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Geldschein-Verbot Wo der „Krieg gegen das Bargeld“ tobt

In vielen Ländern können die Bürger nicht mehr überall bar bezahlen. Jetzt will Dänemark dem Handel erlauben, Geldscheine abzulehnen. Was hinter den weltweiten Verboten von cash money steckt.
73 Kommentare

Rürups Faktencheck: Sollte man das Bargeld abschaffen?

Eigentlich ist die Sache eindeutig. Paragraf 128 des EU-Vertrags legt fest, dass die von der Europäischen Zentralbank und den nationalen Zentralbanken ausgegebenen Banknoten die einzigen sind, die in der Union als „gesetzliches Zahlungsmittel“ gelten. Mit einem gesetzlichen Zahlungsmittel kann man immer zahlen - es sei denn, dass vertraglich ein anderes Zahlungsmittel vereinbart wurde.

Cash is king? Trotz dieser rechtlich garantierten Stellung der vom Staat herausgegebenen Banknoten führen die Regierungen vieler EU-Staaten eine Kampagne zur Verdrängung des Bargelds. Sie wird in staatskritisch-libertären Kreisen als „Krieg gegen das Bargeld“ gegeißelt.

Damit zahlt die Welt
Platz 10: Singapur Dollar
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Das asiatische Land gilt als einer der begehrtesten Finanzstandorte der Welt. Wenig Regulierung, viele Banken und die geografische Nähe zu China locken zahlreiche Investoren. Im Dezember 2014 wurden laut „Swift Watch“ 0,9 Prozent des globalen Zahlungsverkehrs in Singapur Dollar abgewickelt.

(Foto: dpa)
Platz 9: Hongkong Dollar
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Auf Hongkong treffen fast die gleichen Eigenschaften wie auf Singapur zu. Dementsprechend oft wurde mit der asiatischen Währung bezahlt. In Hongkong-Dollar wurden 1,3 Prozent des weltweiten Zahlungsverkehrs abgewickelt. Im Vorjahreszeitraum waren es etwa ein Prozent.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Platz 8: Schweizer Franken
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Die Schweizer Währung hat nach der Loslösung vom Euro-Kurs an Attraktivität verloren. Der Schweizer Franken wertete im Anschluss dramatisch auf. Im Dezember landete die Währung hinsichtlich des Zahlungsverkehrs mit 1,4 Prozent auf dem achten Platz. Ein Jahr zuvor wurden noch 1,8 Prozent der weltweiten Bezahlungen in Schweizer Franken abgewickelt, womit die Währung auf den sechsten Platz landete.

(Foto: dpa)
Platz 7: Australischer Dollar
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Australien hat eine funktionierende Wirtschaft. Zu verdanken hat das Land das vor allem dem nachhaltig starken Wachstum vieler asiatischer Länder. China gehört zu den Hauptgeschäftspartnern von Australien. Solange die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst, wächst auch Australiens Wirtschaft. Kein Wunder also, dass 1,8 Prozent der Bezahlungen auf diesem Planeten in Australischen Dollar getätigt werden.

(Foto: AFP)
Platz 6: Kanadischer Dollar
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Kanada zählt zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Der Nachbarstaat der USA mischt daher auch im Bereich des Zahlungsverkehrs bei den Größten mit. 1,9 Prozent aller Zahlungen auf dieser Welt wurden mit Kanadischen Dollar realisiert.

(Foto: Reuters)
Platz 5: Yuan
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Den größten Sprung im Dezember 2014 machte der chinesische Yuan. Von Platz 13 im Januar 2013 nahmen die Zahlungen so stark zu, dass der Yuan im Dezember 2014 auf den fünften Platz vorrückte. 2,2 Prozent der weltweiten Zahlungen wurden in Yuan abgewickelt.

(Foto: ap)
Platz 4: Yen
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Noch gehört Japan zu den stärksten Volkswirtschaften der Welt. Doch die jahrzehntelange Deflation macht dem Land zu schaffen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe versucht mit einer aggressiv expansiven Geldpolitik dies zu ändern. Allerdings sind die Erfolge allenfalls kurzfristiger Natur. Der japanische Yen war nichtsdestotrotz eines der beliebtesten Zahlungsmittel im Dezember 2014. 2,7 Prozent der Zahlungen wurden mit Yen-Banknoten getätigt.

