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Gold und Silber Krösus - Urvater des Metallgeldes

Die Angst vor einer Entwertung der Währungen treibt die Anleger aktuell vermehrt zum Gold. Es scheint sich nicht viel geändert zu haben seit der lydische König Krösus edle Metalle als Geld in die Welt brachte.
9 Kommentare
Wie hoch steigt das Goldfieber noch? Quelle: dapd

Wie hoch steigt das Goldfieber noch?

(Foto: dapd)

Bin ich Krösus? Mit dieser rhetorischen Frage wollen wir sagen: So viel Geld habe ich nicht. Krösus gab es wirklich und er ist so etwas wie der Urvater des Metallgeldes. Der lydische König im Westen der heutigen Türkei ließ im sechsten Jahrhundert vor Christus die ersten Goldmünzen prägen. Sie hatten einen einheitlichen Wert, eine einheitliche Größe und einen Prägestempel, der den Wert garantierte.

Krösus markiert nicht nur den Start in die Goldmünzenära. Auch Silber mit seinen dem Gold ähnlichen Eigenschaften wurde in der Geschichte gerne verwendet. Die Krösus-Münzen waren genau genommen eine Mischung aus Gold und Silber. Schon diese Münzen gab es in verschiedenen Gewichten von etwa 14 Gramm an abwärts.

Die ersten Münzen erfüllten bereits die klassischen Geldfunktionen. Sie waren Mittel zum Tausch, dienten als Wertmesser und Wertaufbewahrungsmittel. Vorbei die Zeiten, in denen man Pelze gegen Waffen tauschen musste. Deshalb verbreitete sich die Münzidee schnell in der gesamten Mittelmeerwelt.

Im Mittelalter erlebte die Goldwährung einen Aufschwung. Der Dukaten aus Venedig und der Gulden aus Florenz waren wichtige Münzen. Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus revolutionierte die Metallversorgung Europas. Francisco Pizarro und andere spanische Eroberer brachten ab dem 16. Jahrhundert massenhaft Gold und Silber nach Europa.

Bei den Metallwährungen führten allerdings meist Materialengpässe zu Krisen. Der Zahlungsverkehr musste dennoch abgewickelt werden, so dass man Lösungen suchte. Die österreichische Münzprägeanstalt kommentiert: „Dass dabei die verschiedensten Metalle und ab dem 17. Jahrhundert auch Papier zum Einsatz kam, versteht sich von selbst.“

Ab Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg galt ein Goldstandard. Das britische Pfund war die internationale Leitwährung, gekoppelt an das Metall. Auch Deutschland führte 1871 eine Goldwährung ein. Jeder Bürger konnte zumindest theoretisch Bargeld bei der Zentralbank gegen eine bestimmte Menge Gold tauschen.

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9 Kommentare zu "Gold und Silber: Krösus - Urvater des Metallgeldes"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • wer glaubt denn noch, daß diese Mengen Gold tatsächlich existieren ?!?
    Keiner darf das kontrollieren ! also vermute ich mal, daß der größte Teil in den Siebziger-Achtziger Jahren verliehen und verkauft wurde, um den Goldpreis zu drücken.

    Chavez/Venezuela hat angekündigt, sein Gold repatriieren zu wollen, gestern hat S&P das Land runter geratet. Und da geht es nur um wenige Tonnen im Vergleich zum angeblichen deutschen Gold von 3400 Tonnen.

  • die 3.400 tonnen deutscher Goldreserven der Bundesbank sind in der privaten Bank, die US Federal Reserve, eingelagert. Einige hundert tonnen deutschen Goldes sind auch in London und Paris eingelagert.
    Keine andere grosse Industrienation der Welt lagert seine Goldreserven im Ausland ein.
    US Finanzexperten sprechen jetzt schon vom 'commandeering' (mititaerische Beschlagnahme) der deutschen Goldreserven, falls es zum Fall des US Dollars kommen wuerde und der Goldstandard als Leitwaehrung eingesetzt wird.
    Das wuerde die USA ueber Nacht zum Gold-Superpower machen.

  • @Oekonomiker: Gute Antwort. Respekt!

