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Einsteigen oder nicht? Top-Banker verzweifeln am Bitcoin-Boom

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JP Morgan auf Schlingerkurs
So gefährlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 17 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – das ist eine weniger als im Vorjahr. Diese Banken müssen ein Prozent mehr Kapital zusätzlich zu der erforderlichen Eigenkapitalquote vorhalten. Unter diesen für das System vergleichsweise nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich zum Beispiel die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, ING Bank, die Royal Bank of Scotland und Bank Morgan Stanley.

(Foto: ap)
Klasse 1 – Standard Chartered
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Welche Konsequenzen der Brexit für die britische Standard Chartered haben wird, ist noch nicht absehbar. Die Bank belegt wie im Vorjahr einen Platz in Klasse 1, die einen Kapitalaufschlag von einem Prozent voraussetzt.

(Foto: Reuters)
Neu in Klasse 1: Die Credit Suisse.
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Neu in der Klasse 1 ist die US-Bank Credit Suisse, die im Vorjahr noch mehr Kapital vorhalten musste. Jetzt beträgt dieser Zuschlag für das Schweizer Geldhaus nur noch ein Prozent. Sie hat aus Sicht der Regulierer an Relevanz verloren.

(Foto: Reuters)
Klasse 2 – Barclays
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James Staley, seit Dezember 2015 Chef der britischen Bank Barclays, konnte die Risikoeinstufung des Geldhauses reduzieren. Barclays gehört, wie auch 2016 schon, nur noch der Klasse zwei an. Dort ist ein Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent erforderlich.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Wells Fargo
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Wells Fargo spielt mit Barclays in einer Liga. Beide gehörten Klasse 2 an, was einen Kapitalzuschlag von 1,5 Prozent bedeutet.

(Foto: AFP)
Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten.

(Foto: ap)
Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China
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Für genauso systemrelevant halten die Regulierer die Industrial and Commercial Bank of China. Aufschlag auch hier: 1,5 Prozent.

(Foto: Reuters)

JP-Morgan-Chef Jamie Dimon gilt als ausgewiesener Bitcoin-Kritiker: Vor zwei Monaten nannte er die Währung „Betrug“, kündigte an, jeden „dummen“ Mitarbeiter zu feuern, der damit handelt. Dimon prognostizierte, die Währung werde in einem Crash enden. Der Hype erinnere ihn an die Spekulations-Manie um Tulpenzwiebeln, die im 17. Jahrhundert in den Niederlanden grassierte. Der Bitcoin tauge allenfalls für „Mörder“ und „Drogenhändler“ oder für Menschen in inflationsgeplagten Schwellenländern wie Venezuela, so Dimon. Auf seine Aussagen folgte heftige Kritik, aber auch Bewunderung für die klare Kante gegenüber dem Bitcoin-Boom. Jetzt sind sie Schnee von gestern.

Einem Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge wägt JP Morgan derzeit ab, ob die Bank Kunden die Spekulation auf den Bitcoin-Preis mithilfe von Future-Kontrakten ermöglicht. Deren Auflegung hatte die weltgrößte Terminbörse Chicago Mercantile Exchange (CME) Ende Oktober angekündigt. Bitcoin-Futures sind Terminkontrakte auf die Kryptowährung, mit deren Hilfe sich Anleger gegen Preisschwankungen absichern können. Lange war zweifelhaft, ob die Aufsichtsbehörden grünes Licht geben. Am Montag veröffentlichte die CME jedoch ein Startdatum, 10. Dezember. Ab dann könnten auch JP-Morgan-Kunden mitspekulieren.

Finanzchefin Marianne Lake hatte im Oktober erklärt, die Bank sei „offen“ gegenüber digitalen Währungen, solange diese ordnungsgemäß reguliert seien. Schon heute können Kunden im Bank-Netzwerk Order für Bitcoin-Börsen platzieren. Und mit Goldman Sachs und der schweizerischen UBS arbeitet JP Morgan zusammen, um technische Standards für die Nutzung der Blockchain-Technik, auf der der Bitcoin basiert, zu erarbeiten.

Der Grund für den klammheimlichen Kurswechsel JP Morgans ist Beobachter zufolge schnell ausgemacht: Angesichts der Kursrally und der Nachfrage juckt es den Wall-Street-Bankern schlicht in den Fingern, am Boom mitzuverdienen.

Der Hedge-Fonds-Manager Mike Novogratz, der aktuell einen 500 Millionen Dollar schweren Fonds für Kryptowährungs-Investitionen aufbaut, sieht den Bitcoin Ende des Jahres schon bei 10.000 Dollar. Auch der Kurs der Konkurrenzwährung Ethereum werde von aktuell rund 370 auf 500 Dollar steigen. Der Bitcoin sei eine Art digitales Gold: „Gold hat einen Wert, weil die Menschen daran glauben, dass es einen Wert hat. Der Bitcoin ist auf einer faszinierenden Technologie aufgebaut, und seine Anzahl ist beschränkt“, so Novogratz.

