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Euro vs. US-Dollar Die Teile im Währungspuzzle passen nicht

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Geldpolitische Chaostage

Besonders gefragt sind in unsicheren Zeiten ebenfalls Investments in Japan. Der Yen gilt als sicherer Hafen. Seit Januar wertet er beständig auf. Das allerdings bringt den japanischen Finanzminister Taro Aso in Rage. Die Entwicklung sei eine „einseitige spekulative Bewegung“, sagte er und drohte mit Interventionen, falls sie sich fortsetzt. Seit mehr als zwei Jahrzehnten wollen die Konjunktur und die Inflation in Japan nicht anspringen. Wertet der Yen so drastisch auf wie momentan, fürchtet die Regierung um eine entscheidende Stütze für ihr Konjunkturprogramm „Abenomics“.

Dabei hätte die Notenbank des Landes, die Bank of Japan, die Aufwertung zumindest dämpfen können, hätte sie ihre Geldpolitik am vergangenen Donnerstag ausgeweitet. So hatten es Analysten weltweit erwartet. Die Japaner haben sie aber überrascht. Die Commerzbank jedoch sieht die Verantwortung für die weitere Aufwertung voll und ganz bei der Bank of Japan (BoJ). „Jeder halbwegs aufgeweckte Schülerpraktikant an jedem FX-Desk dieser Welt hätte vor der BoJ-Entscheidung vorhersagen können, dass der Yen aufwertet, wenn die BoJ nichts tut“, kommentiert der Chef-Devisenstratege der Commerzbank, Ulrich Leuchtmann. Japans Verantwortliche veranstalten „geldpolitische Chaostage“.

Direkte Eingriffe in das Wechselkurssystem in Form von Devisenkäufen gelten derzeit allerdings als unwahrscheinlich. Schon Ende Februar haben die Finanzminister und Chef-Notenbanker der G7-Länder, also der größten Industrie- und Schwellenländer, sich in Schanghai darauf verständigt, keinen Währungskrieg ausbrechen zu lassen.

Wie unklar die Lage nicht zuletzt mit Blick in die Zukunft ist, lässt sich an den Prognosen der Wechselkurse ablesen. So reicht die Bandbreite der Voraussagen zum Euro-Dollar-Kurs von der Parität, also einem Tausch eins zu eins (zum Beispiel Morgan Stanley) – bis hin zu 1,15 Dollar, wie es JP Morgan voraussieht.

Weit darüber hinaus sollte es aber nicht gehen, glaubt auch der Devisenstratege von der Helaba, Ralf Umlauf. Bei den aktuellen Kursniveaus seien „Verbalinterventionen der EZB-Vertreter wohl nur eine Frage der Zeit“. Schließlich sei der Zentralbank nicht an einer dauerhaften Aufwertung gelegen.

Die Verbalinterventionen blieben am Dienstag von EZB-Direktor Benoît Cœuré aus. Auf einer Veranstaltung in Paris sagt er, dass die Kapitalmärkte die niedrigen gut verkraftet hätten. Auch der Übergang zu negativen Zinssätzen auf kurzfristige Bankeneinlagen, der derzeit minus 0,4 Prozent beträgt, sei reibungslos erfolgt, sowohl am Kapital- als auch am Geldmarkt. „Oder, wie ich anderswo gesagt habe, es gibt ein Leben unter Null“, sagte Cœuré. Dennoch: Vom Zwei-Prozent-Inflationsziel der EZB ist der Euroraum aktuell weit entfernt. Im April sanken die Preise um 0,2 Prozent.

Die Konsequenzen des aktuell starken Euros bekommen zugleich die Börsianer zu spüren. Denn neben den schwachen Zahlen deutscher Konzerne sei auch die Gemeinschaftswährung für die heutigen Verluste im Dax verantwortlich, erklären Händler. Bis zum Mittag hat der deutsche Leitindex 170 Punkte eingebüßt und fiel damit erneut unter die 10.000-Punkte-Marke. Schließlich verteuert ein starker Euro die Exporte deutscher Unternehmen.

Einige US-Reisende aus Europa dürften die aktuellen Kuriositäten am Währungsmarkt freuen: Für sie wird der Urlaub dank des schwachen Dollar nämlich günstiger.

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