Euro Eurokurs erholt sich nach EZB-Entscheidung rasch

Der Euro hat die Entscheidungen der EZB offenbar gut verkraftet. Von seinen Verlusten am Mittwoch erholte er sich schnell. Am späten Nachmittag stieg der Kurs der Gemeinschaftswährung auf 1,1437 US-Dollar.
Update: 05.02.2015 - 17:38 Uhr Kommentieren
Sein Besuch in Frankfurt bewegte den Euro zunächst nicht merklich: Yanis Varoufakis, neuer griechischer Finanzminister. Quelle: Reuters
Mit gesenktem Kopf, doch aufrecht: Varoufakis auf EZB-Besuch.

Sein Besuch in Frankfurt bewegte den Euro zunächst nicht merklich: Yanis Varoufakis, neuer griechischer Finanzminister.

(Foto: Reuters)

FrankfurtDie Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Griechenland haben den Eurokurs nicht nachhaltig belastet. Am Donnerstag erholte sich die Gemeinschaftswährung wieder von ihren Verlusten, die sie nach dem Beschluss am Mittwochabend erlitten hatte. Bis zum späten Nachmittag stieg der Eurokurs auf 1,1437 US-Dollar. In der Nacht war er noch bis auf 1,1304 Dollar gesunken. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1410 (Mittwoch: 1,1446) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8764 (0,8737) Euro.

Die EZB hatte am Mittwochabend bekanntgegeben, Staatsanleihen Griechenlands nur noch für wenige Tage als Sicherheit für Zentralbankgeld zu akzeptieren, anstatt wie allgemein erwartet zumindest das Auslaufen des damit verknüpften Hilfsprogramms Ende des Monats abzuwarten. „Dass die EZB schon unmittelbar nach Besuch von Finanzminister Giannis Varoufakis aktiv wurde, hat starke Signalwirkung: So, wie Griechenlands Regierung es vorhat, läuft es mit der EZB nicht“, kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte von der Commerzbank.

Ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone könnte sogar positive Wirkungen für den Euro haben, so der Analyst. Es müsse klar gemacht werden, dass sich die Länder an die „Hausordnung im Euroraum“ halten müssten. Eine „ordnungspolitische Standhaftigkeit“ wäre ein positives Signal für die Währung Europas. Der Besuch des griechischen Finanzministers Gianis Varoufakis bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble brachte zunächst keine Ergebnisse, ohne dass dies den Euro merklich bewegt hätte.

Nach deutlich gestiegenen deutschen Industrieaufträgen im Dezember beschleunigte der Eurokurs seinen Aufwärtstrend. „Der Jahresabschluss präsentiert sich damit sehr versöhnlich“, kommentierte Volkswirt Mario Gruppe von der NordLB. Um den konjunkturellen Start ins neue Jahr müsse einem „nicht bange“ sein.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,74820 (0,75160) britische Pfund, 133,98 (134,49) japanische Yen und 1,0587 (1,0602) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1259,25 (1268,50) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 35 000,00 (35 070,00) Euro.

  • dpa
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