Sollten die Banken sich nicht schnell genug öffnen – andere Akteure stehen in den Startlöchern, an der Krypto-Party mitzuverdienen: zum Beispiel Hochgeschwindigkeitshändler. Fünf der weltweit größten handeln bereits mit Bitcoin; laut Insidern sind die Handelshäuser Jump Trading, Tower Research Capital, Hudson River Trading und Susquehanna International Group am Markt, DRW Holdings bereits seit 2014. Der Plan der Chicagoer Börse, Bitcoin-Futures anzubieten, erleichtert die Wetten der Profis auf Kursgewinne oder Verluste. Zu den Hindernissen gehört bisher eine fehlende Regulierung und die erst entstehende Marktinfrastruktur. So sind Kursdaten im Kryptobereich oft unzuverlässig, teilweise versagen die Zugänge zu den Onlinebörsen. Dennoch beobachten die ersten Hedgefonds den Markt: So will die Man Group Bitcoins handeln, wenn die CME-Futures auf dem Markt sind, ähnliche Pläne hat Insidern zufolge Passport Capital.

Am globalen Boom ändern selbst Eingriffe der Aufsicht nichts. So hat Malaysia am Mittwoch angekündigt, den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu regulieren. Einzelpersonen und Unternehmen, die die Währungen in konventionelles Geld umtauschen wollen, sollen dies ab dem kommenden Jahr melden, teilte die Zentralbank mit. So soll Geldwäsche und Terrorismus-Finanzierung bekämpft werden.

Derartige Nachrichten sind Wasser auf die Mühlen der Bitcoin-Skeptiker. Wie lange sie in den Türmen der Großbanken noch Gehör finden, ist offen. Die spekulationsfreudigen Kunden stehen bereits vor der Tür.

Mit Material von Reuters und Bloomberg.

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12 Kommentare zu "Einsteigen oder nicht?: Top-Banker verzweifeln am Bitcoin-Boom"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Als Währung wird Bitcoin gar nicht so begehrt sein. Sehr wohl aber als Basiswert (underlying) für klassische Bank-Produkte aller Art, vom Indexzertifikat über sogenannte "Minifutures" bis zu derzeit noch nicht vorhandenen "plain vanilla" Puts und Calls. Was wir zusätzlich bereits haben: Abspaltungen - Biltcoin Cash und Bitcoin Gold (ist dieses schon da oder noch in der Pipeline?) Kein Wunder, dass sich die Banken interessieren (müssen). Und dann gibt es noch Kypto-Sicherheit mit super sicheren Storage-Konzepten in ehemaligen Schweizer Militärbunkern. Ist ja auch schon allgemein bekannt. In solchen vaults wird übrigens auch Balsamico-Essig als Anlageobjekt gelagert. Oder war es Olivenöl? Salatsauce jedenfalls.

  • 50 Jahre sich täglich in den Stau stellen um anschließend 8 bis 16 Stunden zu arbeiten und anschließend wieder, muss man erst einmal gut finden und wollen.

  • Leider hatte das nur die FDP im Kopf!

  • Entlastung für alle, natürlich.

  • Soeben ein Beitrag im HB - Entlasung für alle.

  • Herr Metz,

    nicht umsonst nennt man das bei uns modernes Raubrittertum. Und regnen tut es bei uns auch genug. Darüber denken immer mehr Menschen nach, etwas nachhaltig zu verändern.

    Es ist halt kein Lebensinhalt und Qulität schon gar nich,t sein Leben lang hier über 50 Jahre in Zukunft zu arbeiten, damit er dann noch 1000 bis 1500 Euro Rente bezieht.

    Über die immer mehr abkackende Gesetzliche KV ganz zu schweigen. Und älter werden wir auch nicht. In der EU sind wir nicht gesünder.

    Stattdessen ärgert sich ein Teil der Menschen täglich mit frechen Muslimen herum. In Offenbach, Duisburg, Gelsenkirchen, Neukölln und Berlin klappt das am besten sich mit den gezahlten Steuern auch noch zu ärgern, die uns die POLITIK beschert. Und davon gibt es immer mehr die auf die Kosten anderer bei uns leben wollen.

    Das deutsche Sozialsystem ist das beste der Welt, besonders für diejenigen die zu uns kommen und es nutzen. Wer arbeitet zählt.

    So trivial ist es.

  • @ Chris Koeh

    Also am besten auch noch gleich das Bargeld verbieten, nicht wahr?
    Dann hätte es die 100.000 Mark in Schäubles Schwarzgeldkoffer nämlich auch nicht gegeben.
    Übrigens: Wenn Ihnen jemand 100% Ihres Einkommens unter Androhung von Gewalt wegnimmt, dann würden Sie das als RAUB bezeichnen. Ab wieviel Prozent wäre es für Sie kein Raub mehr? 75%? 50% 25%?

  • Und für 1200 Euro (inflationsbereinigt) Renrenanspruch dürfen 90% der deutschen Michels gerne arbeiten gehen.

  • Böses Geld, Herr Koch.

    Aber wir werden es nicht ändern und die Welt auch nicht. Mit Riester, Lebensversicherungen u.a mache ich andere reich. Da geht mal gar nix.

    Und ob unser Euro mit den PIGS-Schuldnerländern überleben wird, lasse ich gegenwärtig mal offen.

    Vielleicht Braut man dann noch ein paar Bitcoins.

    Wer weiß das schon alles.

  • Mit BitCoin werden illegale Geschäfte finanziert, Betrug begangen - vergleiche wannacry Attacke, Steuern hinterzogen und ahnungslose Geldanleger abgezockt. Da war der Neue Markt um das Jahr 2000 richtig nett - da gab es manchmal sogar noch etwas fürs Geld - vergleiche United Internet - oder eben auch nichts - siehe EMTV.
    Wer mit BitCoin arbeitet tut BÖSES so einfach ist das.

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