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Geldanlage Ölpreise sinken, Benzinpreise nicht – was Verbraucher nun beachten müssen

Der verschärfte Handelsstreit schürt Konjunktursorgen und drückt die Rohölpreise. Doch bei den deutschen Verbrauchern kommt davon kaum etwas an.
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Wer morgens tankt, zahlt häufig am meisten. Quelle: dpa
Tankstelle

Wer morgens tankt, zahlt häufig am meisten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Am Ölmarkt ist die Unsicherheit zurückgekehrt. Einerseits verknappen die verschärften Sanktionen gegen den Iran sowie die politischen Krisen in Venezuela und Libyen das Ölangebot. Anderseits schürt die Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA und China die Angst vor einem Erlahmen der Weltkonjunktur. Diese Sorgen lasten auf dem Ölpreis, da eine schwache Wirtschaftsentwicklung die Ölnachfrage einbrechen lässt.

Beide Faktoren „halten den Preis in Schach“, erklärt Barbara Lambrecht, Rohstoffanalystin der Commerzbank. In diesem Umfeld pendelt der wichtigste Referenzpreis für Öl, die Nordseesorte Brent, um die Marke von 70 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter).

Kurzfristig bleibt Öl an den Rohstoffmärkten ein knappes Gut. Das lässt sich auch den Terminbörsen ablesen. Öl zur Lieferung im August ist aktuell rund einen Dollar billiger als Öl zur Lieferung im Juli – und das ist bemerkenswert.

Denn da die Lagerung von Öl Geld kostet, ist es eigentlich üblich, dass Lieferungen zu einem späteren Termin teurer sind als tagesaktuell gehandeltes Öl. Durch diese verkehrte Welt an den Terminbörsen erhalten die Preise aus Sicht von Analystin Lambrecht fundamentale Unterstützung.

Zuletzt überwog jedoch die Furcht vor einer sich eintrübenden Ölnachfrage. Seit dem Jahreshoch im April hat sich Öl um rund fünf Prozent verbilligt. Doch bei den deutschen Verbrauchern ist davon bislang kaum etwas angekommen.

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So kostet etwa Heizöl, dessen Preis zu rund 60 Prozent vom Rohölpreis abhängt, derzeit knapp 70 Cent pro Liter. Für Heizöl war es das teuerste erste Quartal seit 2014. Und auch Autofahrer spüren von leicht sinkenden Ölpreisen an der Zapfsäule derzeit nichts. Seit Jahresbeginn hat sich Super-Benzin gut 13 Prozent verteuert. Mit über 1,49 Euro pro Liter liegt der Preis auf einem Sechsmonatshoch.

Doch völlig schutzlos sind Verbraucher den Schwankungen des Ölmarktes nicht ausgesetzt. Mit diesen fünf Tipps lässt sich auch in Zeiten hoher Spritpreise noch Geld sparen.

Der beste Zeitpunkt zum Heizölkauf: In Deutschland heizt etwa jeder dritte Haushalt mit Heizöl. Und dabei ist das Timing besonders wichtig. Denn innerhalb von drei Monaten könne der Preis für Heizöl durchaus um rund 20 Cent pro Liter schwanken, sagt Oliver Klapschus, Chef des Vergleichsportals HeizOel24.

Bei einer haushaltsüblichen Lieferung von 3.000 Litern macht das immerhin 600 Euro, die Verbraucher entweder sparen oder draufzahlen müssen. Wer noch etwas Öl im Tank hat und das Risiko tragen will, sollte mit dem Einkauf noch warten, sagt Klapschus. „Zeitlich gesehen ist jetzt der beste Zeitpunkt, um zu spekulieren.“

Bis zum Start der Heizsaison im Oktober sei noch ausreichend Zeit, auf Rücksetzer zu hoffen. „Wenn ich mir einen Zeitraum bis August setze, kann das eine probate Strategie sein.“

Ein solches Vorgehen birgt allerdings auch Risiken. Verschärft sich beispielsweise die Krise im Iran oder in Venezuela, kann es mit dem Ölpreis schnell weiter aufwärtsgehen. Sicherheitsorientierte Verbraucher sollten daher jetzt kaufen. Saisonale Effekte sind beim Heizölpreis zuletzt weniger wichtig geworden.

Dennoch ist der September traditionell der schlechteste Monate zum Heizölkauf. „Typischerweise läuft die Bevorratung für den Winter wieder an, auch die Wartezeiten steigen“, erklärt Klapschus. „In den USA ist zudem Hurrikan-Saison, die die Preise kurzfristig beeinflussen kann.“

Panikkäufe vermeiden: Am teuersten wird es, wenn Verbraucher mit einem leeren Tank in eine Preissteigerung hinein Heizöl kaufen müssen. Genau das ist vielen Haushalten besonders in Süddeutschland im vergangenen Herbst passiert. Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein sowie eines Raffineriebrandes kletterte der Heizölpreis im Durchschnitt auf über 88 Cent. In Baden-Württemberg wurden bis zu 95 Cent erreicht.

„Verbraucher haben um die Ware gerungen“, berichtet Klaus Bergmann, Chef des Vergleichsportals Esyoil. „Wartezeiten von sechs bis sieben Wochen waren üblich – und das im Winter. Da gab es durchaus Panikkäufe.“

Solche Panikkäufe kommen Verbraucher teuer zu stehen. Viele kaufen, wenn es in Hochphasen eng wird, nur kleinere Mengen. Der Literpreis fällt dann noch höher aus, da die Lieferkosten meist direkt auf den Literpreis draufgeschlagen werden. Daher empfiehlt Klapschus: „Man sollte nie auf den letzten Drücker tanken.“

Sammelbestellungen können sich lohnen: Wenn die Nachbarn ebenfalls mit Öl heizen, ist es sinnvoll, Sammelbestellungen aufzugeben. Schließlich lassen sich so die Lieferkosten teilen. Wer sich beispielsweise mit zwei oder drei Nachbarn zusammenschließt, kann zwischen 30 und 50 Euro sparen.

Zudem raten Verbraucherschützer, sich nicht blind auf Vergleichsportale zu verlassen. Wer größere Sammelbestellungen aufgibt, sollte sich bei lokalen Lieferanten telefonisch nach einem Mengenrabatt erkundigen. Denn nicht immer gibt es das beste Angebot auch Online.

Nie morgens tanken: Wer regelmäßig auf das Auto angewiesen ist, hat naturgemäß weniger Möglichkeiten, beim Tanken Preisspitzen auszusitzen. Doch auch innerhalb eines Tages schwanken die Preise an der Zapfsäule mitunter stark.

Am teuersten ist es dem ADAC zufolge morgens zwischen 5.30 Uhr und 8 Uhr. Am Nachmittag und am frühen Abend sind Benzin und Diesel tendenziell am billigsten. Die Differenz kann im Tagesverlauf bei bis zu acht Cent pro Liter liegen.

Preise vergleichen: Wie beim Heizölkauf gilt: Wer sich informiert, kann bares Geld sparen. Dafür eigenen sich vor allem Spritspar-Apps für das Smartphone. Das Bundeskartellamt hat auf seiner Internetseite über drei Dutzend Anbieter aufgeführt. Sie alle beziehen ihre Daten von der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe, die das Kartellamt eingerichtet hat.

Clever-tanken, ADAC Spritpreise oder Mehr-tanken sind beliebte kostenlose Apps.

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