  • Schon wieder jemand, der Realität mit Pessimismus verwechselt. Es geht doch garnicht darum, Gold als Zahlungsmittel zuzulassen. Der Goldbesitz wird irgendwann durch ein entsprechendes Besitzverbot kriminalisiert. Also sowieso nur etwas für Hardcore-Anleger. Für alle anderen empfiehlt sich Silber. Hier wird voraussichtlich China das Mass der Dinge: Chinas Bevölkerung sitzt auf einem wahren Silberschatz, bestens geeignet für ein so unterlegtes Währungssystem. Zum Chart: Völlig uninteressant für die Beurteilung, ob Gold Sinn macht oder nicht. Der Chart drückt nämlich nicht aus, dass die Goldzertifikate in den Anlegerdepots das physische Gold im Faktor 10 übersteigen: Für 1 to echtes Gold sind 10 to Papiergold unterwegs. Tendenz weiter steigend. So sieht eine Blase aus. Alleine dieses Mißverhältnis kann irgendwann nur durch ein Goldbesitz-Verbot geheilt werden. Es ist ganz einfach: Goldverbot beschliessen = Goldzertifikate weden aufgelöst, natürlich nur gegen Zahlung von Papiergeld in einem gesetzlich festgelegten, grottenschlechten Verhältnis. So oder ähnlich schon da gewesen. Deshalb: Realität schlägt Pessimismus.

  • Das die USA, europäische Staaten Gold verkaufen glaube ich nu partout nicht, es existiert ein Abkommen, das den Verkauf von 400 t erlaubt, aber Abkommen sind auch nur Klopapier wie man an den Maastricht Verträgen sieht.

    Andererseits kaufen derzeit vermehrt Staatbanken Gold und versuchen ihre massiven Dollarüberschüsse loszuwerden.

    Dann stellt sich noch die Frage, ob das Gold überhaupt noch physisch existiert ! Ewig hat es kein Audit gegeben und keiner darf es überprüfen !

    Ferner glaube ich, daß die Chinesen, die in US$ schwimmen nur auf den Tag warten, um mit einem Schlag Millionen der ungeliebten Greenbacks loszuwerden.

    Natürlich ist der Goldpreis seit Anfang des Jahres meiner ansicht nach zu schnell gestiegen und es könnte wohl in den kommenden Wochen einen Rückschlag um 150 - 200 Dollar kommen. Wäre auch gesund und vertriebe die Spekulanten.

    Aber solange die Staaten ihre Verschuldung nicht in den Griff bekommen, wird das Gold steigen, denn die einzelnen Währungen verlieren immer mehr an Wert !

    Und wie wollen sie die Verschuldung drücken ? Niedrigere Sozialleistungen ? Gibt Revolution, höhere Steuern ? immer mehr verabschieden sich, die einzige Lösung die wie die Geschichte beweist immer eingeschlagen wurde ist INFLATION

  • @Goldfinger: Gelesen ja, kappiert scheinbar nicht. Die einzige Blase, die bald platzen wird, ist die Staatsanleihenblase. Das Soros - Märchen erscheint mittlerweilen in regelmässigen Abständen. Mit den Goldreserven der Staaten , die zum verkauf kommen sollen, schaut es auch nicht so rosig aus, da nicht mehr sehr viel davon vorhanden sein dürfte.

  • Oekonomiker: Habe den Artikel im Blog tatsächlich gelesen. Interessant... mir aber zu pessimistisch.
    Aber aus genau den genannten Gründen,wird man Gold als alternatives Zahlungsmittel nicht zulassen. Die Politiker/Notenbanker werden, wie sie es in der Vergangenheit beim Gold ja auch schon getan haben, reagieren. "Welche Blase?" Schauen Sie sich den Chart an..
    Vielleicht gehören Sie ja auch nur zu den Stimmungsmachern, die auf steigende Goldkurse setzen. Viel Glück!!

  • Blase, welche Blase? Soros ist Spekulant, nicht das Mass der Dinge. Liebe Staatsbürger, setzt nur weiter schön auf Bundesschätzchen, Lebensversicherungen, Immobilien, usw. und kauft bitte kein Gold und Silber. Sonst reicht es nicht für diejenigen, die es mit Mark Twain halten: "Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich." Vergesst nicht: Staatsbürger heißen Staatsbürger, weil sie für den Staat bürgen. 5 Bill. Euro deutsches Vermögen warten darauf, enteignet zu werden. Eine Übersicht über die staatl. Werkzeuge der Enteignung gibt es auf meinem Blog www.der-eokonomiker.blogspot.com in Ausgabe 23, 05.07.2011. Ein ganz guter Einstieg in das Thema.

  • Vorsicht! Die Blase ist kurz vorm platzen. Der Finanzprofi Soros hat gestern fast all seine Goldinvestments(ETF's)abgestoßen. Politiker und Notenbanker der G7 werden wohl demnächst abgestimmt erklären,dass man Teile der Goldreserven "dosiert" (um den Preis nicht zu stark zu drücken)verkaufen wird. Sie sind auf das Geld der Anleger angewiesen und können nicht tatenlos zusehen, wie immer mehr Geld in Gold gesteckt wird. Angenehme Zusatzeffekte: Die Haushalte erhalten eine Finanzspritze und die Anleger werden durch die Unsicherheit wieder in das "klassische" Finanzsystem (zwangs-)gedrückt.