EZB-Entscheid drückt Kurs Euro auf dem Weg zur Dollar-Parität

Die Geldflut der EZB drückt den Euro rasant in den Keller. Die Gemeinschaftswährung fällt am Freitag kurzzeitig unter die Marke von 1,12 Dollar. Und Experten sehen noch kein Ende der Talfahrt.
Update: 23.01.2015 - 13:40 Uhr 38 Kommentare

Frankfurt/AthenTalfahrt bis zur Dollar-Parität? Die massive Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Euro am Freitag weiter unter Druck gesetzt. Am Morgen nach der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), mehr als eine Billion Euro in die Hand zu nehmen, um die Wirtschaft im Euroraum anzuschieben, fiel die Gemeinschaftswährung auf bis zu 1,1159 US-Dollar.

Das neuerliche Kurstief ist der Höhepunkt einer drastischen Abwertung, die mit der Entkopplung des Franken vom Euro begann und mit der Ankündigung des billionenschweren Kaufs von Staatsanleihen gestern seine Fortsetzung fand. Allein am Donnerstag hatte der Euro in der Spitze um drei Cent nachgegeben. Die EZB hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag noch auf 1,1618 Dollar festgesetzt.

Auch die Rendite von Bundesanleihen bricht ein. Zehnjährige Papiere rentieren zeitweise nur noch mit 0,36 Prozent, acht Basispunkte unter Vortag. Bereits gestern ging es acht Basispunkte abwärts. Die Rendite zehnjähriger italienischer Anleihen fiel um neun Basispunkte auf 1,45 Prozent, entsprechende spanische Bonds rentierten mit 1,29 Prozent zehn Basispunkte niedriger. Die Rendite zehnjähriger griechischer Bonds lag zuletzt mit 8,25 Prozent 32 Basispunkte unter Vortag.

Der Dax notiert knapp zwei Prozent im Plus bei einem Allzeithoch von 10.655 Punkten. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kritisiert den Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). „Der Ankauf von Staatsanleihen ist in der Währungsunion kein Instrument wie jedes andere. Es birgt Risiken“. Die Währungshüter hatten in einem historischen Schritt beschlossen, ab März in den Großankauf von Staatsanleihen einzusteigen. Die EZB will dazu von März 2015 bis zum September 2016 jeden Monat Staats- und Unternehmensanleihen im Gesamtwert von 60 Milliarden Euro kaufen.

„Nun hat auch die europäische Geldpolitik mit einem großen Anleiheprogramm unerforschtes Gelände betreten“, kommentierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank die Entscheidung. „Ob eine solche Art der Geldpolitik erfolgreich ist bei der Wiederbelebung des Wachstums, ist gänzlich unbekannt.“

Das EZB-Programm entspricht einem Volumen von 1,14 Billionen Euro – in etwa elf Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Euro-Zone. Die Euro-Schwäche der vergangenen Wochen dürfte nun erst einmal anhalten, prognostiziert Kazuyuki Takami von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ in Singapur. Auch Notierungen knapp über einem Dollar seien im Laufe des Jahres nicht auszuschließen.

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38 Kommentare zu "EZB-Entscheid drückt Kurs: Euro auf dem Weg zur Dollar-Parität"

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  • Also, wie schon gestern geschrieben:

    In zwei Jahren und vier Monaten wird Fau Marine Le Pen in F neue Präsidentin werden.
    Mit ihrer Aussage, den Euro verlassen zu wollen, wird dieser wohl erledigt sein.
    Dann können sich die US-Dollar-Haussiers in D warm anziehen. So einfach ist das.

  • Draghi ist der Stadthalter von Goldman-Sachs. Seine Loyalitaeten liegen mit Goldman-Sachs und der Wall Street, nicht mit Italien. Der ist nicht so leicht zu beseitigen wie Sie sich das vorstellen.
    Deutschland hat nur die Moeglichkeit den Euro zu verlassen, an der EZB gibt es nichts zu ruetteln.

  • Langfristig wird mit einem niedrigen Euro Inflation importiert. Der Oelpreis wird auch steigen in 4 Jahren ist er wieder bei $80-100. Soviel kostet es naemlich zu fracken und dabei noch ein wenig Profit zu machen.
    Durch die Niedrigzinsen haben Verbraucher (KLV, Sparer, Riester) weniger Geld und werden deswegen auch weniger konsumieren. Also schlecht fuer den Binnenmarkt. Unternehmen werden also nicht investieren, fuer wen, fuer was? Wie Henry Ford schon bemerkte, Autos kaufen keine Autos.
    QE ist also Gift fuer die Verbraucher und einen Grossteil der Realwirtschaft. Exporteure, Bankster freuen sich und natuerlich alle die, die bis ueber beide Ohren verschuldet sind. Die Fleissigen werden bestraft und die Unfaehigen werden gefoerdert. Somit werden voellig falsche Anreize geschaffen. Anstatt zu investieren wird gezockt. Die Eurozone wird nicht mehr zu retten sein obwohl sich das Siechtum noch jahrelang hinziehen kann, siehe Venezuela oder Argentinien.

