Fondsriese Pimco warnt Der Euro ist in „existenzieller Gefahr“

Es wird eng für die Eurozone. Zumindest glaubt das Richard Clarida, strategischer Berater des weltbekannten Fondshauses Pimco. Und die Deutschen könnten nichts gegen den Verfall tun. Ihre Optionen seien begrenzt.
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Wird der Euro die Krise überstehen? Quelle: dpa

Wird der Euro die Krise überstehen?

(Foto: dpa)

Der Euro, die Währung von 17 Ländern der Europäischen Union (EU), sieht sich nach Ansicht von Richard Clarida, dem weltweiten strategischen Berater von Pacific Investment Management Co. (Pimco), zurzeit einer „existenziellen Gefahr“ gegenüber. Gleichzeitig verdichteten sich die Anzeichen dafür, dass sich das Wachstum in der größten Volkswirtschaft der Region abschwäche.

„Die deutsche Wirtschaft fühlt immer stärker die Auswirkungen der Turbulenzen in Europa“, sagt Clarida, der auch Professor an der New Yorker Columbia University ist, im Interview mit Bloomberg Television. „Deutschland hat wahrscheinlich von all den Ländern noch den meisten Spielraum zum Manövrieren, aber sie setzen nicht die Zinsen für den Euroraum fest. Sie sind eine Exportmaschine, und nicht nur nach Europa sondern auch in die restliche Welt. Die Optionen Deutschlands sind meiner Meinung nach derzeit begrenzt.“

Die deutsche Industrieproduktion ist im Juni gefallen, angeführt von einem Rückgang im Baugewerbe. Gegenüber dem Vormonat ging die Produktion um 0,9 Prozent zurück, während sie im Mai noch um revidierte 1,7 Prozent gestiegen war, wie das Wirtschaftsministerium in Berlin am 8. August mitteilte. Es war der dritte Bericht in der vergangenen Woche, der für eine Abkühlung der deutschen Wirtschaft sprach. Belastend wirkt sich dabei aus, dass die Nachfrage nach deutschen Gütern aufgrund der Staatsschuldenkrise schrumpft.

Die Wirtschaft des Euroraums wird indes in diesem Jahr voraussichtlich um 0,3 Prozent zurückgehen und damit stärker als zuvor erwartet, ergab eine Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter professionellen Wirtschaftsprognostikern. Das Ergebnis der einmal im Quartal durchgeführten Befragung war am Donnerstag bekannt gegeben worden. Bei der vorherigen Umfrage war noch mit einem Wirtschaftsrückgang im Euroraum von 0,2 Prozent gerechnet worden.

Pimco ist eine Tochtergesellschaft des deutschen Versicherers Allianz SE. Die Firma verwaltet den weltgrößten Anleihefonds.

 

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32 Kommentare zu "Fondsriese Pimco warnt: Der Euro ist in „existenzieller Gefahr“ "

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  • Falls es noch keiner gemerkt hat, der Kapitalismus ist gescheitert. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis sich diese Erkenntnis durchsetzt. Konsum auf Pump zu generieren das geht auch mal ein paar Jahre gut aber wohl nicht auf Dauer. Alle großen erfolgreichen Volkswirtschaften des Westens stehen mit dem Rücken zur Wand, der Bürger kann nicht mehr konsumieren, das Vermögen wird von untern und aus der Mitte nach oben abgezogen, aber di e5 % Vermögenden können den Konsumverlust der breiten Bevölkerung nicht kompensieren. Also werden die Wachstumsaussichten der Wirtschaft sinken, die Einnahmen der Staaten ebenfalls, die Schulden lassen sich nicht mehr bedienen, die Banken gehen Pleite, weil das gemeine Volk sich nicht mehr zwangsenteignen lassen wird. Die einzige logische Folge: Der Kapitalismus ist gescheitert. Mir ging die neue Religion: Geld + Besitz und Konsum sowieso schon lange auf den Geist.

