Euro gewinnt, Gold legt zu Schwache Arbeitsmarktdaten stören die US-Notenbank

Die Zahl der Arbeitsplätze in den USA wächst langsamer als erwartet. Das läuft den Plänen der Fed-Chefin Yellen zuwider, noch in diesem Jahr die Zinsen zu erhöhen. Euro und Gold können von den Neuigkeiten profitieren.
Update: 02.10.2015 - 16:04 Uhr
Fed-Chefin Janet Yellen sorgt sich um den US-Arbeitsmarkt. Quelle: dpa
Janet Yellen

Fed-Chefin Janet Yellen sorgt sich um den US-Arbeitsmarkt.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKaum hat die US-Notenbank (Fed) quasi eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr angekündigt, da werfen neue Zahlen zum Arbeitsmarkt schon einen wieder einen Schatten des Zweifels auf diese Pläne. Im September wurden nur 142.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft geschaffen – das ist die entscheidende Zahl, auf die Ökonomen und Märkte schauen. Im August waren es nach einer Korrektur der Statistik offiziell nur 136.000. Für beide Monate war ein höherer Wert erwartet worden. Das Stellenwachstum hat damit wohl endgültig das zuvor gewohnte Tempo von gut 200.000 Jobs hinter sich gelassen.

Außerdem ging das Lohnniveau im September sogar minimal zurück. Das alles macht eine Erhöhung der Fed-Zinsen noch in diesem Jahr nicht unbedingt dringender. Auf der anderen Seite blieb das Niveau der Arbeitslosigkeit aber bei 5,1 Prozent. Bringt man in Anschlag, dass die Verunsicherung in den vergangenen beiden Monaten durch die Marktturbulenzen, die vor allem von in China ausgingen, in den Analysen der Ökonomen und Notenbanker schon enthalten ist, dann hat sich das Bild nicht so dramatisch geändert, wie es auf den ersten Blick aussieht. Torsten Slok von der Deutschen deutet in einer ersten Reaktion an, dass er als Ursache für die Daten die Marktturbulenzen ansieht und nicht eine tiefer liegende ökonomische Schwäche.

Fed-Chefin Janet Yellen und Bill Dudley, Chef der Fed New York, hatten zuletzt relativ deutlich davon gesprochen, dass die Fed die Zinsen wohl noch in diesem Jahr zum ersten Mal seit mehr als neun Jahren erhöht. Als wahrscheinlicher Termin gilt der Dezember. Die Notenbanker wollen sich im Voraus nie festlegen und verstehen ihre Aussagen auch eher als Prognosen, nicht als feste Ankündigungen. Auf der anderen Seite möchten sie die Märkte aber auf einen derartigen Schritt vorbereiten.

Die Quasi-Ankündigung stand unter dem Vorbehalt, dass sich die wirtschaftlichen Aussichten und Trends in den USA bis zum Dezember nicht wesentlich verändern. Das eher schwache Stellenwachstum im September allein dürfte noch keine Änderung des Trends darstellen. Aber es weckt doch wieder Zweifel: Sollten noch mehr schlechte Zahlen oder Nachrichten dazukommen, wird die Zinserhöhung wieder eine sehr wackelige Entscheidung.

Die fallenden Messer des Aktienmarkts

INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006231004
Börse
FSE

-0,07 -0,35%
+20,03€
Chart von INFINEON TECHNOLOGIES AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 20: Infineon
1 von 20

Der deutsche Chipbauer hat nach jahrelanger Talfahrt wieder den Weg nach oben gefunden. Doch im Sommer musste Infineon eine Schwächephase hinnehmen. Über 14 Prozent gaben die Papiere in den vergangenen drei Monaten nach. Damit verloren die Aktien einen Großteil ihres Gewinns des laufenden Jahres. Seit dem 1. Januar liegen die Papiere nur noch 10,5 Prozent im Plus.

Kursentwicklung (drei Monate): - 14,3 Prozent

COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000CBK1001
Börse
FSE

-0,15 -1,61%
+9,41€
Chart von COMMERZBANK AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 19: Commerzbank
2 von 20

Das Polen-Geschäft macht der Commerzbank Sorgen. Auf die polnische Tochter mBank könnten im Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten erhebliche Kosten zukommen. Einem Bericht der Zeitung „Dziennik Gazeta Prawna“ zufolge will Polens Staatspräsident Andrzej Duda nach den Parlamentswahlen den Abgeordneten ein Gesetz zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten vorlegen. Insgesamt könnte den Geldhäusern, die Fremdwährungskredite vergeben haben, Wechselkursverluste im Volumen von umgerechnet 5,2 Milliarden Euro aufgebrummt werden.