(Foto: Reuters)

Einen spektakulären Schritt in Richtung bargeldlose Zukunft erwägt die dänische Regierung. Sie hat ausgerechnet in ein Regierungsprogramm zur Konjunkturankurbelung den Plan geschrieben, für kleine Geschäfte, Tankstellen und Restaurants den bisherigen gesetzlichen Annahmezwang für Bargeld aufzuheben. Begründet wird das mit den Kosten, die das Zählen und Bearbeiten des Bargelds mit sich bringt. In den nordischen Ländern hat das elektronische Bezahlen das Zahlen mit Bargeld bereits weitgehend verdrängt.

Cash is king?

Die romanischen Länder Europas gehen seit einigen Jahren mit dem Ziel der Eindämmung der Schattenwirtschaft und der Steuerhinterziehung einen anderen Weg, Bargeld zurückzudrängen. Sie verbieten das Bezahlen größerer und inzwischen schon mittlerer Rechnungen mit Scheinen. So plant die französische Regierung für Inländer die Grenze von 1.500 Euro auf 1.000 Euro zu senken, ab der man nicht mehr bar bezahlen darf.

In Italien gilt diese Obergrenze für Barzahlungen bereits seit Ende 2011. Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, der wenige Wochen vorher zurückgetreten war, sprach damals von „der realen Gefahr, die Grenze zum Fiskal-Polizeistaat zu überschreiten“.

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Cash-Obergrenzen in Griechenland
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73 Kommentare zu "Geldschein-Verbot: Wo der „Krieg gegen das Bargeld“ tobt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie soll man einem Strassenmusiker der einem gefällt einen 10er in das Gitarrencase werfen, wie soll man den Bekannten mit einem 20er zum Kiosk entsenden um eine Besorgung abzuholen? Ich würde weder eine Geldkarte noch ein Händie zur Bezahlung ausleihen.
    Wie kann man sich bei nichtgedeckter EC-Karte/Kreditkarte bzw. mit gesperrtem Händie vom Nachbarn oder Partner Geld für eine wichtige Besorgung ausleihen?
    Ohne Bargeld wäre es ein Einfaches bestimmte unliebsame Personen komplett von der Gesellschaft zu isolieren.

  • Fiskaler Polizeistaat, hat Berlusconi das ganz richtig genannt.
    Aber:
    Unsere allseits beliebte Fatima Merkel würde das als alternativlose Maßnahme zur Kostenersparnis bezeichnen, und ihre Schoßhündchen der Partei und Fraktion würden brav mit dem Köpfchen nicken. Und 80% der braven Deutschen würden katzbuckeln und sie gleich in der Beliebtheitsskala der gleichgeschalteten zwangsfinanzierten Fernsehanstalten noch einen Rang weiter hochschieben.
    Paradoxie Made in Germany 2015.

  • Herr Joly Joker bringt es gewissermaßen auf den Punkt. Sollte diese Tendenz sich weiter und auch in Deutschland ausbreiten, dann wird klar, dass der Staat (Was ist das? Staat ist das Machtmittel der die Gesellschaft dominierenden Klasse. Demzufolge des Kapitals und seiner Eigner, Manager und Lobbyisten... Der "Überstaat" ist dann folgend die EU.) die Absicht hat, die Geldvermögen (wenn man sie denn so nennen mag) der "kleinen Leute" inklusive der "Mittelklasse" zu kontrollieren und sie systematisch auf ein Minimum bzw. in den Umlauf zurückzuführen. Gleichzeitig kann ja auch ein tolles Bewegungsprofil anhand irgendwelcher Kartenzahlungen erstellt werden. Auch Marketingmaßnahmen sind personalisiert ableitbar. Das alles muss aber nun mal eine Grenze haben. Man kann nur hoffen, dass auch in Dänemark Verbraucherorganisationen klagen werden, denn in der Tat: Gesetzliche (!!) Zahlungsmittel sind in welcher Höhe immer anzunehmen. Ansonsten gehe ich eben zur Konkurrenz, die das macht (sollten sich alle verweigern, erscheint das wie eine "Syndikalisierung")."Kampf gegen Bargeld" hat nur wenig mit "Sicherheit der Zahlungen" zu tun; es sind solche "Vorschriften" Ausflüchte und Versuche, die Kontrolle des Individuums noch weiter zu "verbessern"...

