Einigung mit Irak Ölproduktion wird aufgestockt

Nach Saudi-Arabien ist Irak der zweitgrößte Ölproduzent der Opec. Doch seit Monaten standen die Förderung wegen der angespannten Wirtschaftslage still. Nun wird wieder produziert – mit unbekannten Folgen für den Ölpreis.
Die Ölproduktion im Irak geht nach monatelangem Stillstand wieder los. Quelle: dpa
Tawke Ölfeld im Irak

Die Ölproduktion im Irak geht nach monatelangem Stillstand wieder los.

(Foto: dpa)

BagdadDer Irak hat die Weichen für eine erhebliche Erhöhung seiner Ölproduktion gestellt. Die Konzerne BP, Shell und Lukoil sagten nach Angaben von Regierungsvertretern zu, nach monatelangem Stillstand wieder in die Entwicklung von großen Ölfeldern in dem Golfstaat zu investieren. Damit dürfte der zweitgrößte Produzent in der Opec nach Saudi-Arabien 2017 zwischen 250.000 und 350.000 Barrel pro Tag zusätzlich fördern. Derzeit sind es etwa 4,6 Millionen Fässer täglich.

Damit könnte sich die Ölschwemme noch ausweiten. Die Internationale Energieagentur IEA geht jedoch davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte 2016 keine Überversorgung geben wird. Für 2017 erwartet sie, dass weltweit die Nachfrage etwas langsamer wächst als dieses Jahr.

Die Entwicklung vieler großer Ölfelder lag im Irak in der ersten Jahreshälfte de facto auf Eis. Die Regierung hatte wegen des Ölpreiseinbruchs und der hohen Kosten für die Bekämpfung der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) nicht genug Geld, um den Konzernen die Investitionskosten zu vergüten. Die Erlöse aus dem Ölexport stehen für nahezu die gesamten Staatseinnahmen. Nachdem 2014 noch 115 Dollar pro Fass (159 Liter) Öl bezahlt werden mussten, war der Preis Anfang 2016 bis auf 27 Dollar eingebrochen. Derzeit steht er bei etwas über 40 Dollar.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
1 von 10

Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
2 von 10

Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
3 von 10

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
4 von 10

Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
5 von 10

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
6 von 10

Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
7 von 10

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

Aus Unterlagen, die Reuters einsehen konnte, geht hervor, dass sich Staat und Unternehmen im Juli und August nun auf geringere Investitionssummen einigten als ursprünglich 2015 vorgeschlagen. So stimmte BP zu, 1,8 Milliarden Dollar in das Ölfeld Rumaila zu stecken. Vergangenes Jahr war noch von 3,5 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Mit Exxon, CNPC und Petronas stehen Einigungen über Investitionen in Felder, die diese Firmen im Südirak entwickeln, noch aus.

BP, Shell und Lukoil lehnten eine Stellungnahme zunächst ab.

  • rtr
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%