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Einbruch am Devisenmarkt So könnte die Flash-Crash-Zukunft aussehen

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Mehr Risiko – mehr Volatilität
Diese Währungen schlagen ganz besonders aus
Platz 9: Argentinischer Peso
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Argentinien kämpft seit Jahren gegen den wirtschaftlichen Verfall. Auch während der Amtszeit von Christina Fernandez de Kirchner kam das Land nicht auf die Beine. Der frisch gewählte neue Präsident Mauricio Macri will nun die Trendwende einleiten.

Volatilität*: 2,4 Prozent
Exportvolumen**: 2,4 Milliarden Euro

*historische Volatilität (zwölf Monate)
**Exporte von Deutschland in das jeweilige Land

(Foto: AFP)
Platz 8: Peruanischer Nuevo Sol
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Die Schwellenländer in Südamerika haben es derzeit nicht einfach. Einerseits belastet das schwache Wachstum in China. Auf der anderen Seite macht ihnen die bevorstehende Zinsanhebung in den USA noch mehr Sorgen. Viele Investoren ziehen ihre Gelder aus den südlichen Staaten zurück – mit gravierenden Auswirkungen auf die dortigen Währungen. Auch Peru leidet unter der Investorenflucht. Der Peruanische Nuveo Sol musste in diesem Jahr bisher starke Schwankungen hinnehmen. Für Unternehmen keine guten Voraussetzungen für eine Investition. Deutschland ist davon allerdings kaum betroffen. Das Exportvolumen nach Peru ist gering.

Volatilität: 4,8 Prozent
Exportvolumen: 0,91 Milliarden Euro

(Foto: Imago)
Platz 7: Chilenischer Peso
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Der Preisverfall auf den Rohstoffmärkten lässt dem chilenischen Peso keine Ruhe. 2015 schwankt er deutlich hin und her. Im Vergleich zum Dollar hat die südamerikanische Währung seit Jahresanfang 14,9 Prozent verloren. Chile hat die größten Kupfervorkommen der Welt. Der Preis für eine Tonne Kupfer ist 2015 um satte 26,4 Prozent gesunken.

Volatilität: 9,3 Prozent
Exportvolumen: 2,1 Milliarden Euro

(Foto: Imago)
Platz 6: Malaysischer Ringgit
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Nicht nur Südamerika leidet unter der Erwartung einer Zinswende in den USA. Auch in einigen asiatischen Staaten ziehen die Investoren ihre Gelder zurück. Davon betroffen ist unter anderem auch Malaysia. Gegenüber dem US-Dollar hat der malaysische Ringgit daher 17,7 Prozent verloren.

Volatilität: 11,3 Prozent
Exportvolumen: 4,8 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 5: Bulgarischer Lev
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Das zweitjüngste EU-Mitglied leidet weiterhin unter der Korruption. Kein anderes Land in der EU ist korrupter als Bulgarien. 2008 kürzte die Union deswegen 220 Millionen Euro Fördergelder für das Land. Auch die Währung leidet unter der Korruption, da viele Investoren um das Land einen Bogen machen.

Volatilität: 11,9 Prozent
Exportvolumen: 3,3 Milliarden Euro

(Foto: Imago)
Platz 4: Türkei
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Die politischen Unruhen in der Türkei schaden der Lira. Die Unruhen beschränken sich dabei nicht nur auf die Innenpolitik. Auch außenpolitisch steht die Türkei spätestens seit dem Abschuss eines russischen Militärjets im Kreuzfeuer. Die Währung hat im Vergleich zum Dollar fast 19 Prozent verloren, die Volatilität der Lira ist ebenfalls bedenklich hoch. Das bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren, da das Exportvolumen mit über 19 Milliarden Euro vergleichsweise hoch ist.

Volatilität: 13,3 Prozent
Exportvolumen: 19,2 Milliarden Euro

(Foto: Reuters)
Platz 3: Südafrikanischer Rand
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Südafrikas Wirtschaft hatte schon mal bessere Zeiten erlebt. Einst ein hochgelobter BRICS-Staat wird das Land im kommenden Jahr vermutlich einen Anstieg der Firmenpleiten hinnehmen müssen. 2016 soll es in Südafrika zehn Prozent mehr Insolvenzen geben. Kritisch ist die hohe Abhängigkeit von den Rohstoffmärkten. Der südafrikanische Rand kam daher 2015 unter die Räder. In Pendelbewegungen verlor die Währung im Vergleich zum Dollar seit Jahresanfang rund 18 Prozent.

Volatilität: 14,0 Prozent
Exportvolumen: 8,3 Prozent

(Foto: dpa)

Doch warum gab es einen Einbruch im Devisenhandel überhaupt? Für viele Marktteilnehmer sind die Währungsgeschäfte auch zu sehr mit Risiken behaftet. „Es gibt die Tendenz eines Volumen-Einbruchs, wenn der Markt sehr unruhig ist”, sagt Mark Astley, der CEO von Millennium Global Investments in London. Die Firma verwaltet rund 16 Milliarden Dollar. „Banken haben nicht mehr das Kapital, um Warehouse-Risiko einzugehen, also wird der Posten weitergereicht. Wenn ein großes Handelsgeschäft durchkommt, wollen sie es nicht lagern und reichen es weiter. So bekommen wir dieses Lücken-Risiko.”

Neue aufsichtsrechtliche Bestimmungen, etwa die Volcker-Regel oder Basel III, haben die Banken dazu gebracht, ihre Market-Making-Aktivitäten zurückzufahren. Sowohl Morgan Stanley als auch Goldman Sachs Group hatten bei jüngsten Bilanz-Telefonkonferenzen auf eine Verlangsamung ihres Devisengeschäfts hingewiesen. Goldman-CFO Harvey Schwartz erklärte, Volatilität habe ein herausforderndes Umfeld für die Kunden der Bank geschaffen. Ein größerer Fokus auf den elektronischen Handel hat zudem zur Nutzung von Algorithmen ermutigt, welche die Geschwindigkeit und das Ausmaß von Bewegungen am Markt verschlimmern können.

All das schafft eine Bühne für weitere Volatilität und mehr Blitz-Abstürze, meint Andy Maack, Chef für Devisenhandel bei Vanguard Group, der weltgrößten Investmentfonds-Firma. „Wenn jeder auf Pause drückt und es keine Liquidität auf beiden Seiten des Markts mehr gibt, dann können schon sehr, sehr kleine Aufträge den Markt signifikant einbrechen lassen”, sagt Maack. „Es sind diese Art von Bewegungen, die letztlich öfter passieren werden, während wir uns mehr in Richtung elektronischen Handel, Algo-Handel bewegen.”

Seinen vorläufigen Tiefpunkt hat der Devisenhandel aber überschritten: Im November fiel das tägliche Handelsvolumen der drei größten Handelsplattformen auf 463 Milliarden Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Januar 2013. Große Unterschiede gab es bei den einzelnen Währungen: Während der Handel des Euro seit einem Hoch im Oktober 2014 um 20 Prozent eingebrochen ist, fielen die Transaktionen in anderen Währungen vom mexikanischen Peso bis hin zum brasilianischen Real im Vergleich zu ihren Hochs sogar um bis zu 50 Prozent, wie aus einer Statistik der Bank of England hervorgeht.

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