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Edelmetallhändler Geldwäsche-Razzia bei PIM Gold wirft Fragen auf

Gegen den Goldhändler PIM besteht der Verdacht der Geldwäsche. Bei einer Durchsuchung im September wurden Edelmetalle im Millionenwert beschlagnahmt.
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Bei dem Goldhändler wurden Goldbarren beschlagnahmt. Quelle: PIM Gold und Scheideanstalt GmbH
Showroom von PIM

Bei dem Goldhändler wurden Goldbarren beschlagnahmt.

(Foto: PIM Gold und Scheideanstalt GmbH)

Frankfurt, Berlin Im Umgang mit Staatsanwälten und Polizeifahndern hat die PIM Gold GmbH einige Routine. Seit 2017 laufen Ermittlungen, weil ein Ex-Mitarbeiter fast die ganze Führungsriege angezeigt hat – zum Teil mehrfach. PIM sieht sich einem „Rachefeldzug“ ausgesetzt. Die Vorwürfe würden sich in Luft auflösen, sagt ein Firmenanwalt. Doch droht dem Chef, Mesut P., 48, Gefahr aus einer Richtung, die nichts mit seinem Intimfeind zu tun hat.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt durchsuchte im Dezember 2017 die Geschäftsräume der PIM in Heusenstamm. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche: Mit Teilen der Beute aus einem Internetbetrug sollen Goldbarren bei PIM gekauft worden sein.

Das Landgericht Frankfurt hat drei Männer erstinstanzlich zu Haftstrafen zwischen einem Jahr und neun Monaten und drei Jahren und neun Monaten verurteilt, weil sie mit der Firma K.K. Gregor Technik (KKG) einen Fake-Shop im Internet betrieben haben sollen. Beute: rund 11,5 Millionen Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Verurteilten haben Revision eingelegt.

Die KKG ist heute pleite. Wie aus ihrem Insolvenzbericht hervorgeht, gehörte sie zum Kundenkreis der PIM. Demnach kaufte die KKG für drei Millionen Euro rund 86 Kilogramm Goldbarren, die der Insolvenzverwalter vergebens suchte. „Der Verbleib etwaig erworbener Goldbarren ist ungewiss“, notierte er.

Sein böser Verdacht: Der Ankauf von Goldbarren könnte vorgeschoben sein, „um die im Rahmen des Onlinehandels erworbenen Gelder über die PIM an ‚Hintermänner‘ der Schuldnerin in der Türkei weiterzuleiten“. Der Goldhändler habe erst nach der Razzia Transaktionsbelege präsentiert, an deren Echtheit es bei der Staatsanwaltschaft „erhebliche Zweifel“ gebe. Der angebliche Abholer des Goldes von der KKG hatte bei der Unterschrift seinen eigenen Namen falsch geschrieben.

Hat die PIM eine Millionenbeute der Fake-Shop-Bande gewaschen? Nein, sagt Mesut P.: „Das ist so nie passiert.“ Er präsentiert eine andere Version der Ereignisse. Das Gold sei über einen Geschäftspartner in der Türkei geliefert worden.

Der habe Empfangsbelege vorgelegt, die sich als manipuliert herausgestellt hätten. „Weder haben wir Dokumente gefälscht noch fälschen lassen.“ Die Ermittler erhöhten dennoch den Druck: Bei einer zweiten Durchsuchung der PIM im September 2018 beschlagnahmten sie fast eine halbe Million Euro in bar und Edelmetalle im Wert von 2,8 Millionen Euro. PIM legt Wert auf die Feststellung, dass nur Firmengold und kein Kundengold betroffen war.

Mehr: Die Anbieter PIM Gold und Bonus. Gold werben für Edelmetall-Sparpläne. Verbraucherschützer zweifeln an dem Geschäftsmodell. Die Konkurrenten überziehen sich zudem mit Anzeigen und Klagen.

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