Kursentwicklung: - 15,5 Prozent

LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005470405
Börse
FSE

-0,68 -1,02%
+65,98€
Chart von LANXESS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 18: Lanxess
3 von 20

Das Dax-Abenteuer ist nach gerade einmal drei Jahren schon wieder vorbei. Der Spezialchemiekonzern Lanxess wurde im September wieder in den MDax degradiert. Für Lanxess kam der Immobilienkonzern Vonovia in den Dax. Für Belastung sorgen konjunkturelle Störfeuer in China und den Schwellenländern. Seine Ziele will Lanxess im laufenden Jahr dennoch erfüllen.

Kursentwicklung: - 16,0 Prozent

Syngenta

WKN
ISIN
CH0011037469
Börse
n. a.

Chart von Syngenta
Flop 17: Syngenta
4 von 20

Das Management des weltgrößten Herstellers von Pflanzenschutzmitteln steht nach der geplatzten Übernahme durch Monsanto stark unter Druck. Der Saatgut- und Genpflanzen-Hersteller aus St. Louis wollte 470 Franken je Aktie oder insgesamt mehr als 40 Milliarden Dollar auf den Tisch legen, war damit bei der Syngenta-Spitze aber abgeblitzt und hatte nach monatelangem Gezerre schließlich das Handtuch geworfen. Das Schweizer Unternehmen will unter anderem mit der Veräußerung von Geschäften und einem milliardenschweren Aktienrückkauf die Gunst der Anleger zurückgewinnen – bisher ohne großen Erfolg.

Kursentwicklung: - 16,7 Prozent

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
FSE

-0,53 -0,65%
+80,84€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 16: BASF
5 von 20

Die BASF-Tochter Wintershall hat mit dem russischen Gas-Riesen Gazprom einen Milliardendeal abgeschlossen. Geholfen hat es den Aktien von BASF jedoch nicht. In den vergangenen drei Monaten rauschten die Papiere fast 18 Prozent ins Minus. Die Kasseler BASF-Tochter Wintershall wird ihre Beteiligung an dem bislang gemeinsam betriebenen Gashandels- und Gasspeichergeschäft wie ursprünglich geplant vollständig an die Russen abgeben. Im Gegenzug soll BASF mehr Anteile an großen Erdgasfeldern in Sibirien erhalten.

Kursentwicklung: - 17,7 Prozent

LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006483001
Börse
FSE

-1,15 -0,64%
+178,25€
Chart von LINDE AG INHABER-AKTIEN O.N.
Flop 15: Linde
6 von 20

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser hat die Einstufung für Linde nach einer Investorenveranstaltung auf „buy“ mit einem Kursziel von 224 Euro belassen. Der Hersteller von Industriegasen und Anlagen sei gut positioniert, um von globalen Wachstumstrends in den Industrie- und den Schwellenländern zu profitieren, schrieb Analyst Nils-Peter Gehrmann in einer Studie. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn de Branche ist laut NordLB-Analyst Thorsten Strauß von erhebliche Umwälzungen geprägt.

Kursentwicklung: - 18,1 Prozent

RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81

WKN
ISIN
FR0000131906
Börse
FSE

-0,83 -1,08%
+75,40€
Chart von RENAULT S.A. ACTIONS PORT. EO 3,81
Flop 14: Renault
7 von 20

Die Konjunkturschwäche in China bereitet vielen Autobauern Sorgen. Der Chef des französischen Autokonzerns Renault hingegen zeigt sich davon weitestgehend unbeeindruckt. „Wenn es einen Autobauer gibt, dem die Situation in China keine Sorgen bereitet, dann sind wir es“, sagte Konzernchef Carlos Ghosn der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“. Die Anleger scheinen anderer Meinung zu sein. In den Sommermonaten rutschten die Renault-Aktien deutlich ins Minus.

Kursentwicklung: - 18,4 Prozent

Die Aussicht auf eine weitere Verschiebung der US-Zinswende hat den Dollar am Freitag auf Talfahrt geschickt. Ein Euro verteuerte sich nach den Daten binnen Minuten um mehr als eineinhalb US-Cent auf bis zu 1,1310 Dollar. Im Gegenzug drehten Dax und EuroStoxx50 ins Minus und notierten jeweils etwa 0,3 Prozent tiefer.

Einige Investoren nahmen Kurs auf „sichere Häfen“ wie Bundesanleihen. Dies trieb den Bund-Future bis zu 61 Ticks in die Höhe auf ein Fünf-Monats-Hoch von 157,38 Punkten. Die „Antikrisen-Währung“ Gold legte 1,5 Prozent auf 1129,51 Dollar je Feinunze zu. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen sinkt erstmals seit August auf unter zwei Prozent.

  • rtr
  • fw
Startseite

Mehr zu: Euro gewinnt, Gold legt zu - Schwache Arbeitsmarktdaten stören die US-Notenbank

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%