Einsteigen oder nicht? Top-Banker verzweifeln am Bitcoin-Boom

Der Bitcoin-Kurs explodiert und entzweit die Banken. Während die Deutsche Bank vor der Kryptowährung warnt, steigt das US-Institut JP Morgan ein. Und das, obwohl dessen Chef den Bitcoin als „Betrug“ geißelte.
Update: 23.11.2017 - 09:17 Uhr 12 Kommentare

„Für Privatinvestoren ist die Kryptowährung hoch interessant“

DüsseldorfDer Bitcoin-Boom setzt die Großbanken unter Zugzwang. Am Mittwoch erreichte der Kurs der Digitalwährung mit 8.354 Dollar zeitweise einen neuen Rekord, nachdem er am Dienstag noch binnen Minuten um 500 Dollar gefallen war. Seit Jahresanfang hat er sich mehr als verachtfacht. Privatanleger wie institutionelle Investoren klopfen immer öfter bei den Banken an – mit Beratungsbedarf oder Kaufaufträgen.

Angesichts der boomenden Nachfrage müssen die Top-Banker eine Linie festlegen. Hatten sie die Kryptowährung, die 2008 in Opposition zum klassischen Finanzsystem erschaffen worden war, lange kritisch beäugt, so weicht die Front der Ablehnung 2017 immer weiter auf. Doch wo ein geschlossenes Auftreten der Branche nötig wäre, herrscht heute vor allem eines: Konfusion.

Die Deutsche Bank hat am Mittwoch klargestellt, wo sie steht: im Lager der Skeptiker. Das größte deutsche Institut warnt vor Investitionen. „Ich würde das dem normalen Anleger schlichtweg nicht empfehlen“, sagte ihr Chefanlage-Stratege Ulrich Stephan. Geldanlagen in Bitcoin und andere Kryptowährungen seien nicht mehr als die Hoffnung, dass man irgendeinen Gegenwert bekomme. Die Schwankungen seien zu hoch und der ganze Bereich sei noch völlig unreguliert. Er sei verwundert darüber, dass deutsche Anleger zurückhaltend mit Aktien seien, derzeit aber so ein Hype um Bitcoin herrsche, so Stephan.

Mit ihrer ablehnenden Haltung unterscheidet sich die Deutsche Bank von anderen großen Geldhäusern. „Immer mehr traditionelle Investoren werden auf das Thema aufmerksam, begreifen den Bitcoin und andere Kryptowährungen als eine neuartige Asset-Klasse“, sagt Philipp Sandner, Professor an der Frankfurt School of Finance and Management.

Zu den aufgeschlossenen Top-Bankern gehört James Gorman. Der Morgan-Stanley-Chef ist der Meinung, der Bitcoin sei mehr als nur eine Modeerscheinung. „Das ist mehr als eine Masche“, erklärte er Ende September, vielmehr handele es sich um ein „sehr interessantes“ Konzept. Er selbst hat nach eigener Aussage aber nicht in Bitcoins investiert. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, betonte ebenfalls die Vorteile digitaler Zahlungen, und erklärte, dass virtuelle Währungen ernstgenommen werden müssten. Man dürfe sie „nicht kategorisieren“, so Lagarde. Auch die Großbank Citigroup will Kryptowährungen genauer untersuchen.

Einen Schritt weiter ist die Investmentbank Goldman Sachs. Sie prüft einen Einstieg in den Bitcoin-Handel, hat im Sommer die erste Preisprognose veröffentlicht. Goldman-Chef Lloyd Blankfein erklärte, vielleicht stelle der Bitcoin die nächste Entwicklungsstufe des Geldes dar. Auf Twitter schrieb er, dass es auch seinerzeit Skepsis gegeben habe, als Papiergeld Gold als Zahlungsmittel verdrängte. In seinem jüngsten Interview betont Blankfein allerdings, er möge den Bitcoin nicht.

Eine Melange aus Ablehnung und Neugier: Die skeptische Haltung vieler Top-Banker ist ins Wanken geraten. Pauschalkritik wie jene von Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam („die exakte Definition einer Blase“), Neil Dwane vom Vermögensverwalter Allianz Global Investors („ein Schwindel für Kriminelle“) und Larry Fink von der Fondsgesellschaft Blackrock („ein Index für Geldwäscher“) dringt derzeit seltener aus den Türmen der Banken.

