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Euro/Dollar Euro fällt auf 16-Monats-Tief – Das sind die Gründe

Die europäische Gemeinschaftswährung ist gegenüber dem Dollar auf den niedrigsten Stand seit Juni 2017 gefallen. Drei Faktoren belasten den Wechselkurs.
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Die europäische Gemeinschaftswährung gibt nach. Quelle: Reuters
Euro/Dollar

Die europäische Gemeinschaftswährung gibt nach.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der Euro ist an diesem Montag auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit Juni 2017 gefallen. Er kostete am Vormittag rund 1,1256 Dollar – das ist ein Rückgang von 0,7 Prozent. Aktuell belasten vor allem drei Faktoren den Euro: Die Unsicherheit um Italien, die straffere Geldpolitik in den USA und die Gefahr eines harten Brexits.

1. Unsicherheit um Italien

Italien streitet mit der EU-Kommission um seinen Haushalt für kommendes Jahr. Die Regierung in Rom will Steuern senken und die Sozialausgaben erhöhen. Nach ihren Plänen soll die Neuverschuldung so auf 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, obwohl die EU 0,8 Prozent vorgegeben hatte.

Auch die Wachstumsannahmen der Regierung hält Brüssel für zu optimistisch. Italien ist nach Griechenland das am höchsten verschuldete Euro-Land mit einer Quote von mehr als 130 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das ist mehr als doppelt so hoch wie nach EU-Regeln erlaubt. Bis zum morgigen Dienstag muss die Regierung in Rom der EU-Kommission einen neuen Haushaltsplan vorlegen, sonst droht ein Strafverfahren der EU.

Solange es am Markt nach einer neuen Italien-Krise aussehe, werde die Euro-Schwäche anhalten, erwartet Analyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank. Für internationale Investoren ist dies ein großer Unsicherheitsfaktor. Am Montag warnte der Vizechef der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, dass es wieder Sorgen hinsichtlich der Tragfähigkeit der Schulden von Staaten und Privatwirtschaft gebe.

„Was die öffentlichen Finanzen angeht, ist Italien gegenwärtig der prominenteste Fall,“ sagte de Guindos. Bislang seien die Ansteckungseffekte recht begrenzt geblieben, sagte der EZB-Vize. Eine Ausbreitung bleibe aber eine Möglichkeit.

Die Probleme in Italien dämpfen auch Spekulationen von Investoren, dass die EZB bald die Zinsen anheben könnte. „Es wird zunehmend infrage gestellt, dass es bald eine Zinserhöhung geben wird“, sagt Commerzbank-Analyst Leuchtmann. Bislang gehen die meisten Beobachter davon aus, dass die EZB frühestens im Herbst 2019 erstmals die Zinsen anhebt.

2. Geldpolitik in den USA

Dagegen hat die US-Notenbank Federal Reserve erst in der vergangenen Woche eine weitere Straffung der Geldpolitik signalisiert. Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich ausgesprochen optimistisch über das Wachstum in den USA. Die Führungsmitglieder der Notenbank gehen von einer weiteren Zinserhöhung im Dezember und drei Schritten im kommenden Jahr aus.

Investoren haben lange Zeit einen langsameren Anstieg erwartet. Nun zieht die Fed sie aber doch etwas schneller als erwartet an. Durch höhere Zinsen wird es für Investoren attraktiver, ihr Geld in Zinspapiere in den USA zu investieren – was wiederrum den Dollar stützt.

3. Angst vor dem harten Brexit

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor für Investoren sind die Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien. Die Verhandlungen kommen derzeit nicht voran, wodurch die Gefahr eines harten Brexits steigt. Vor allem das britische Pfund ist dadurch unter Druck geraten. Es sank gegenüber dem US-Dollar um gut ein Prozent. Aber auch den Euro belasten die Sorgen vor einem harten Brexit, schließlich wäre davon auch die Wirtschaft im restlichen Europa stark betroffen.

Die britische Premierministerin Theresa May gerät mit ihren Brexit-Plänen zunehmend unter Druck. Die frühere britische Bildungsministerin Justine Greening rechnet mit einer Ablehnung der Pläne im Parlament. Großbritannien will die EU am 29. März 2019 verlassen und verhandelt seit mehr als einem Jahr mit Brüssel über die Bedingungen.

Haupthindernis ist nach wie vor die politisch heikle Frage, wie die Grenze zwischen dem EU-Staat Irland und dem britischen Nordirland offengehalten werden kann.

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