  • Ja!Ein Volk,ein Reich,ein...!Ups.
    Hatten wir alles schon.Hat ausgezeichnet funktioniert,gerade wegen solcher Leute,die sagten:"Glaube niemals an fremde Hilfe!Niemals an Hilfe,die außerhalb deines eigenen Volkes liegt!"

  • Der Euro wird so stark wie die DM. Griechenland ist auf einem guten Weg. Ohne Euro gibt es Krieg in Europa! Der Euro ist das Friedensprojekt. Die EU sind die wettbewerbsfähigste Region der Welt. Die Jugend kann glücklich sein, in Europa leben zu dürfen.
    Wer das alles nicht erkennt, ist ein Neonazi. Das wäre ja wohl gelacht!

  • Wir brauchen keine Inflation.
    Der Oelpreis sinkt. Damit hat die Masse der
    Leute mehr Geld für andere Waren.
    Die Masse kann nicht sparen und gibt das Geld
    für andere sachen aus, die dann Produziert werden müssen. Das fördert die Wirtschaft.
    Jetzt wird der Euro runter geprügelt.
    Der Oelpreis wird in Euro damit steigen.
    Das nimmt den kleinen Leuten wieder das Geld.
    Mit dem Aufkaufprogramm werden wieder nur die Reichen gefördert. Das schadet der Realen Wirtschaft und damit den Menschen.

    Wir haben die Löhne in Deutschland runtergeprügelt. Damit sind hier Jobs entstanden
    die vorher in anderen Ländern waren. Und jetzt werfen wir denen magelnde wettbewerbs Fähigkeit vor. Was wenn die das auch machen? dann müssen bei uns die Löhne weiter runter.
    Mit jeder erhöhung der Produktivität muss die Arbeitszeit sinken und nicht die Löhne steigen.
    Das geht dann ohne Inflation.
    Aus 10 Leuten die 10 stunden pro Tag mit der Schaufel eine Grube ausheben, müssen 10 Leute werden die mit einem Bagger 1 stunde am Tag arbeiten. Wir brauchen nicht durch die erfindung des Baggers auf einmal 10 Gruben.

    aber das ist gegen das interese der Reichen.

  • Der Kurs zum Dollar ist nicht so entscheidend. Entscheidend sind die Auswirkungen. Exportorientierte Wirtschaften profitieren davon, importlastige (außerhalb des Euro-Raumes) werden geschwächt. Die Euro-Zone wird also gespalten. Das kann nur durch einen Finanzausgleich kompensiert werden.

  • Weichwährung Euro
    -----------
    Die Esperantowährung befindet sich im freien Fall.
    Das Experiment ist gescheitert und sollte beendet werden.
    Im März 2014 kostete ein Euro noch 1,40 Dollar, heute nur noch 1,11 Dollar.
    Gestern waren es noch 1,16 Dollar.
    Goldman Sachs-Draghi ist seinem Ziel, den Euro zur Lira 2.0 zu machen, einen gewaltigen Schritt näher gekommen.

  • Leider ist es nun einmal nicht so, dass "alles gut" wird, wenn die Deutschen die DM zurück bekommen und der (Rest-)Euro kollabiert.
    Versuchen Sie als erstes zu verstehen, dass wir ein SCHULDGELDSYSTEM haben, d.h. in unserem System sind die "Schulden" des Einen das "Geld" des Anderen. Wenn Sie etwa eine Euro-"Banknote" in der Hand halten, so haben Sie damit eine Forderung gegen die Notenbank (EZB), d.h. Sie sind der "Gläubiger". Wenn Sie Giralgeld auf einem Bankkonto haben, so halten Sie damit eine Forderung gegen die Bank, und Sie sind der "Gläubiger" und die Bank der "Schuldner" (und bei einem Mindestreservesystem der EU-Banken von 1% hat etwa ihre Bank ganz offiziell das Recht, von 100 EUR Ihres "Geldes" bis zu 99 EUR weiterzuverleihen).
    Was die Zentralbanken auch WIRKLICH fürchten, ist die Deflation im eigentlichen und korrekten Sinne - nämlich die Kontraktion der Geldmenge. Der falsche Gebrauch der Begriffe Inflation ("steigende Preise") und Deflation ("fallende Preise") dient auch hier einzig und alleine dem Zwecke der Ablenkung und Verwirrung. In einem Schuldgeldsystem bedeutet eine Kontraktion der Geldmenge nämlich immer auch, dass sowohl "Geld" als auch Schulden vernichtet werden.
    Nun ist das Verschuldungsproblem aufgrund unseres Schuldgeldsystems aber GLOBAL: sehen Sie sich etwa die exponentiell wachsende Staatsverschuldungskurve der USA an. Die Schulden der USA können letztendlich auch nur noch "vernichtet" werden (nämlich durch Staatsbankrott, wodurch die Forderungen der Gläubiger, die diese in Form von US-Staatsanleihen halten, eben auch vernichtet werden), oder aber durch Währungszerstörung entwertet = "weginflationiert" werden.

  • Ich hoffe, dafür werden Draghi, Merkel und die EU Clique eines Tages zur Rechenschaft gezogen. CDU, SPD, Grüne sind opportunistische Parteien im Dienst der Globalisierungselite! Weg mit ihnen.

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