Im August lagerten die Zentralbanker rund 41 Tonnen in die staatlichen Tresore ein, wie aus am Montag veröffentlichten Daten des World Gold Council (WGC) hervorgeht. Das war der höchste Wert für die Türkei in der bis Januar 2002 zurückreichenden Monatsstatistik des WGC.

Damit stand die Türkei für drei Viertel der gesamten Goldnachfrage der globalen Notenbanken. Diese kauften im August insgesamt rund 61 Tonnen des Edelmetalls.

Auch die Zentralbanken von Russland und China haben zuletzt ihre Goldkäufe fortgesetzt, wenn auch in geringerem Umfang als in den Vormonaten: Russland kaufte 11,3 Tonnen Gold, China 5,9 Tonnen.

Krishan Gopaul, Analyst beim WGC, sagt: „Die weltweite Unsicherheit bleibt auf hohem Niveau, und es sieht nicht danach aus, dass sich daran etwas ändert. Vor diesem Hintergrund halten die Zentralbanken daran fest, den Anteil von Gold in ihrer Währungsreserve zu erhöhen.“

Besonders die russischen Notenbanker haben einmal mehr großes Geschick beim Timing ihrer Goldkäufe bewiesen: Sie füllten zwischen Juli 2018 und Juni 2019 ihre Goldspeicher mit rund 262 Tonnen. Ende Juni setzte der Goldpreis zu einer Rally an und kletterte innerhalb weniger Wochen um zwölf Prozent. Seither haben die Goldkäufe der Russen etwas nachgelassen.

Auch China hat besonders in der ersten Jahreshälfte 2019 die Goldkäufe intensiviert und im August angesichts steigender Preise weniger gekauft.

Was China, Russland und die Türkei eint

Anders die Türkei: Ende August markierte der Goldpreis in Lira ein neues Allzeithoch. Damals kostete eine Unze Gold (rund 31 Gramm) etwa 9000 türkische Lira. Die türkischen Notenbanker kauften ausgerechnet zu jenem Zeitpunkt Gold, als es für den türkischen Staat am teuersten war.

Die Notenbanken von Russland, China und der Türkei eint jedoch die Strategie hinter den Goldkäufen: Die Länder versuchen damit, die Abhängigkeit ihrer Währungen vom Dollar zu reduzieren.

Der Handelskonflikt und Sanktionsdrohungen, wie sie die USA in der Vergangenheit gegen Russland und die Türkei ausgesprochen hat, hätten damit geringere Auswirkungen auf den Preis der Landeswährungen.

Insbesondere die Wirtschaft der Türkei ist bei einem Preisverfall der Lira anfällig, weil das Land stark auf Ölimporte angewiesen ist. Da Öl in Dollar gehandelt wird, heizt eine schwache Lira die ohnehin hohe Inflation im Land weiter an.

Anleger können jedoch davon ausgehen, dass die Goldnachfrage der Notenbanken weiter hoch bleibt. Das sollte sich auch stabilisierend auf den Goldpreis auswirken. Im vergangenen Jahr hatten die Notenbanken rund 15 Prozent der weltweiten Goldproduktion gekauft. Auch in diesem Jahr dürfte der Anteil ähnlich hoch ausfallen: Seit Jahresbeginn haben die Staaten mehr als 450 Tonnen gekauft, das sind mehr als zehn Prozent der weltweiten Jahresproduktion.

Das Edelmetall verschwindet zudem in den Tresoren der Notenbanken und wird dem Markt auf unbestimmte Zeit entzogen. Eine Verkaufswelle der Notenbanken, die in der Vergangenheit immer wieder Goldpreisschwächen ausgelöst hat, ist dem WGC zufolge nicht absehbar. Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 kaufen die globalen Notenbanken mehr Gold, als sie verkaufen.

Mehr: Konjunkturkrise, Gewinnrückgänge und Zollstreit eröffnen an der Börse neue Chancen. Wie Anleger jetzt die besten Kaufgelegenheiten finden können.

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