  • Welch wunderbare Welt der Disziplinierung:

    keine Schwarzarbeit oder Spendenbetrug etc
    aber Einkaufswagen, öfftl. Toiletten oder das simple Taschengeld gibt’s auch nicht

    und ständiges Zittern ob die Karte noch funktioniert.
    Eine Kartensperre kann dann das Ende sein.
    z.B. aus Gründen der Staatsräson…

  • Bargeld oder Plastikwährung oder webcoins - das ist hier die Frage. Wer cash abschafft , schafft Überwachung , Profilierung der Konsumenten und erlaubt die Abschaffung der Menschenrechte.
    Jegliche Verweigerung Bargeld zu akzeptieren müsste sofort bestraft werden. Auch die Weigerung 500€-Noten anzunehmen, sollte schlichtweg verboten werden. Ich möchte nicht meine Daten zur Verfügung stellen. Und sobald ich in Rente bin werde ich alle Plastikkarten abschaffen. Auch mein Girokonto will ich löschen. Eventuell ein Sparbuch. Mal schauen wer mir mein Geld verweigern will, weil ich kein Girokonto mehr habe.
    Was ich in der Hand habe , habe ich im Blick und unter meiner Kontrolle. Virtuelles Geld ist jederzeit blockierbar, von staatlichen Institutionen, Banken, Hackern und bald wohl auch noch von Gutmenschen, die mein Geld brauchen um ihr Gewissen zu pampern. "Ich hol die Flüchtlinge und ihr zahlt dafür." So nicht. Da es keine Zinsen mehr gibt , kann ich mein Geld ja auch zu Hause deponieren. Und meine Spende an Obdachlose, die wird auf jedenfalls immer bar akzeptiert. Und sollte der Handel mein Bargeld nicht akzeptieren, dann lasse ich halt den Vollen Einkaufswagen an der Kasse stehen. Mal schauen wie viel Zeit das Personal braucht um das alles wieder in die Regale zurück zu stellen. 50 volle Einkaufswagen - die an der Kasse stehen bleiben, das ist eine richtige Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme. Oder wie will der Tankwart Bargeld verweigern? Abpumpen. Ich freue mich schon auf meine Unruhezeit als Rentner. Ziviler Ungehorsam und unser ganzes Scheißsystem geht in die Knie.

  • Was macht denn das Gesetz Ihrer Meinung nach? Meiner Meinung nach schränkt es die Freiheit des einzelnen ein. Nicht töten, nicht stehlen, am Jahresende eine Steuererklärung machen, innerorts nicht schneller als 50 km/h fahren. Wenn nicht, dann Strafe. Klingt für mich trivial und leicht verständlich. Wenn Sie anderer Meinung sind und meine Position so dämlich ist, dürfte das doch schnell zu widerlegen sein. Würde mich freuen.

    Wer "Weissenfels" ist, weiß ich nicht, lese den Namen nicht zum ersten Mal im Forum, aber sooo viel bin ich dann auch nicht hier. Ich gebe zu, nach Ihrem Post fällt es mir schwer zu glauben, dass er der Troll ist. Aber auch hier Ihre Chance: Erleuchten Sie mich. Wenn Ihre Position die bessere ist oder zumindest meine so schlecht, werde ich das zugeben. Habe ich auch ein paar Posts weiter vorne schon getan.

    Und wovon ich gesprochen habe, ist gleiche Freiheit im Sinne von Gleichheit vor dem Recht. Dass wir auch diese nur auf dem Papier haben und Reichtum besondere Möglichkeiten schafft - geschenkt. Und dass "Freiheit" im Sinne von Unabhängigkeit und Selbstbestimmung im Leben vom Geld abhängt, ist doch auch keine Frage.