Den vielleicht heftigsten Schlingerkurs vollführt die mächtigste Bank der Welt: JP Morgan.

JP Morgan auf Schlingerkurs
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12 Kommentare zu "Einsteigen oder nicht?: Top-Banker verzweifeln am Bitcoin-Boom"

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  • Als Währung wird Bitcoin gar nicht so begehrt sein. Sehr wohl aber als Basiswert (underlying) für klassische Bank-Produkte aller Art, vom Indexzertifikat über sogenannte "Minifutures" bis zu derzeit noch nicht vorhandenen "plain vanilla" Puts und Calls. Was wir zusätzlich bereits haben: Abspaltungen - Biltcoin Cash und Bitcoin Gold (ist dieses schon da oder noch in der Pipeline?) Kein Wunder, dass sich die Banken interessieren (müssen). Und dann gibt es noch Kypto-Sicherheit mit super sicheren Storage-Konzepten in ehemaligen Schweizer Militärbunkern. Ist ja auch schon allgemein bekannt. In solchen vaults wird übrigens auch Balsamico-Essig als Anlageobjekt gelagert. Oder war es Olivenöl? Salatsauce jedenfalls.

  • 50 Jahre sich täglich in den Stau stellen um anschließend 8 bis 16 Stunden zu arbeiten und anschließend wieder, muss man erst einmal gut finden und wollen.

  • Leider hatte das nur die FDP im Kopf!

  • Entlastung für alle, natürlich.

  • Soeben ein Beitrag im HB - Entlasung für alle.

  • Herr Metz,

    nicht umsonst nennt man das bei uns modernes Raubrittertum. Und regnen tut es bei uns auch genug. Darüber denken immer mehr Menschen nach, etwas nachhaltig zu verändern.

    Es ist halt kein Lebensinhalt und Qulität schon gar nich,t sein Leben lang hier über 50 Jahre in Zukunft zu arbeiten, damit er dann noch 1000 bis 1500 Euro Rente bezieht.

    Über die immer mehr abkackende Gesetzliche KV ganz zu schweigen. Und älter werden wir auch nicht. In der EU sind wir nicht gesünder.

    Stattdessen ärgert sich ein Teil der Menschen täglich mit frechen Muslimen herum. In Offenbach, Duisburg, Gelsenkirchen, Neukölln und Berlin klappt das am besten sich mit den gezahlten Steuern auch noch zu ärgern, die uns die POLITIK beschert. Und davon gibt es immer mehr die auf die Kosten anderer bei uns leben wollen.

    Das deutsche Sozialsystem ist das beste der Welt, besonders für diejenigen die zu uns kommen und es nutzen. Wer arbeitet zählt.

    So trivial ist es.

  • @ Chris Koeh

    Also am besten auch noch gleich das Bargeld verbieten, nicht wahr?
    Dann hätte es die 100.000 Mark in Schäubles Schwarzgeldkoffer nämlich auch nicht gegeben.
    Übrigens: Wenn Ihnen jemand 100% Ihres Einkommens unter Androhung von Gewalt wegnimmt, dann würden Sie das als RAUB bezeichnen. Ab wieviel Prozent wäre es für Sie kein Raub mehr? 75%? 50% 25%?

  • Und für 1200 Euro (inflationsbereinigt) Renrenanspruch dürfen 90% der deutschen Michels gerne arbeiten gehen.

  • Böses Geld, Herr Koch.

    Aber wir werden es nicht ändern und die Welt auch nicht. Mit Riester, Lebensversicherungen u.a mache ich andere reich. Da geht mal gar nix.

    Und ob unser Euro mit den PIGS-Schuldnerländern überleben wird, lasse ich gegenwärtig mal offen.

    Vielleicht Braut man dann noch ein paar Bitcoins.

    Wer weiß das schon alles.

  • Mit BitCoin werden illegale Geschäfte finanziert, Betrug begangen - vergleiche wannacry Attacke, Steuern hinterzogen und ahnungslose Geldanleger abgezockt. Da war der Neue Markt um das Jahr 2000 richtig nett - da gab es manchmal sogar noch etwas fürs Geld - vergleiche United Internet - oder eben auch nichts - siehe EMTV.
    Wer mit BitCoin arbeitet tut BÖSES so einfach ist das.

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