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Facebook-Währung Deutsche Finanzbranche hält Libra für Gefahr – lehnt ein Verbot aber ab

Mehr als jeder zweite Banker rechnet einer Umfrage zufolge nicht mit einer Einführung der Facebook-Währung 2020. Die Stimmung zu Libra ist ambivalent.
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Facebook: Deutsche Finanzbranche gegen pauschales Verbot von Libra Quelle: Reuters
Libra-Schriftzug vor Symbolmünzen

Facebooks Kryptowährung wird misstrauisch beäugt.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die deutsche Finanzbranche rechnet laut einer Umfrage nicht mit einer Einführung der umstrittenen Facebook-Digitalwährung Libra im kommenden Jahr. Rund 57 Prozent der Befragten gingen davon aus, dass es 2020 nicht dazu kommt, wie das Center for Financial Studies (CFS) der Frankfurter Goethe-Universität am Montag mitteilte.

Nur 38 Prozent der befragten Banker und Geldexperten erwarten demnach, dass die im Juni angekündigte Digitalwährung 2020 eingeführt werde. Das CFS befragt jedes Vierteljahr Manager aus der deutschen Finanzbranche zu aktuellen Themen.

Der Erhebung zufolge teilt die überwiegende Mehrheit die Bedenken von Notenbanken und Aufsichtsbehörden: Über 76 Prozent der Befragten erwarten, dass Libra die Wirksamkeit der Geldpolitik vermindern würde. Rund 61 Prozent sehen in Libra eine Gefahr für die globale Finanzstabilität.

„Es ist nicht überraschend, dass es erhebliche Bedenken gegenüber Libra gibt. Diese werden auch dadurch gestärkt, dass Facebook sich nicht zu den langfristigen Ausbauplänen von Libra äußert“, erklärt Volker Brühl, Geschäftsführer des CFS. „Außerdem ist die angesichts der vergangenen Datenschutz-Skandale angeschlagene Reputation von Facebook nicht gerade förderlich für ein solches Vorhaben.“

Trotz der großen Bedenken sprachen sich ganze 61 Prozent der Befragten gegen ein pauschales Libra-Verbot aus. Stattdessen wurde eine konstruktive Begleitung des Vorhabens gefordert, um Innovationen im Finanzsektor zu fördern.

Die Stimmung im Finanzsektor zu Libra sei durchaus ambivalent, so Brühl gegenüber dem Handelsblatt. Der Rücklauf bei der Befragung sei außergewöhnlich hoch gewesen: „Das Thema treibt die Branche um.“

Hubertus Väth, Chef der Bankenlobby Frankfurt Main Finance, erklärt: „Die Umfrage belegt einmal mehr, dass die Finanzbranche Innovationen gegenüber einerseits offen ist, andererseits aber die Risiken genau im Blick behält.“

Die Idee einer weltweit gültigen Digitalwährung sei reizvoll und biete erhebliche Potenziale. Auf kritische Fragen liefere Facebook aber keine überzeugenden Antworten.

Bedenken von Bundesbank und G7

Facebooks Pläne haben rund um den Globus Politiker und Aufsichtsbehörden alarmiert. Experten trauen dem weltgrößten sozialen Netzwerk zu, mit Libra das Finanzsystem auf den Kopf zu stellen, weil dadurch internationale Geldtransfers wesentlich schneller und günstiger werden könnten. Facebook hat global rund 2,5 Milliarden Nutzer.

„Wenn es bei Libra zu Problemen kommt und viele Nutzer ihr Geld zurücktauschen wollen – und dies möglich ist – könnte der Wert stark fallen“, hatte vor kurzem Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling gewarnt. Probleme könne es dann auch für die Kapitalmärkte und die Banken geben. Im schlimmsten Fall könnte eine neue Finanzkrise drohen.

Auch die sieben größten Industriestaaten (G7) hatten zuletzt betont, dass Libra die Geldpolitik und die Finanzstabilität gefährden könnte. Solche weitgehend unregulierten Zahlungsmittel könnten zudem die Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erschweren.
Mit Material von Reuters.

Mehr: Bundesbank-Vorstand Wuermeling hält eine Finanzkrise aufgrund von Libra für denkbar und warnt vor Facebook als größtem Gläubiger von Staaten.

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