Edelmetalle Vergolden ist gut, versilbern ist besser

Edelmetalle sind wieder gefragt. Die Mutigsten kaufen Silber, denn es locken schnelle Gewinne. Doch die Preise schwanken enorm, Spekulanten und Hedge-Fonds tummeln sich im Markt. Was interessierte Anleger bei der Investition beachten sollten.
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Ob Münzen, Barren, Wertpapiere oder Minienaktien - mutige Anleger setzen auf Silber.

Ob Münzen, Barren, Wertpapiere oder Minienaktien - mutige Anleger setzen auf Silber.

FRANKFURT. Die Silberfans sind los. "Man reißt uns die Münzen förmlich aus der Hand", berichtet der Leiter des Edelmetallverkaufs bei der BW-Bank, Friedrich Burrer, über den Ansturm auf die Silber-Gedenkmünzen des Bundes. Deren Clou: Sie sind offiziell zehn Euro wert und werden auch zu diesem Nennwert verkauft, aber es ist Silber für fast elf Euro drin - nach aktuellem Metallpreis.

Finanzminister Wolfgang Schäuble wollte die beiden Stücke zum Eisenbahnjubiläum in Deutschland und zur Alpinen Weltmeisterschaft 2011 erst Ende des Monats ausgeben. Er zog den Verkauf über die Banken aber aus Angst vor einer Silberpreis-Explosion auf Ende Oktober vor. Die Banken haben jetzt rationiert. "Wir geben nur noch ein Stück pro Kunde ab", sagt Burrer. Im kommenden Jahr steckt der Minister statt bisher 16,65 nur noch 11,25 Gramm Silber in die Münzen.

Der weltweite Markt ist nur so groß wie der Börsenwert von Linde

Auch Aktien legen derzeit im Wert zu, aber die Edelmetalle stellen das in den Schatten. Und Silber spurtet dem Goldpreis davon. Mit rund 27 Dollar je Unze - also 31,1 Gramm - kostet das Metall fast drei Mal so viel wie Anfang vergangenen Jahres.

Dass Notenbanken Staatsanleihen kaufen, schürt schon länger Inflationsängste. Nachdem die US-Notenbank vergangene Woche eine zweite Runde der Geldflutung bekannt gegeben hat, steigen die Metallpreise drastisch.

"Die ganze Liquidität muss irgendwo hin, sie fließt in die Finanzmärkte und in Rohstoffe", sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach vom Metallverarbeiter Heraeus. Edelmetalle gelten als sichere Häfen. Silber steigt auch deshalb stärker, weil der Markt winzig ist, noch kleiner als der Goldmarkt. Wird jährlich Gold vor allem aus Minenförderung und Recycling für umgerechnet 120 Mrd. Euro angeboten, kommt der Silbermarkt auf gerade einmal 18 Mrd. Euro. Das entspricht gerade einmal dem Börsenwert von Linde. Die geringe Größe des Marktes macht die Preise volatil.

Gold wird fast vollständig recycled, Silber als Industriemetall nur zu einem kleinen Teil. Zudem wird es zunehmend für neue Technologien eingesetzt. "In diesem Jahr gehen beispielsweise über tausend Tonnen in die Produktion von Solaranlagen", sagt Edelmetallspezialist Torsten Proettel von der LBBW. Das verknappt das Angebot für Anlagezwecke.

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  • Viel interessanter als Gedenkmünzen mit niedrigem Silberanteil sind die 1-Unzen-Münzen ca.31g aus 999er Silber, die man jetzt noch zu Preisen zwischen 22 und 25 € bekommt. Wie z.b. die "Wiener Philharmoniker". Während der kommenden inflation hat man ein massives Silberstück mit garantiertem Silbergehalt, das man auch als Zahlungsmittel verwenden könnte.

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