  • Glaubt wirklich noch jemand, dass es dieses Gold noch gibt, bzw. dass wir es jemals wiedersehen werden?
    Das ist wohl bestenfalls ein frommer Wunsch.
    Da ein austritt Deutschlands offenbar nicht möglich scheint, empfehle ich, es den Euro-Südstaaten gleich zu tun, unsere Staatsverschuldung exorbitant zu erhöhen,
    diese Mittel in Bildung und Infrastruktur zu investieren
    um dann, völlig pleite, unter den Rettungsschirm zu fliehen. Dann wird sich europäische Solidarität beweisen.


    MfG

  • Frage an die Redaktion der Kommentarseiten:

    Warum werden Posts, die absolut nichts mit dem Artikel zu tun haben, nicht vor der Veröffentlichung aussortiert?
    Warum werden fertig vorbereitete Textbausteine, die ohne Bezug zum Artikel beliebig immer wieder eingestellt werden, nicht vor Veröffentlichung aussortiert?

    Es ist ihre Seite und sie müssen entscheiden, ob hier halbwegs passend kommentiert wird, oder ob diese Möglichkeit zur Werbefläche zweifelhafter Esotherik-Fans verkommt.

  • Das Problem ist, dass diejenigen, die argumentieren, ein Ende des € sei schädlich für die deutsche Wirtschaft, jetzt eine Argumentationshilfe bekommen. Denn wenn D schon jetzt, bei einer bloßen Flaute anderer Länder, einen Exportknick verzeichnet, dann, so werden sie sagen, wird es doch noch viel schlimmer, wenn diese anderen Länder eine eigene, schwächere Währung haben…
    Aber: eine eigene Währung verschafft mehr Wettbewerbsfähigkeit und diese wiederum mehr Mittel, um deutsche Waren zu ordern.

  • HAben Sie eigentlich auch noch einen anderen Text???

  • und schon wieder so ein Klugscheisser, der mit seinen Euro-Wetten jede Menge Geld verdient hat.
    War es noch nicht genug?????

  • +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • Die Fakten:

    Seit 2002 hat sich der Wert des Euro gegenüber dem US$ um 40% erhöht.
    Seit 2002 hat sich der Wert des Euro gegenüber dem GB-Pfund um 30% erhöht.

    (Und der Euro ist gerade schwach)

    Die Staatsverschuldung USAs liegt bei 105% des BIP.
    Die Staatsverschuldung der Euro-Zone liegt bei 88% des BIP.
    Die Staatsverschuldung GBs liegt bei 86%.

    Und unter diesen Randbedingungen glaubt ein amerikanischer Professor, den Euro (also nicht den US$) in einer "existenziellen Gefahr"? Seltsam, seltsam, was die Amis sich so einbilden.

  • +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • Stimmt, die Deutschen haben keine Option mehr, aber wir brauchen auch keine mehr. Denn alles was zählt ist die No-Bail-Out-Regel!!!

    Zudem ist es ja falsch, dass Vereine wie Pimco behaupten, die EZB wäre kein Lender of Last Resort!!! Die EZB ist natürlich Lender of last Resort, aber nur wenn der ganze Euro platzt. So gesehen muss keiner Angst haben vom Zerfall des ganzen Euros.

    Aber die EZB ist natürlcih nicht Lender of Last REsort für einzelne Länder, wie Italien.

    Also: Man braucht sich um den Euro keine Gedanken machen.

    Zunächst müssen die Italiener ohnehin Hilfe beantragen und Reformen anstrengen bevor es Geld gibt.

    Sollte die ganze Sache, der ganze Euro, an die Wand fahren, dann bleibt den Deutschen ja immer noch die letzte Option: Zurück zur D-Mark!!!!

    Also zumindest gibt es die finale Option schon. Bis dahin kann man optionslos sein. Und das ist gut so.

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