    Also, worüber diskutieren Sie? Ich diskutiere darüber, dass meiner Meinung nach absolute Freiheit absolute Anarchie und Rechtlosigkeit bedeutet. Und dass meine Rechte Ihre Freiheit einschränken, ebenso wie umgekehrt. Und dass das eine gute Sache ist. Wenn Sie bei der Wortkombination "Freiheit einschränken" direkt auf die Barrikaden gehen, halte ich das für falsch, denn ich glaube, dass auch hier die Dosis das Gift macht.

    Jetzt Sie.

  • Nein, die Dänen werden kein blaues Wunder erleben. Man will ja nur dem Handel erlauben, Bargeld abzulehnen. Es wird aber eben kaum Handelsgeschäfte geben, die diesen Vorschlag annehmen. Die Dänen haben vermutlich von einem ähnlichen Vorstoß Schwedens gelernt. Dort wollte man wirklich Bargeld abschaffen. Und wer hat am lautesten protestiert. Na, der Handel. Auch in Schweden hat nämlich nicht jeder Bürger die Kreditwürdigkeit, um eine Kreditkarte zu bekommen. Außerdem wurde auch dort Ihr Argument mit ausländischen Kunden vorgebracht. Dass die dänische Regierung meint, dass der Handel eine Abschaffung von Bargeld gutheißt, wenn man es ihm einfach nur erlaubt, würde ich als naiv bezeichnen. Nein, Skandinavien ist eigentlich mit dem Vorstoß, Bargeld abzuschaffen, schon in Schweden gescheitert.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • @ Herr F. Gessw

    >> Deswegen muss Freiheit des Einzelnen so weit eingeschränkt werden, bis jeder die gleiche Freiheit haben kann. >>

    Selten eine größere Dämlichkeit vernommen. Die Freiheit MUSS eingeschränkt werden, bis jeder gleiche Freiheit haben kann. Erinnert mich alles irgendwie an die Sprüche des Trolls @ Weissenfels.

    Eine gleiche Freiheit kann jeder NUR dann haben, wenn auch alle eine gleich große Geldbörse besitzen.

    Und solche Ziele gab es nicht mal bei den Kommunisten !

  • Ihren Kommentar verstehe ich nicht. Einerseits sieht es so aus, als ob Sie für eine Abschaffung von Bargeld wären. Andererseits nennen Sie laufend die Gründe, warum man es beibehalten sollte. Ja, man kann diesem Staat nicht mehr trauen. Der Staat kassiert bereits über die Hälfte meiner Einnahmen. Weiterhin versucht der Staat mit immer neuen Tricks und Repressalien, mich noch mehr zu enteignen. Nahezu jeder Steuerbescheid ist erst einmal falsch. Ständige Kontrollen, wobei einem gerne was unterstellt wird, kennt jeder Freiberufler, der einigermaßen gut bei der Sache ist. Die Altersvorsorge wird gerade durch eine katastrophale Geldpolitik entwertet. Und wir stehen kurz vor Kapitalverkehrskontrollen. Was meinen Sie denn, warum die Jagt auf einige Prominente, die Kapitalerträge im Ausland nicht korrekt angegeben haben, medial so ausgeschlachtet wurden. Der Finanzminister von NRW stachelt seine Mannen laufend zum Krieg gegen den Steuerzahler an. Und eine gewisse Nahles arbeitet bereits in ihrem Ministerium an der nächsten Attacke auf alle Freiberufler, weil unsere sozialistischen Politiker so gar nicht die erste Silbe des Wortes mögen. Der Großteil unser Politiker und Beamte sieht den Staat als Selbstzweck an, um sich zu bereichern. Logisch, dass der Staat gerne die Freiheit seiner Bürger noch weiter einschränken möchte, indem er die komplette Kontrolle über das Geld seiner Bürger übernimmt. Ach ja, die sozialistischen Parteien im deutschen BT, die an der DDR 2.0 arbeiten, wähle ich schon lange nicht mehr.

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