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Euro Die Angst vor der Ansteckungsgefahr ist groß

Der Euro verliert im Handelsverlauf deutlich an Boden. Experten fürchten, dass der Absturz der Gemeinschaftswährung noch lange nicht zu Ende ist. Viel wird auf die Konjunkturentwicklung in Europa ankommen; den ersten Dämpfer gab es bereits. Sollte sich die Wirtschaft nicht so kräftig erholen wie erwartet, hätten die Euro-Staaten und ihre Währung ein Problem.
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Zwei Euromünzen aus Südeuropa. Experten glauben, dass der Verfall der Gemeinschaftswährung noch nicht vorbei ist. Quelle: dpa

Zwei Euromünzen aus Südeuropa. Experten glauben, dass der Verfall der Gemeinschaftswährung noch nicht vorbei ist.

(Foto: dpa)

FRANKFURT. Die Sorge um den Euro ist an den Devisenmärkten wieder gewachsen. Nachdem die Gemeischaftswährung im frühen Handel zeitweise deutlich über die Marke von 1,36 US-Dollar gestiegen ist, fiel sie zuletzt weit zurück.

Experten zufolge dürfte der Abwärtstrend andauern. John Hardy, Devisenstratege von der Saxo Bank fürchtet wegen der Probleme in Griechenland eine Ansteckungsgefahr und warnt vor der Angst vor dem Niedergang des Euro. Die langfristigen Auswirkungen der Situation in Griechenland sind mit Blick auf den Euro extrem Besorgnis erregend.

Dies gilt insbesondere für den Fall, die Wirtschaft im Euroraum erholt sich nicht so stark wie erwartet, um den enormen Druck auf die Bilanzen der Euroländer zu minder, sagt Hardy. Das Ansteckungspotential in einem solchen Szenario sei weitaus größer als das konkrete Problem Griechenlands, dessen finanzielle Nöte nur ein Tropfen auf dem heißen Stein für den Euroraum seien.

Claudia Windt, Volkswirtin bei der Helaba, schätzt, dass die Schuldenprobleme mehrerer südeuropäischer Staaten, insbesondere die der Griechen, werde die Märkte noch eine ganze Weile belasten werden.

Auch die Devisenhändler sind skeptisch. Sie rechnen damit, dass der Euro-Kurs im Vergleich zum Dollar weiter an Boden verlieren wird. Selbst wenn die anderen Euro-Staaten den hochverschuldeten Griechen zur Hilfe eilten, hätte das langfristig negative Auswirkungen auf die Gemeinschaftswährung.

Schließlich müssten die Hilfen bezahlt werden. Neue Schulden könnten die wirtschaftliche Erholung Europas bremsen, was wiederum die Notenbankpolitik und letztlich den Wert des Euros beeinflussen würde. Die Europäische Zentralbank wäre in diesem Falle gezwungen, den Leitzinssatz noch längere Zeit auf Rekordtief zu belassen.

Internationale Investoren würden ihr Kapital abziehen und dorthin schaffen, wo das Zinsniveau höher ist - nach Asien etwa oder Australien. Selbst die USA scheinen, nachdem die Federal Reserve (Fed) kürzlich den Diskontsatz angehoben und damit eine baldige Leitzinsanhebung in Aussicht gestellt hat, deutlich lukrativer für Investoren zu sein als der Euro-Raum. Der Kurs der Gemeinschaftswährung dürfte weiter unter Druck geraten.

Viel wird für die Gemeinschaftswährung darauf ankommen, wie die Konjunkturdaten in den kommenden Tagen und Wochen ausfallen. "Nur wenn sich die Konjunktur im Euro-Raum von ihrer guten Seite zeigt, ist damit zu rechnen, dass es Griechenland gelingt, seine Steuereinnahmen so weit zu erhöhen, dass eine Konsolidierung der Staatsfinanzen möglich wird", heißt es bei der Commerzbank.

Heute gab es bereits den ersten Dämpfer. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Februar erstmals seit langer Zeit verschlechtert. Wie das Münchener Ifo-Institut gestern mitteilte, sei der Ifo-Geschäftsklimaindex von 95,8 Punkten im Vormonat auf 95,2 Punkte gesunken. Die Mehrzahl der Volkswirte dagegen hatte mit einem abermaligen Anstieg auf mehr als 96 Punkte gerechnet. Es wäre der elfte in Folge gewesen. Während sich die Erwartungshaltung im Februar erneut verbesserte, trübte sich die Lagebeurteilung deutlich ein.

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