EU-Austritt Brexit-Antrag schickt Pfund auf Achterbahnfahrt

Großbritannien hat offiziell den EU-Austritt beantragt. Gestern Abend votierte das schottische Parlament für ein neues Unabhängigkeitsreferendum. Das Pfund reagiert – nach deutlichem Fall ging es zuletzt wieder aufwärts.
Update: 29.03.2017 - 14:27 Uhr 1 Kommentar
Die Währung ist aufgrund politischer Entscheidungen unter Druck. Quelle: dpa
Britisches Pfund

Die Währung ist aufgrund politischer Entscheidungen unter Druck.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie politischen Turbulenzen im Vereinigten Königreich schicken das Britische Pfund auf Achterbahnfahrt. Nach Bekanntwerden des erneuten Votums des schottischen Parlaments für ein weiteres Unabhängigkeitsreferendums sowie in Erwartung der EU-Austrittserklärung geriet die britische Währung in der Nacht unter Druck. Das Pfund fiel am Mittwochvormittag zwischenzeitlich unter 1,2377 Dollar – ein Minus von rund 0,5 Prozent. Die Hälfte der wichtigsten Weltwährungen (G10) lag zwischenzeitlich rund 0,4 Prozent im Plus gegenüber dem Pfund.

Im Verlauf des Mittwochs drehte der Kurs dann aber wieder. Das Pfund stieg bis zum Nachmittag auf 1,2440 Dollar und notierte damit fast unverändert gegenüber dem Vortag. Analysten verwiesen darauf, dass das Pfund seit dem britischen Brexit-Votum im vergangenen Jahr um 16 Prozent gegenüber dem Dollar gefallen ist. Die Schweizer Großbank UBS etwa hält die Währung daher für unterbewertet. Die Klarheit über das Austrittsersuchen lasse Anleger nun wieder nach vorne schauen.

Am Dienstagabend hatte die britische Premierministerin Theresa May den historischen Brief unterschrieben, der den Austritt aus der EU in Gang setzt – nach 44 Jahren Zugehörigkeit, neun Monate nach dem Brexit-Referendum. An diesem Mittwoch hat Großbritanniens EU-Botschafter Tim Barrow das Schreiben an Donald Tusk übergeben, den Präsidenten des Europäischen Rates.

Das ist das „sicherste Geldstück der Welt“
Zwölf glänzende Ecken
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Die Neue hat abgespeckt, ist etwas größer und glänzt nun gold- und silberfarben. So wie die Ein- und Zwei-Euro-Münzen. Das war's dann aber auch schon mit der Annäherung ans Festland. Denn das neue Kleingeld ist nicht mehr rund, sondern zwölfeckig. So ist es schwerer zu fälschen.

Jedes 30. Ein-Pfund-Stück ist gefälscht
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Kriminelle Münzpräger und -schmuggler ärgern die britischen Finanzbehörden schon seit Jahren. Rund 50 Millionen falsche Münzen wandern derzeit von Geldbörse zu Geldbörse. Damit ist jedes 30. Ein-Pfund-Stück eine Kopie, schätzt die königliche Münzprägeanstalt Royal Mint. Deshalb kündigte sie nun das „sicherste Geldstück der Welt“ an. Dafür soll neben den zwölf Ecken auch ein Hologramm sorgen. Je nachdem, aus welchem Winkel man die Münze betrachtet, sieht man ein Pfund-Symbol oder die Ziffer 1.

Fälschungssicheres Hologramm
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Auch der neue 50-Euro-Schein, der in der europäischen Währungsunion vom 4. April an in Umlauf kommt, wird ein fälschungssicheres Hologramm tragen. Die alten Scheine bleiben aber mit dem neuen 50er gültig. Wie die Ein-Pfund-Münze ist auch der Fünfziger bei Geldfälschern beliebt. So hat die Bundesbank 2016 in Deutschland 49.938 „falsche Fuffziger“ aus dem Verkehr gezogen.

Alte Pfund-Münzen bis Oktober gültig
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Auf der Insel hingegen können die Briten mit dem alten Pfund nur noch bis zum 15. Oktober zahlen. Bis dahin müssen Millionen Briten ihr Kleingeld umtauschen. Das trifft auch die Jüngsten: Acht von zehn Kindern benutzen in Großbritannien ein Sparschwein. Doch nur rund jedes zweite Kind weiß, dass seine eifrig zusammengesparten Münzen bald ungültig sind. Das fand die britische Bank Halifax heraus.

Gesparte 400 Millionen Ein-Pfund-Münzen
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Die Eltern sind hoffentlich besser informiert. Denn in britischen Sparschweinen, Strümpfen und Einmachgläsern schlummern noch etwa 400 Millionen Ein-Pfund-Münzen, schätzt die Regierung.

Eine Rose für England
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Das Motiv für das neue Geldstück stammt von einem 15 Jahre alten Schüler. Bei einem Wettbewerb hatte sich David Pearce gegen rund 6000 andere Vorschläge durchgesetzt. Sein Entwurf zeigt eine Rose für England, eine Distel für Schottland, Lauch für Wales und Klee für Nordirland. Die Pflanzen wachsen scheinbar aus der Mitte einer Krone heraus.

Portrait der Königin Elizabeth II.
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Auf der Rückseite des neuen Pfunds bleibt indes alles beim Alten. Hier können die Briten weiter das Profil ihrer zwar gealterten, aber unverändert würdevoll dreinblickenden Königin Elizabeth II. betrachten – wie bei allen britischen Münzen.

Mit einer Mehrheit von zehn Stimmen stimmte außerdem Schottlands Parlament am Dienstag für ein erneutes Referendum über die Unabhängigkeit der Region. Die Abgeordneten in Edinburgh haben sich von Großbritanniens Ministerpräsidentin Theresa May nicht abhalten lassen, die Mitte März deutlich machte: Jetzt sei nicht die richtige Zeit für eine solche Abstimmung.

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1 Kommentar zu "EU-Austritt : Brexit-Antrag schickt Pfund auf Achterbahnfahrt"

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  • Das schwächere Pfund verhilft der Handelsnation England zu mehr Aufträgen. Auf einen schwachen Euro basiert ja auch zum Teil die Deutsche Exportwirtschaft. Somit verhilft der Brexit die Englische Volkswirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen.

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