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Facebook-Devise G7 warnen vor Risiken der Cyberwährung Libra

Laut einem G7-Bericht könnten Digitalwährungen wie Facebooks Libra die Geldpolitik und Finanzstabilität gefährden. Vor der Zulassung müssten die Risiken beseitigt werden.
Update: 18.10.2019 - 18:18 Uhr Kommentieren
Facebooks geplante Cyberwährung Libra soll sich anders als etwa Bitcoin an einem Korb von Währungen orientieren und damit weniger schwankungsanfällig sein. Quelle: dpa
Facebook-Währung Libra

Facebooks geplante Cyberwährung Libra soll sich anders als etwa Bitcoin an einem Korb von Währungen orientieren und damit weniger schwankungsanfällig sein.

(Foto: dpa)

Zürich Sich Sorgen zu machen, gehört für Regulierer zum Job. Doch selbst daran gemessen fallen die Bedenken der G7-Gruppe zu Digitalwährungen wie Libra umfangreich aus. In einem Arbeitspapier zu so genannten Stablecoins listen Experten von IWF und Weltbank insgesamt 13 potenzielle Risiken der neuen Technik auf.

Die Bandbreite reicht vom Datenschutz über Geldwäsche bis zur Finanzstabilität. Schlimmstenfalls könnten die Internetwährungen gar zu einem „systemischen Risiko“ werden, heißt es in dem Arbeitsbericht, der für die Herbsttagung von IWF und Weltbank angefertigt wurde.

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat seine skeptische Haltung gegenüber der geplanten Facebook-Digitalwährung bekräftigt, aber stärker als zuletzt die Notwendigkeit von Änderungen in der Finanzbranche betont. „Die Kritik daran reißt nicht ab“, sagte Scholz am Freitag bei der IWF-Tagung in Washington mit Blick auf das Libra-Projekt des weltgrößten Internet-Netzwerks.

Er selbst sei skeptisch, weil private Firmen keine Währungen ausgeben sollten, die dann in Konkurrenz zum Euro oder Dollar stünden. „Man kann davon ausgehen, dass das auf keine Gegenliebe der Staatengemeinschaft trifft.“ Es müsse verhindert werden, dass hier eine neue Weltwährung etabliert werde.

Für Facebooks geplante Digitalwährung Libra sind das keine guten Vorzeichen. Schon in den vergangenen Monaten hatten sich Politiker und Aufseher kritisch geäußert, nun liefert das Papier ausführliche Argumente.

Die Libra-Macher versprechen mit ihrem Projekt einfacheren Zugang zu Finanzdienstleistungen, etwa für Menschen ohne ein eigenes Bankkonto. Zudem soll das Internetgeld stabiler sein als Kryptowährungen wie der Bitcoin. Dazu soll Libra mit bestehenden Währungen wie den Euro oder Dollar unterlegt werden. Libra ist damit nur ein besonders prominentes Beispiel für einen Stablecoin.

Doch anders als der Name vermuten lässt, könnten die Stablecoins das globale Finanzsystem womöglich destabilisieren, heißt es nun in dem G7-Bericht. Die neuen Währungen dürften deshalb erst zugelassen werden, wenn die mit ihnen verbundenen Risiken bereinigt seien.

Manche Gefahren – etwa bei der Geldwäsche oder der Terrorfinanzierung – ließen sich mit bestehenden Mechanismen adressieren, heißt es weiter. Stablecoins stellen Aufseher aber auch vor neue Herausforderungen. Ein Stablecoin, der globale Verbreitung findet, könne demnach sogar die Wirksamkeit der Geldpolitik der Zentralbanken gefährden.

Die potenziellen Chancen, die sich durch Stablecoins bieten, handeln die G7-Experten dagegen in aller Kürze ab. Sie ermutigen öffentlichen Stellen, selbst bei Innovationen im Zahlungsverkehr aktiv zu werden.

„Der Aufstieg von Innovationen aus dem Privatsektor bedeutet nicht, dass öffentliche Stellen ihre Anstrengungen einstellen werden, das derzeitige System zu verbessern“. Der öffentliche Sektor müsse sich insbesondere um mehr finanzielle Inklusion bemühen.

Mit Agenturmaterial

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