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Euro-Dollar-Kurs „Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück“

Der Euro erklimmt trotz Niedrigzins die psychologisch wichtige Marke von 1,10 US-Dollar. Vor Kurzem prognostizierten viele Analysten die Parität. Warum daran heute nur noch die wenigsten glauben.
2 Kommentare
Die Aussicht auf einen robusten Aufschwung im gemeinsamen Währungsraum ist für die Wertsteigerung des Euros mitverantwortlich. Quelle: dpa
Euro-Kurs

Die Aussicht auf einen robusten Aufschwung im gemeinsamen Währungsraum ist für die Wertsteigerung des Euros mitverantwortlich.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Main Der Währungsmarkt kann den politischen Wirrungen einfach nicht entkommen. Und so bewegen dieser Tage gar Meldungen das an Umsätzen gemessen größte Währungspaar der Welt, Euro-Dollar, die auf den ersten Blick keinen direkten Einfluss haben: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump soll laut einem Bericht der „Washington Post“ dem russischen Außenminister geheime Staatsinformationen ausgeplaudert haben.

Diese Nachricht hat dem Euro-Dollar-Kurs nun den nötigen Schub gegeben, um ihn über die Marke von 1,10 Dollar je Euro zu hieven. War vor Trumps Amtsantritt noch die Rede von einem Wechselkurs von einem Dollar zu einem Euro, hat der Trend seit Anfang Januar den Kurs in die Gegenrichtung eingeschlagen.

Die Währungs-Analysten der Commerzbank kommentieren nüchtern: „Dass sich die Regierung angesichts des aktuellen politischen Aufruhrs noch auf Steuerreformen und Infrastrukturausgaben konzentriert, erscheint irgendwie unwahrscheinlich, was die grundsätzliche Marktstimmung mit Blick auf den US-Dollar beeinflusst.“ Diese sei derzeit eben negativ.

Diese Währungen setzen voll auf Papiergeld
Pro-Kopf-Verteilung
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In welcher Währung sind ei meisten Banknoten im Umlauf? Dieser Frage ist die Webseite vexcash.com nachgegangen. Auf Basis von Daten der Zentralbanken und des IWF hat sie den Wert der Scheine in Euro errechnet – und die Anzahl der Banknoten pro Kopf. Wer denkt, im Land mit den meisten Einwohnern wären auch die meisten Scheine im Umlauf, liegt falsch. Indien liegt nur im oberen Mittelfeld.

Quelle: vexcash.com

(Foto: AFP)
Türkische Lira - TRY (22 Scheine/Kopf)
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Eine Rarität: Auf die knapp 81 Millionen Einwohner des Währungsraums Türkei und Nordzypern entfallen nur 22 Banknoten pro Person. Wie die meisten untersuchten Länder verfügen die Türken über sechs verschiedene Scheine.

(Foto: Reuters)
Norwegische Kronen – NOK (24 Scheine/Kopf)
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Die fünf Scheine der Norweger: Da in dem Land gut 5,3 Millionen Einwohner leben – und damit mit Abstand die wenigsten unter den untersuchten Währungen – sind entsprechend wenige papierene Bezahlmittel im Umlauf. Die knapp 128 Millionen Banknoten haben einen Gegenwert von 4,77 Milliarden Euro.

(Foto: Reuters)
Schwedische Kronen - SEK (28 Scheine/Kopf)
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Hier, in der Zentrale der Sveriges Riksbank in Stockholm, legen die schwedischen Notenbanker ihre Geldpolitik fest. 28 der 279 Millionen Geldscheine entfallen auf jeden der 9,91 Millionen Schweden.

(Foto: dpa)
Mexikanischer Peso - MXN (37 Scheine/Kopf)
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Ein Schild zeigt den Wechselkurs zum US-Dollar an, der in Mexiko eine große Rolle spielt. Alle Banknoten, etwa 4,75 Billionen Stück, sind 64,6 Milliarden Euro wert – ein Mittelfeldplatz.

(Foto: Reuters)
Schweizer Franken - CHF (51 Scheine/Kopf)
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Sechs verschiedene Scheine gibt in der Schweizer Währung Franken. Jeder Schweizer besitzt rein rechnerisch im Schnitt 51 Banknoten – etwa doppelt so viel heimisches Papiergeld, wie ein Norweger im Portemonnaie hat.

(Foto: dpa)
Indische Rupie (53 Scheine/Kopf)
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Indien weist mit mehr als einer Milliarde Einwohnern die mit Abstand höchste Bevölkerungszahl in dieser Untersuchung auf. In Relation zu den rund 68 Milliarden Banknoten ergibt dies jedoch nur einen Wert von 53 Scheinen pro Kopf. Damit befindet sich Indien im oberen Mittelfeld.

(Foto: dpa)

Die Stimmung lässt sich indes auch mit Kennzahlen an den Märkten belegen. So fielen die Einzelhandelsumsätze in den USA im April mit einem Plus von 0,4 Prozent schwächer aus als erwartet. Die Verbraucherpreise zogen im Jahresvergleich zwar um 2,2 Prozent an, gingen im Vergleich zum März allerdings leicht zurück. Die DZ-Bank erwartet zudem, dass der ZEW-Index heute positive Geschäftserwartungen bereithält und den Euro weiter stützt.

Auf US-Seite hat die Trump-Regierung zwar bereits ihre groben Pläne zur Steuerreform umrissen. Da es aber noch immer an Details dazu sowie den in Aussicht gestellten Wirtschaftsprogrammen – beispielsweise einer Deregulierung der Energiebranche – fehlt, ist die Trump-Euphorie in den vergangenen Jahren merklich abgeebbt.

Entsprechend stieg der Euro gegenüber dem Greenback, Und mit diesem Trendwechsel änderten sich auch die Erwartungen der Experten. Hatten zahlreiche Analysten von Großbanken wie etwa der Deutschen Bank Anfang des Jahres noch die Parität zwischen Euro und Dollar innerhalb des ersten Halbjahres gesprochen, haben fast alle diesen Ausblick mittlerweile kassiert.

Und nicht nur beim Euro-Dollar-Kurs ist der erneute Vertrauensentzug gegenüber Trump abzulesen. Der Dollar-Index, der die US-Währung gegenüber den sechs größten Währungen der Welt misst, fiel am Dienstag auf das Sechs-Monats-Tief von 98,5 Punkten.

Finance Briefing
Was noch für einen steigenden Dollar spricht
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2 Kommentare zu "Euro-Dollar-Kurs: „Zwei Schritte vor, ein Schritt zurück“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Koennte ich die Kursentwicklung Euro-Dollar voraussehen, waere ich ein reicher
    Mann. Die gleichen Argumente, die fuer eine Dollar-Schwaeche angefuehrt werden,
    benutzt man auch fuer das Gegenteil. Frau Kah hat hundertprozent recht mit ihrem
    vorstehenden Kommentar.

  • Ach verehrter Herr Streit,

    vielleicht lesen Sie einmal aufmerksam Ihren eigenen Artikel. Ist es nicht entzückend, wie viele Einflüsse auf den EURO/DOLLAR Kurs wirken? Sind Sie nicht begeistert, wie viele hochangesehene Experten eine zitierfähige Meinung haben? Und dann der alles überschattende Knüller: Es war Trump höchstpersönlich, der eigenhändig und mit Absicht den Dollar geschwächt hat.

    Meine Meinung: Es gibt Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Fragen, bei denen auch sogenannte Experten nur labern und sich blamieren. Wer das nicht mitmachen will, muß solche Themen meiden.

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